Goldpreis fällt - Notenbanken und Gold-ETFs kaufen dennoch weiter

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Montage aus Fed-Gebäude mit fallender roter Kurve und Zentralbank-Tresor mit Goldbarren und steigender grüner Kurve.
Bild: KI-generiert
Goldpreis fällt, Anleger kaufen nach

Der Goldpreis ist am 12. Oktober auf rund 4.175 US-Dollar gefallen - Anleger warten auf die US-Inflationsdaten vom 14. Oktober. Dennoch kaufen Notenbanken weiter zu, und in Gold-ETFs floss im dritten Quartal so viel Geld wie nie. Was das für die Einordnung von Gold im Depot bedeutet.

Goldpreis aktuell: Am 12. Oktober 2026 rutschte die Feinunze auf etwa 4.175 US-Dollar ab. Damit liegt der Kurs rund 0,5 Prozent unter dem Vortageswert. Im Tagesverlauf hatte der Kurs zeitweise noch über 4.200 US-Dollar gelegen. Das zeigen Marktdaten von Trading Economics, auf die sich auch finanzen.net beruft.

Als Grund für die Zurückhaltung der Anleger gelten die anstehenden US-Inflationsdaten. Am Mittwoch, 14. Oktober 2026, veröffentlicht die US-Statistikbehörde Bureau of Labor Statistics (BLS) die Verbraucherpreise für September. Die Daten erscheinen um 8:30 Uhr Eastern Time. Die Zahl gilt als richtungsweisend für die Oktober- und die Dezember-Sitzung der US-Notenbank Fed. Trotz des jüngsten Rückgangs notiert der Kurs laut Trading Economics immer noch etwa 1,5 bis 1,8 Prozent höher als vor zwölf Monaten; gemessen am Vormonat ergibt sich hingegen ein Rückgang von rund 2,7 bis 2,9 Prozent.

Warum der Goldpreis aktuell unter Druck steht

Den Hintergrund bildet die Zinswende der US-Notenbank. Am 16. September 2026 erhöhte die US-Notenbank den Leitzins um 25 Basispunkte und setzte damit die Zielspanne auf 3,75 bis 4,00 Prozent. Es war die erste Erhöhung seit 2023, wie aus dem FOMC-Statement hervorgeht. Die Fed begründete den Schritt mit einer hartnäckig erhöhten Kerninflation - die PCE-Kernrate verblieb 2026 durchgehend oberhalb von drei Prozent. Laut CNBC lassen die Fed-Projektionen für Ende 2026 einen Zinsbereich von 4,1 bis 4,4 Prozent erwarten.

Zwei Faktoren macht das Gold Return Attribution Model (GRAM) des World Gold Council als wesentliche Ursachen für den Preisrückgang im September verantwortlich. Zum einen stieg die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um 53 Basispunkte auf 5,3 Prozent. Zum anderen legte der Dollar-Index (DXY) um rund zwei Prozent zu.

Wie es weitergeht, zeigen die Markterwartungen. Gemäß CME-FedWatch-Daten, auf die sich finanzen.net am 12. Oktober berief, lag die eingepreiste Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung im Oktober bei rund 19 Prozent. Für die Dezember-Sitzung lag sie dagegen bei rund 85 Prozent.

TerminEreignis
Mittwoch, 14. Oktober 2026US-Verbraucherpreisindex (CPI) für September, Veröffentlichung 8:30 Uhr Eastern Time
Donnerstag, 15. Oktober 2026Erzeugerpreise und Einzelhandelsumsätze laut Terminplan der Statistikbehörde BLS
Fed-Sitzung OktoberMarkt preist laut CME FedWatch rund 19 Prozent Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung ein
Fed-Sitzung DezemberMarkt preist laut CME FedWatch rund 85 Prozent Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung ein

Notenbanken kaufen weiter Gold - trotz fallender Kurse

Der Preisrückgang bremst die strukturelle Nachfrage bislang kaum. Den Zahlen des World Gold Council zufolge erwarben Zentralbanken im August 2026 netto 39 Tonnen Gold, womit sich die offiziellen Nettokäufe seit Jahresbeginn auf 170 Tonnen belaufen. Größte Käufer im August waren China mit 20 Tonnen sowie Usbekistan und Polen mit jeweils acht Tonnen.

Bereits zum 22. Mal hintereinander erhöhte China im August seine Goldbestände; im laufenden Jahr summierte sich der Zuwachs auf 80 Tonnen, womit die chinesischen Reserven nach Angaben des World Gold Council nun bei rund 2.387 Tonnen liegen. Damit machen diese Bestände neun Prozent der gesamten Währungsreserven des Landes aus.

Zugleich flossen weltweiten physisch hinterlegten Gold-ETFs im September 2026 netto zehn Milliarden US-Dollar beziehungsweise 67 Tonnen zu. Damit kletterte der Gesamtbestand auf ein Rekordniveau von 4.256 Tonnen - und das, obwohl die Feinunze im gleichen Monat um 8,5 Prozent auf 4.176 US-Dollar nachgab. Dem World Gold Council zufolge summierten sich die Zuflüsse in Gold-ETFs im dritten Quartal 2026 auf insgesamt 31 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 211 Tonnen. Das stellt den höchsten je registrierten Quartalszufluss dar, wobei US-Fonds die Spitze bildeten und britische ETFs ein Rekordquartal verzeichneten.

Beim Goldpreis aktuell fällt deshalb vor allem das Auseinanderlaufen von fallendem Kurs und steigenden Mittelzuflüssen auf. Das legt nahe, dass ein Teil der Nachfrage nicht rein kurzfristig-spekulativ, sondern strukturell motiviert ist.


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Rund ein Viertel unter dem Rekordhoch von Januar

Mit rund 4.175 US-Dollar notiert der Goldpreis aktuell weit unter seinem bisherigen Rekord. Ende Januar 2026 hatte Gold gemäß einer Marktdatenauswertung der EBC Financial Group einen Wert von etwa 5.589 bis 5.595 US-Dollar pro Feinunze erzielt. Zuvor war der Kurs im Jahr 2025 um rund 65 bis 70 Prozent gestiegen.

Gold-Kennzahlen 2026 im Überblick

Historischer Höchststand: rund 5.590 US-Dollar pro Feinunze, erreicht am 28./29. Januar 2026.
Stand am 12. Oktober 2026: etwa 4.175 US-Dollar pro Feinunze.
Differenz zum Höchststand: etwa 25 Prozent.
Veränderung im Jahresvergleich: ein Plus von 1,5 bis 1,8 Prozent.
Wertzuwachs im Gesamtjahr 2025: etwa 65 bis 70 Prozent.

Was der Goldpreis aktuell für Berater und Anleger bedeutet

Für Vermittler und Berater ist vor allem bemerkenswert, dass die Nachfrage trotz fallender Preise ungebrochen bleibt. Notenbanken und globale Gold-ETFs kaufen in historischem Ausmaß weiter zu. Relevant ist das vor allem für die Einordnung von Gold als Depotbaustein. Dabei geht es um Diversifikation sowie um die Absicherung gegen Staatsverschuldung und geopolitische Risiken. Als nächster richtungsweisender Datenpunkt gelten die US-Verbraucherpreise für September.

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