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22. April 2010, 17:40
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Verbraucherzentrale: Finanzberater vermitteln am Bedarf vorbei

Im vergangenen Sommer brachte er Makler-Verbände mit dem berühmt-berüchtigten Finanzhai-Video zur Weißglut. Nun meldet sich Niels Nauhauser, der in Vermittler-Kreisen umstrittene Geldanlageexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, mit einer Studie zur Altersvorsorgeberatung zurück. Das Ergebnis: Der Finanzvertrieb vermittelt am Bedarf vorbei.

Nauhauser-finanz-hai-300x179 in Verbraucherzentrale: Finanzberater vermitteln am Bedarf vorbei

Niels Nauhauser erklärt im Youtube-Clip den gemeinen Finanz-Hai

Die Verbraucherzentrale habe 121 seit Anfang 2010 durchgeführte Geldanlageberatungen ausgewertet, teilt die Behörde mit.

Nahezu alle im Vorfeld des Vertragsabschlusses von Verbrauchern vorgelegten Geldanlageangebote seien nicht bedarfsgerecht gewesen. Auch bei zum Zeitpunkt der Beratung bereits bestehenden Verträgen habe die Mehrzahl nicht dem Bedarf der Anleger entsprochen, so der Befund.

Die im Rahmen der Untersuchung berücksichtigten Ratsuchenden hatten im Durchschnitt 4,5 Anlageverträge abgeschlossen. Davon waren laut Verbraucherzentrale im Schnitt 2,5 unflexible Verträge, bei denen die gesamten Kosten zu Beginn der Laufzeit fällig seien.

“Die hohe Quote unflexibler Verträge zeigt, dass die Finanzvermittler am Bedarf der Verbraucher vorbei verkaufen”, kritisiert Nauhauser. Der Verkauf dieser Produkte gehe an der Lebenswirklichkeit vorbei. Zudem seien mehr als zwei Drittel der von den geprüften Finanzberatern gemachten Angebote mit teilweise wesentlich höheren Kosten einhergegangen als vergleichbare Anlagen bei anderen Anbietern. Außerdem habe, so Nauhauser, mehr als jede fünfte bestehende Anlage ein höheres Risiko, als der Verbraucher zu tragen bereit sei.

“Wir schätzen den Schaden durch nicht bedarfsgerechte Beratung zur Geldanlage und Altersvorsorge bundesweit auf 45 bis 90 Milliarden Euro jährlich”, sagt Nauhauser. Für eine Erläuterung, wie er zu dieser Schätzung kommt, war Nauhauser bislang nicht erreichbar. (hb)

Foto: youtube.com

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5 Kommentare

  1. Mal abgesehen davon, dass die Kosten verprovisionierter Produkte für den Klienten im Gegensatz zur Honorarberatung tatsächlich intransparent sind, sollte man so fair sein und Verbraucherschützern das Recht einräumen, frei ihre Ansichten verbreiten zu dürfen.

    Kommentar von ACF | SalesBooks.de — 27. April 2010 @ 22:33

  2. Ich bin seit 10 Jahren spezialisiert auf Investmentfonds, und habe selbst live erlebt wie die Verbraucherzentrale Mainz, in Person einer Juristin, dem Kunden völlig schwachsinnige Tips zu den von mir empfohlenen Top Fonds gegeben hat. Ja sie hat sogar einen Fonds nicht im Internet gefunden weil sie wohl noch nie von einer WKN gehört hatte, und deshalb den Kunden vor dem Kauf gewarnt…
    Seltsamerweise hat genau dieser Kunde in der Finanzkrise +5% mit diesen Fonds verdient. War wohl doch keine schlechte Empfehlung von mir.
    Es ist eine bodenlose Frechheit, dass Ahnungslose hier unter dem Deckmantel einer Verbraucherzentrale auf Kunden losgelassen werden!

    Kommentar von maklerprofi — 27. April 2010 @ 20:23

  3. Zu empfehlen ist in dem Zusammenhang auch dieser Artikel, in dem in Auszügen der Wortlaut einer telefonischen Verbraucherzentralen-“beratung” zu finden ist.
    http://www.procontra-online.de/2010/04/berater/pressemitteilung-verbraucherzentralen-nach-procontra-beratungstest-uneinsichtig/

    Kommentar von RA Norman Wirth — 27. April 2010 @ 18:13

  4. Nils wer ? Der selbsternannte “Finanzexperte” wettert heute ungestüm über die berufsgruppe, die Ihn eins ausbildetete..Vor kurzem hat der Berufsverband ebenso einen großangelegten Test der Verbraucherzentralen zum Thema Altersvorsorgen, Geldanlagen, Finanzierungen vorgenommen und stellte ebenso erschreckendes fest : keiner der von Herrn Nauhauser so gelobten “Regularien” nach denen sich die VZ richten sollen, wurden eingehalten, je weiter tiefgründige Beratung mußte bezahlt werden und verwieß immer auf Material der VZ..es fehlten im Vergleich von 170 Anbietern ganze 90 !! Die Bearter konnten auf Anfrage keine Regristrierung nach IHK ,noch eine Vermögensschadenshaftpflicht bei Falschberatung nachweisen, die Informationspflicht am Anfang des gespräches hat es bei keinem !! Beartungsgespräch gegeben….Sauber meine Herren, sauber Herr Nauhauser, der mittlerweile als Referent bei der Deutschen Bank / Volksbank gegen Bezahlung vornehmen soll..Ich sag´s ja: Sauber meine herren ,das nenne Ich mal ne echte Alternative..HG maklerpower

    Kommentar von Maklerpower — 26. April 2010 @ 21:23

  5. […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Cash.-Magazin, Mark Förster erwähnt. Mark Förster sagte: Verbraucherzentrale: Finanzberater vermitteln am Bedarf vorbei: Im vergangenen Sommer brachte er … http://bit.ly/cpiiBR … #versicherung […]

    Pingback von Tweets die Verbraucherzentrale: Finanzberater vermitteln am Bedarf vorbei - Cash. Online: News- und Serviceportal für Finanzdienstleistungen erwähnt -- Topsy.com — 22. April 2010 @ 18:35

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