Geopolitische Spannungen haben den Rohstoffmarkt in den vergangenen Wochen deutlich bewegt. Nach Einschätzung von Matt Lodge, Investmentstratege bei Global X, standen vor allem die Eskalation rund um Iran sowie neue Risiken für Energieinfrastruktur und Schifffahrtsrouten im Mittelpunkt. Davon profitierten neben Öl und Gas auch klassische Sicherheitsanlagen wie Gold und Silber.
Gleichzeitig rücken strategische Rohstoffe stärker in den Fokus. Kupfer, Uran und Lithium gewinnen mit Blick auf Elektrifizierung, Energiesicherheit und industrielle Transformation weiter an Bedeutung. Während sich der Ölmarkt trotz der jüngsten Zuspitzung weiterhin gut versorgt zeigt, sprechen viele Signale bei Kupfer und Uran für anhaltend knappe Angebotslagen.
Bei den Basismetallen zeigt sich ein gespaltenes Bild. Der physische Kupferpreis bewegte sich im Februar zwar weitgehend seitwärts, Kupferminenaktien erreichten jedoch neue Höchststände. Dass der Kupferpreis nach der Eskalation im Iran weniger stark korrigierte als andere Industriemetalle, deutet auf robuste Fundamentaldaten hin. Neben Kupfer profitieren auch Zinn und Aluminium von Investitionen in Stromnetze, Rechenzentren und Elektrifizierung. Blei und Zink bleiben dagegen bei den Wachstumserwartungen eher im Hintergrund.
Kupfer, Uran und Edelmetalle im Fokus
Am Uranmarkt entwickelte sich der Februar uneinheitlich. Während die Spotpreise nach den Höchstständen im Januar etwas nachgaben, stiegen die langfristigen Preise weiter. Zugleich verschärfte sich die Lage auf der Angebotsseite, nachdem Kazatomprom seine Produktionsprognose für 2026 gesenkt hat. Nachfrageimpulse kommen von der Wiederinbetriebnahme des weltweit größten Kernkraftwerks in Japan, von längeren Laufzeiten in Südkorea und vom anhaltenden Ausbau in China. Zusätzlichen Schub erhält das Thema durch Projekte für Small Modular Reactors in Rumänien und der Ukraine.
Gold und Silber legten nach dem Iran-Schock zunächst zu, obwohl der US-Dollar stärker tendierte. Investoren suchten verstärkt Zuflucht in realen Vermögenswerten, während Staatsanleihen in diesem Umfeld an Attraktivität verloren. Unterstützt wurde die Entwicklung zudem von steigenden Inflationserwartungen, die die Realzinsen drückten. Silberminenaktien entwickelten sich besonders fest, weil sie häufig sowohl vom Silberpreis als auch vom Gold profitieren.
Lithium verzeichnete nach der Erholung der vergangenen Monate im Februar zwar einen leichten Rücksetzer, der eher als Konsolidierung denn als Trendbruch gewertet wird. Die angespannte Lage an den Energiemärkten unterstreicht vielmehr die strategische Bedeutung von Batterien, Stromspeichern und flexibler Energieinfrastruktur. Entsprechend hielten sich Aktien aus den Bereichen Batterietechnologie und Lithium besser als der Rohstoff selbst.
Ölmarkt bleibt trotz Krisen strukturell gut versorgt
Die kräftigsten Ausschläge zeigten sich im Energiesektor. Nach den US-israelischen Angriffen auf den Iran sowie Drohungen gegen die Schifffahrt im Persischen Golf zogen die Öl- und Gaspreise deutlich an. Zusätzlichen Druck brachten Angriffe auf wichtige Infrastruktur in Saudi-Arabien und Katar, die die Verwundbarkeit konzentrierter Energieversorgung offenlegten. Für 2026 erwartet Global X dennoch einen Ölmarkt mit strukturellem Überschuss, weil das Angebotswachstum die Nachfrage klar übersteigen dürfte. Die jüngsten Preisbewegungen gelten damit vor allem als geopolitische Risikoprämie.











