Anzeige
Anzeige
11. Juni 2013, 14:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

GfK prognostiziert Wandel beim Vertrieb von Finanzprodukten

Bis zum Jahr 2020 wird sich der Finanzvertrieb in Deutschland stark verändern. Gesetzliche Regulierungen, Fusionen, die zunehmende Bedeutung des Internets sowie der demographische Wandel werden den Verkauf maßgeblich beeinflussen, so eine aktuelle Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Finanzvertrieb 2020: GfK prognostiziert WandelLaut der GfK-Studie “Finanzvertrieb 2020” gehen mehr als vier Fünftel (85 Prozent) der Vertriebsmitarbeiter von Banken und Versicherungen davon aus, dass sich der Finanzvertrieb in den nächsten Jahren grundlegend ändern wird. Trotz der zu erwartenden Veränderungen im Finanzvertrieb sehen die Vertriebsmitarbeiter demnach bislang jedoch weder für ihr Unternehmen noch für sich persönlich Konsequenzen oder Gefahren.

So beurteilen sie die künftige Geschäftsentwicklung grundsätzlich optimistisch: Knapp die Hälfte (49 Prozent) erwarte einen positiven Verlauf in Bezug auf den eigenen Konzern in den nächsten fünf Jahren. Lediglich 13 Prozent gehen demnach von einem Rückgang der Umsätze aus.

Internet für Finanzvertrieb immer wichtiger

Vor allem das Internet wird den Finanzvertrieb nach Ansicht der Befragten verändern. Bisher verschaffen sich viele Verbraucher mit seiner Hilfe in erster Linie einen Überblick über die verschiedenen Produkte und deren Leistungsbestandteile. Sie vergleichen die Preise und lassen sich erst dann von einem Versicherungsfachmann beraten.

Diese Verhaltensweise werde in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen, so die Studie. Insgesamt 60 Prozent der Außendienstmitarbeiter erwarten demnach, dass das Internet für den Finanzvertrieb eine sehr große Rolle spielen wird – als Informationsmedium, aber zunehmend auch für den Kauf von Finanzprodukten.

Allerdings seien viele Unternehmen nach Einschätzung der Mitarbeiter noch nicht auf die Veränderungen des Finanzvertriebs durch die digitalen Medien vorbereitet. Mehr als zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) sehen der Studie zufolge vor allem in Bezug auf das Angebot sowie den Abschluss von Finanzdienstleistungen im Internet großen Nachholbedarf.

Fusionen verändern den Finanzvertrieb

Eine zweite große Entwicklung im Finanzvertrieb betrifft laut GfK die Unternehmen und Vertriebseinheiten selbst. So rechnet die Mehrheit der Vertriebsmitarbeiter (61 Prozent) demnach mit vielen Fusionen auf der Anbieterseite bei Banken und Versicherungen, aber auch bei Filialen und Agenturen.

Bei den Banken sei dafür vor allem der steigende Kostendruck verantwortlich. Im Versicherungsbereich stellen die deutlich gestiegenen gesetzlichen Anforderungen ein Problem dar, die von kleinen Agenturen kaum noch zu erfüllen sind, so die GfK-Studie.

Hinzu komme der demographische Wandel bei den Außendienstmitarbeitern im Finanzvertrieb. So werde rund ein Drittel in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand gehen. Diese Tatsache wird die Zahl der Agenturen demnach deutlich reduzieren.

Neues Vergütungssystem im Finanzvertrieb

Auch das Vergütungssystem im Finanzvertrieb wird sich laut der Studie weiterentwickeln. Fast zwei Drittel (63 Prozent) der Befragten erwarten demnach eine grundlegende Veränderung der bisherigen Provisionsregelung.

Sie vermuten, dass Filialen und Agenturen nur noch mit guter Beratung und Kundenbetreuung Geld verdienen werden (55 Prozent). Ihrer Meinung nach besteht bereits heute zumindest bei einem Teil der Kunden im Finanzvertrieb die Bereitschaft, für eine professionelle Beratung ein Honorar zu bezahlen (37 Prozent).

Für die Studie “Finanzvertrieb 2020” befragte das GfK im Zeitraum April bis Mai 2013 insgesamt 345 Vertriebsmitarbeiter aus Banken und Versicherungen, Makler, Vermögensberater sowie unabhängige Finanzvermittler. (jb)

 

Foto: Shutterstock

Anzeige

2 Kommentare

  1. […] on http://www.cash-online.de Teilen:TwitterPinterestGoogle +1FacebookGefällt mir:Gefällt mir […]

    Pingback von GfK prognostiziert Wandel beim Vertrieb von Finanzprodukten | Mertens Marketing — 12. Juni 2013 @ 10:57

  2. Ein Chat zur Finanzplanung/Altersvorsorge: Wird aber trotz perm. Vermarktung noch nicht genutzt. Schauen was die Zukunft diesbez. bringt.

    Kommentar von Markus Müller — 11. Juni 2013 @ 15:20

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

Thomas Bischof neu im Vorstand der Württembergischen

Thomas Bischof, derzeit Leiter Konzernentwicklung bei Munich Re, übernimmt mit Wirkung zum 1. Juli die Verantwortung bei den Versicherungstochtergesellschaften der Wüstenrot & Württembergischen. Zudem ist nach Angaben des Unternehmens beabsichtigt, dass er im Laufe des Jahres 2018 zu deren Vorstandschef berufen und als Geschäftsfeldleiter Versicherungen ins Management Board der W&W-Gruppe einziehen wird.

mehr ...

Immobilien

Offener Immobilienfonds Hausinvest erwirbt Seattle-Zentrale von Facebook

Die Commerz Real hat den Büroneubau Dexter Station in Seattle im US-Bundesstaat Washington für ihren offenen Immobilienfonds Hausinvest erworben. Das Objekt ist mit einem Vertrag über zehn Jahre an Facebook vermietet.

mehr ...

Investmentfonds

Fed betritt mit Geldpolitik unbekanntes Terrain

Nach Jahren der lockeren Geldpolitik steht ein Epochenwechsel ins Haus. In den USA dürfte die Notenbank Fed in diesem Jahr mit der Verringerung ihrer Bilanzsumme beginnen und damit terra incognita betreten. Die Folgen für die Leitzinsentwicklung

mehr ...

Berater

Schenkungsvertrag: Rückforderungsrecht als Reißleine

Geschenktes darf man nicht zurückverlangen? Das sieht der Gesetzgeber bei Schenkungsverträgen im Rahmen einer Unternehmensnachfolge anders. Mit einer pfiffigen Vertragsgestaltung kann der Unternehmer jederzeit die “Reißleine” ziehen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Qatar und Saudi Arabien gehen bei Hapag-Lloyd an Bord

Die Reederei Hapag-Lloyd meldet den Vollzug der im Juli 2016 vereinbarten Fusion mit der arabischen Reederei UASC. Damit ändert sich auch die Aktionärsstruktur des Hamburger Traditionsunternehmens signifikant.

mehr ...

Recht

Nachteile durch komplizierte Bauverträge

Richtet sich ein Bauvertrag nicht allein nach dem BGB sondern enthält zusätzlich Klauseln des VOB/B, wird er für Laien schnell unverständlich. Das Baufinanzierungsportal Baufi24 rät Bauherren zur Vorsicht.

mehr ...