Die Menschen in Deutschland rechnen längst damit, dass sie älter werden als frühere Generationen - und viele wünschen sich das auch. Das zeigt eine repräsentative Studie des Marktforschungsunternehmens YouGov im Auftrag von Canada Life. Sie ist Teil des mehrjährigen, international angelegten Research-Programms Life100+ der Canada-Life-Gruppe zum Thema Longevity.
89 Prozent der Befragten wissen, dass Menschen heute länger leben als frühere Generationen. Im Durchschnitt möchten die Teilnehmer 91,2 Jahre alt werden, sofern sie sich dabei weitgehend gesund fühlen. 23 Prozent würden sogar gerne 100 Jahre oder älter werden. Bei der eigenen, realistischen Lebenserwartung rechnen die Befragten allerdings vorsichtiger: Im Schnitt gehen sie von 82 Jahren aus.
Mit den gesellschaftlichen Folgen eines langen Lebens hält die Vorbereitung aus Sicht vieler jedoch nicht Schritt. Für die erste Welle der deutschen Life100+-Studie hat Canada Life rund 2.000 Menschen ab 18 Jahren online befragen lassen. Der Erhebungszeitraum war vom 7. bis 12. August 2026, die Ergebnisse sind gewichtet und repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.
70 Prozent sehen Deutschland schlecht vorbereitet
Insgesamt 70 Prozent der Befragten bewerten die Vorbereitung Deutschlands auf eine Gesellschaft mit vielen 90- und 100-Jährigen als „eher schlecht” oder „sehr schlecht”. Besonders kritisch fällt das Urteil bei der Pflege aus: 71 Prozent sehen hier Defizite. Bei der finanziellen Absicherung sind es 70 Prozent.
Beim altersgerechten Wohnen und bei den Arbeitsmarktchancen für ältere Menschen liegt der Anteil der Kritiker jeweils bei 62 Prozent, bei sozialen Kontakten und dem Schutz vor Einsamkeit bei 61 Prozent. Flexible Übergänge in den Ruhestand bewerten 54 Prozent als unzureichend vorbereitet. Am besten schneidet die medizinische Versorgung ab - dennoch sehen auch hier 42 Prozent Nachholbedarf.
Finanzielle Vorsorge rückt stärker in den Fokus
Ein längeres Leben erhöht aus Sicht der Befragten auch den finanziellen Planungsbedarf. 65 Prozent gehen davon aus, dass die Menschen länger arbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt im Alter zu finanzieren. 64 Prozent rechnen damit, mögliche Pflegekosten im späteren Leben stärker berücksichtigen zu müssen - auch mit Blick darauf, wie viel Vermögen sie weitergeben können.
53 Prozent erwarten, ihre Ruhestandsplanung regelmäßig überprüfen zu müssen, 49 Prozent ihre Geldanlage. 47 Prozent sehen zudem das Risiko, dass ihnen im Ruhestand das Geld ausgehen könnte.
Im Vergleich zu einer Canada-Life-Erhebung in Großbritannien vom April 2026 fällt das Bewusstsein für die finanziellen Folgen von Langlebigkeit in Deutschland geringer aus. In Großbritannien rechnen 74 Prozent mit längerem Arbeiten, 61 Prozent halten eine regelmäßige Überprüfung ihrer Ruhestandsplanung für nötig und 59 Prozent erwarten Anpassungen ihrer Geldanlage. Besonders groß ist der Abstand bei der Sorge, dass das Geld im Ruhestand ausgehen könnte: 72 Prozent in Großbritannien gegenüber 47 Prozent in Deutschland. Beim Thema Pflegekosten liegen beide Länder dagegen nahezu gleichauf, mit 61 Prozent in Großbritannien und 64 Prozent in Deutschland.
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„Wunschalter 91,2 Jahre - das ist ein klares Votum für ein langes Leben! Doch es geht auch um Lebensqualität. Wo Staat und Gesellschaft noch nicht ausreichend auf ein längeres Leben eingestellt sind, wird die eigene finanzielle Planung umso wichtiger”, sagt Frederick Krummet, Chief Distribution Officer bei Canada Life. „Wer langfristig vorsorgt, die eigene Ruhestandsstrategie und Geldanlage regelmäßig überprüft und genügend finanziellen Spielraum bewahrt, gestaltet sein späteres Leben selbstbestimmt und kann besser auf Veränderungen reagieren.”















