Prämienrückgang in der Industrieversicherung setzt sich fort

Foto: AdobeStock/Nataliya Hora
Die Prämien für die Industrieversicherungen geben weiter nach.

Die Prämien für Industrieversicherungen sind im vierten Quartal 2025 weltweit erneut gesunken – und das bereits zum sechsten Mal in Folge. Treiber sind mehr Wettbewerb, hohe Kapazitäten und eine günstige Schadenentwicklung.

Die globalen Prämienraten für Industrieversicherungen sind im vierten Quartal 2025 im Durchschnitt um vier Prozent gefallen. Damit setzt sich der Abwärtstrend fort, der nun seit sechs Quartalen anhält. Das zeigt der aktuelle Global Insurance Market Index von Marsh Risk.

Als Gründe nennt der Bericht vor allem den zunehmenden Wettbewerb unter Versicherern, eine günstige Schadenentwicklung sowie verbesserte Rückversicherungskonditionen. Hinzu kommt eine gestiegene Marktkapazität, die in vielen Sparten für Entlastung sorgt.


Das könnte Sie auch interessieren:

Mit Ausnahme der USA verzeichneten alle Regionen im Jahresvergleich rückläufige Prämien. Die Pazifikregion weist mit zwölf Prozent den stärksten Rückgang auf, gefolgt von Indien, Naher Osten und Afrika mit zehn Prozent. In Lateinamerika und der Karibik, im Vereinigten Königreich sowie in Kanada sanken die Raten um sieben Prozent.

Regionale Unterschiede bleiben deutlich

In Europa gingen die Prämien um sechs Prozent zurück, in Asien um fünf Prozent. In den USA, wo die Raten im dritten Quartal um ein Prozent gesunken waren, blieben sie im vierten Quartal stabil.

Das aktuelle Quartal markiert den sechsten weltweiten Rückgang in Folge, nachdem die Märkte zuvor sieben Jahre lang kontinuierliche Anstiege verzeichnet hatten. Der moderatere Trend hatte sich erstmals im ersten Quartal 2021 abgezeichnet.

Besonders deutlich zeigt sich die Entspannung in der Sachversicherung. Hier sanken die Prämien weltweit um neun Prozent, nach einem Minus von acht Prozent im Vorquartal. Zweistellige Rückgänge gab es in der Pazifikregion mit 14 Prozent, in Lateinamerika und der Karibik mit zwölf Prozent, in Indien, Naher Osten und Afrika mit elf Prozent sowie im Vereinigten Königreich mit zehn Prozent.

Haftpflicht bleibt Preistreiber in den USA

In den USA, Kanada und Europa gingen die Sachraten jeweils um acht Prozent zurück, in Asien um fünf Prozent. Anders entwickelt sich die Haftpflichtversicherung: Weltweit stiegen die Prämien hier um vier Prozent, nach drei Prozent im dritten Quartal. Haupttreiber sind die USA mit einem Plus von neun Prozent.

Versicherer reagieren dort weiterhin auf eine hohe Frequenz und Schwere von Haftpflichtschäden. Insbesondere hohe Schadenersatzsummen bei sogenannten „nuclear verdicts“ belasten die Kalkulation.

In den Financial Lines und der Berufshaftpflicht sanken die Prämien weltweit um vier Prozent, nachdem sie im Vorquartal um fünf Prozent gefallen waren. Mit Ausnahme der USA verzeichneten die meisten Regionen Rückgänge, die von 11 Prozent in Indien, Naher Osten und Afrika bis zu fünf Prozent im Vereinigten Königreich und Kanada reichten. In den USA blieben die Raten stabil, nachdem sie im dritten Quartal um zwei Prozent gesunken waren.

Cyberraten geben weltweit nach

Auch in der Cyberversicherung setzte sich der Abwärtstrend fort. Die Prämien sanken weltweit um sieben Prozent. Die Spannweite reicht von einem Rückgang um 14 Prozent in Lateinamerika und der Karibik bis zu drei Prozent in den USA.

„Der globale Versicherungsmarkt ist in den letzten sechs Quartalen durch hohe Kapazitäten in den meisten Sparten und Regionen gekennzeichnet. Ohne unvorhergesehene Ereignisse erwarten wir, dass sich dieser Trend im Jahr 2026 fortsetzt. In diesem Jahr dürften Kunden die Möglichkeit haben, Prämienraten zu reduzieren und umfassendere Bedingungen auszuhandeln, die die Leistungsfähigkeit ihrer Versicherungsprogramme verbessert, um so der zunehmenden Komplexität der Risiken gerecht zu werden“, sagt John Donnelly, Präsident für Global Placement bei Marsh Risk.

Weitere Artikel
Abonnieren
Benachrichtigen bei
0 Comments
Inline-Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen