Der mehrjährige Anstieg des Goldpreises wurde von einer ungewöhnlichen Kombination aus Zentralbankkäufen, erhöhten geopolitischen Risiken und erneuten Sorgen über Währungsabwertungen getragen. Diese Faktoren haben die Preise stark steigen lassen, bergen jedoch auch das Risiko einer Korrektur, sollten sie an Bedeutung verlieren. Die jüngsten Marktreaktionen zeigen, wie schnell sich die Lage drehen kann. Am letzten Handelstag im Januar reagierten die Märkte heftig auf die überraschende Nominierung von Kevin Warsh zum neuen Vorsitzenden der US‑Notenbank.
Warsh gilt als orthodoxer und weniger politisch beeinflusster Geldpolitiker. Seine Ernennung stellte damit die bisherige Erwartung fortgesetzter Geldentwertung infrage. Der Goldpreis gab daraufhin innerhalb einer Sitzung um 9,5 % nach und fiel auch in den darauffolgenden Tagen weiter. Der Ausverkauf erfasste rasch auch andere Edelmetalle: Silber verlor innerhalb eines Tages nahezu 30 % und unterstrich damit die hohe Sensitivität des Marktes auf veränderte Erwartungen.
Aberdeen Investments sieht im Gegensatz dazu ein stabileres, langfristiger überzeugendes Anlageargument bei Kupfer und Kupferminenunternehmen, die durch absehbares langfristiges Nachfragewachstum, ein strukturell knapperes Angebot und eine stärkere Eigenkapitalhebelwirkung gegenüber dem zugrunde liegenden Rohstoff gestützt sind.
Ben Shrewsbury, Investment Manager – Global Emerging Market Equities bei Aberdeen Investments, kommentiert: „Die Rallye des Goldes war beeindruckend. Allerdings hängt sie zunehmend von Faktoren ab, die sich als vorübergehend erweisen könnten – gestützt durch eine ungewöhnliche Mischung aus Goldkäufen der Zentralbanken, geopolitischen Risikoprämien und erneuten Sorgen über eine Entwertung von Währungen. Diese Faktoren rechtfertigen zwar qualitativ die Preisstärke, führen aber auch zu einer gewissen Fragilität, sollte einer von ihnen wegfallen. Zudem bleiben wir auch gegenüber Goldminenunternehmen vorsichtig, da sie strukturell eine schwächere Kapitalallokation aufweisen und ihre Margen im Laufe der Zeit erodieren.
Im Gegensatz dazu sind wir von Kupfer und Kupferminenunternehmen überzeugter, da sowohl die Nachfrage- als auch die Angebotsdynamik auf ein anhaltendes strukturelles Defizit hindeuten und Bergbauaktien in der Vergangenheit eine klarere Hebelwirkung auf den zugrunde liegenden Rohstoff geboten haben.“
Aberdeen Investments ist der Ansicht, dass die Fundamentaldaten von Kupfer eher auf dauerhaften strukturellen Trends beruhen als auf den volatilen geopolitischen oder finanziellen Strömungen, die bei Gold zu beobachten sind.
Die Nachfrage beschleunigt sich, da die globale Elektrifizierung durch erneuerbare Energien, den Ausbau der Stromnetze, Elektrofahrzeuge, Rechenzentren und digitale Infrastruktur an Fahrt gewinnt. Gleichzeitig verknappt sich das Angebot, da bestehende Minen ausgereift sind, die Kupferreserven zurückgehen und jahrelange Unterinvestitionen die Pipeline neuer Projekte einschränken.
Da die Entwicklungszeit für neue Kupfervorkommen oft fast ein Jahrzehnt beträgt, ist es unwahrscheinlich, dass höhere Preise zu einer schnellen Reaktion auf der Angebotsseite führen werden. Dies deutet auf ein strukturelles Defizit und eine anhaltende Marktverknappung hin – ein Umfeld mit langen Zyklen, in dem Kupferminenunternehmen offenbar gut positioniert sind, um attraktive Renditen zu erzielen.












