Postbank-Wachstum: Stammkunden und Berater im Blick

Im Rahmen ihrer Wachstumsoffensive ?Next Step? hat die Bonner Postbank AG mitgeteilt, sich künftig stärker auf das Geschäft mit ihren Stammkunden konzentrieren und die Beraterstruktur umgestalten zu wollen.
Mit neuen Produkten und einem verbesserten Service würden demnächst vor allem die 4,6 Millionen Kunden angesprochen, mit denen die Bonner heute schon das meiste Geschäft machen. Mit 14,5 Millionen Kunden ist das Kreditinstitut die größte Privatkundenbank Deutschlands.

Vorgesehen ist unter anderem, dass jedem Stammkunden einer der insgesamt 6.000 Kundenberater zugewiesen wird, mit dem er alle Finanzfragen, vom Girokonto bis hin zur Altersvorsorge, besprechen kann. „Die Berater müssen eine Kümmererfunktion übernehmen“, sagte Vorstandschef Dr. Wolfgang Klein, der seit Sommer dieses Jahres an der Spitze der Bank steht. Bislang existierte eine solche Zuordnung bei der Postbank nicht. Ein Kunde geriet an den Berater, der gerade Zeit hatte. Die neue Ausrichtung soll zudem dadurch erreicht werden, dass die Postbank die Zahl ihrer mobilen Berater, die auch zum Kunden nach Hause kommen, von derzeit rund 4.200 auf rund 5.000 im Jahr 2010 erhöhen will.Im gleichen Zeitraum soll die Zahl der Stammkunden von aktuell 4,6 Millionen auf 5,2 Millionen gesteigert werden.

Postbank-Chef Klein definierte zudem die neuen Gewinnziele. Bis zum Jahr 2010 soll das Ergebnis vor Steuern auf bis zu 1,45 Milliarden Euro gesteigert werden. Im vergangenen Jahr brachten es die Rheinländer auf einen Konzernabschluss von 941 Millionen Euro im vergangenen Jahr anwachsen. Unterm Strich soll ein Gewinn von einer Milliarde Euro stehen. Dies wäre ein Zuwachs von gut 40 Prozent gegenüber 2006. Dafür ist auch ein Ausbau des sehr viel kleineren Firmenkundengeschäfts geplant. Zudem will Klein das Zahlungsverkehrsgeschäft, das die Postbank als Dienstleister bereits für andere Banken wie Deutsche Bank und HypoVereinsbank abwickelt, europaweit eingerichtet werden. Man suche derzeit nach einem geeigneten Partner. Eigene Zukäufe kann sich Klein unter anderem bei den vielen kleinen Bausparkassen und im Vertrieb vorstellen. „Alle die jetzt ihre Unabhängigkeit verlieren, sind hoch willkommen“, sagte Klein im Hinblick auf die Berater des Hannoveraner Finanzdienstleisters AWD, dessen Übernahme durch den Versicherer Swiss Life erfuhren in der vergangenen Woche bekannt wurde. (af)

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