Gold und Silber unter Druck: Warum der Preissturz wenig mit Fundamentaldaten zu tun hat

Foto: Smarterpix/VladK213
Gold und Silber – wie geht es weiter?

Der jüngste Kurssturz bei Gold und Silber kam für viele überraschend und wurde schnell mit geldpolitischen Erwartungen erklärt. Doch nach Ansicht von Marktbeobachter Melson greift diese Deutung zu kurz. Entscheidend sei weniger die Politik als die Dynamik des Marktes selbst.

Der Katalysator für die erstaunliche Trendwende bei Silber, Gold und dem gesamten Edelmetallkomplex ist für ihn zweifellos die Nominierung von Kevin Warsh als nächstem Präsidenten der Federal Reserve. Aber was den spektakulären Preisverfall angetrieben habe, war nach Ansicht von Garrett Melson, Portfoliostratege bei Natixis Investment Managers, nicht nur die Angst vor einem möglichen Rückzug von Liquidität, sollte Warsh es schaffen, die Bilanz der Fed zu verkleinern. Auch nicht der Anstieg des Dollars aufgrund einer Erwartung kurzfristiger Zinssenkungen, die später weitere Zinserhöhungen erforderlich machen könnten.


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Melson: „Der Auslöser spielt gar keine Rolle. Die spektakulären Kursverluste bei Gold und Silber sind nicht das Ergebnis einer grundlegenden Neubewertung der Aussichten, der Auswirkungen der Wahl des Fed-Vorsitzenden, des Vertrauens in den Dollar oder anderer unterhaltsamer Erzählungen. Es handelt sich lediglich um die Nachwirkungen eines technisch bedingten überfüllten Momentum-Handels. Gold und insbesondere Silber hatten in den letzten Wochen einen parabolischen Kursanstieg erlebt, wobei Gold um vier Standardabweichungen über seinen 5-Jahres-Durchschnitt gestiegen ist, während Silber fast eine Standardabweichung von fast acht erreicht hat. Diese Bewegungen hatten nichts mit KI, Verteidigungsausgaben, geopolitischen Spannungen oder Geldpolitik zu tun. Und sie waren sicherlich auch nicht eine Folge des sogenannten „Devaluation Trade”. Das sind sich lediglich unterhaltsame Erzählungen, die einem extrem dynamischen Handel zugeschrieben wurden.

Es ist einfach so, dass Preisanstiege in einem relativ illiquiden Raum mit leichtem Zugang für Investoren in der Regel zu einer Überfüllung führen. Und eine Überfüllung in diesem Ausmaß macht jeden Vermögenswert anfällig für Störungen. Insofern sind Gold und Silber einfach Opfer des eigenen Erfolgs geworden.“

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