4. März 2014, 09:15
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Damoklesschwert Datenschutz

Vermittler und Berater gehen ständig mit sensiblen, personenbezogenen Daten um. Das ruft natürlich den Datenschutz auf den Plan. Gesetze, Regeln und Bestimmungen gibt es zuhauf. Aber wer kennt sie schon und hat ausreichend Vorsorge gegen Verletzungen getroffen?

Gastbeitrag von Stephan Rogge, Certerius Gmbh

Datenschutz: Worauf Vermittler und Berater achten müssen

“Mehr als jeder Dritte wünscht, dass Banken, Versicherer, Vermittler oder Berater deutlich machen, welche persönlichen Daten für die Vertragserfüllung wirklich gebraucht werden.”

Ein falscher Knopfdruck und schon ist es passiert: Ein Datensatz, ein persönliches Schreiben, ein Buchungsvorgang ist verschickt – dummerweise an die falsche Adresse. Oder noch schlimmer: Eine ganze Kundenliste mit sensiblen Zahlen gelangt per Serienmail an unberechtigte Empfänger. Das Wehklagen der Betroffenen dürfte groß sein.

Oft sind es nur technische Barrieren, die einen solchen Verstoß gegen den Datenschutz unmöglich machen. Es kann aber auch so kommen: Die Grafik-Karte eines PC ist kaputt, der PC muss in die Reparatur. Der Techniker entdeckt eine einfache Excel-Tabelle mit vielen persönlichen Kundendaten. Er macht sich eine Kopie und diese zu Geld.

Fliegt diese Kette durch einen wachsamen Kunden auf, hat auch der eigentliche Eigentümer der Tabelle ein Problem: Er hat die Daten nicht ausreichend vor dem Zugriff Unberechtigter geschützt.

Paragraphendschungel Datenschutz

Geregelt sind solche und andere Fälle in einer ganzen Reihe von Gesetzen, Regeln und Bestimmungen. (Anmerkung: Die sich im Detail zuweilen sogar widersprechen). Da sind die bekannten Spezialgesetze für Versicherungs- und Finanzdienstleistungen (VVG, Verhaltensregeln des GDV), das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) oder die speziellen Bestimmungen der Kommunikationsgesetze (TMG, TKG) sowie der Werbung (UWG).

Ein Paragraphendschungel gleichsam, einem Normalsterblichen kommt das Grauen. Aber so kompliziert ist die Sachlage dann doch nicht. Das BDSG kommt als so genanntes subsidiäres Gesetz daher. Es greift also erst dann, wenn andere Rechtsvorschriften erschöpfend abgearbeitet wurden oder etwas offen gelassen haben.

Dazu kommt eine gute Prise gesunden Menschenverstandes, mit dem ein Finanzdienstleister sich schon früh Ärger ersparen kann. Mehr als jeder dritte Deutsche will keine Werbung, so das Fazit einer repräsentativen Befragung unter 1000 Personen aus Deutschland im Auftrag der KWF Business Consultants.

Wird ein BDSG-Verstoß bekannt, sind die Folgen drastisch: 44 Prozent der Befragten wollen keine Neugeschäfte mehr mit einem datenverstoßenden Unternehmen machen. Fast ebenso viele (42 Prozent) würden sogar noch weiter gehen und alle bestehenden Verträge kündigen. Kein Pardon also!

Kunden kennen kein Pardon

Viele Bundesbürger bemerken zudem mit Recht, dass ihr Finanzdienstleister nicht klar darlegt, welche Daten für ihn unverzichtbar sind. Mehr als jeder Dritte wünscht, dass Banken, Versicherer, Vermittler oder Berater deutlich machen, welche persönlichen Daten für die Vertragserfüllung wirklich gebraucht werden.

Seite zwei: Ab neun Mitarbeiter wird es kritisch

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Pflege: Eine Frage der Pflicht

Immer mehr Menschen werden pflegebedürftig. Nicht einmal fünf Prozent der Bevölkerung besitzen eine Pflegezusatzversicherung. Der Vertrieb macht einen Bogen um das Thema. Dabei sollte es fester Bestandteil einer Beratung im Bereich Altersvorsorge sein. Teil eins

mehr ...

Immobilien

Das Runde muss ins Eckige: DFB-Pokal-Finalisten Leipzig und München im Immobilien-Match

Osten gegen Süden, so will es das diesjährige DFB-Pokal-Finale. Am 25. Mai 2019 treffen der RB Leipzig und der FC Bayern München im Berliner Olympiastadion aufeinander. Während schon die ersten Wetten auf Hochtouren laufen, wer die begehrte Trophäe nach Hause holen wird, hat der Full-Service Immobiliendienstleister McMakler die beiden Finalisten bereits vorab im Immobilien-Städte-Ranking gegeneinander antreten lassen.

mehr ...

Berater

BVK: Provisionsdeckel frühestens ab März 2020

Der von der Großen Koalition geplante Provisionsdeckel in der Lebensversicherung wird in diesem Jahr nicht mehr in Gesetzesform gegossen. Michael H. Heinz, Präsident des Bundesverbands deutscher Versicherungskaufleute (BVK), geht davon aus, dass das Gesetzesvorhaben nicht vor März 2020 umgesetzt wird. Das teilte er in einer Pressekonferenz des BVK in Kassel mit.

mehr ...

Sachwertanlagen

Primus Valor schließt Portfollio-Transaktion mit Swiss Life ab

Swiss Life AssetManagers hat mit Unterstützung von CORPUS SIREO Real Estate 93Liegenschaften des so genannten «AGORA» Immobilienportfolios veräußert. Die rund 1.800 Mieteinheiten, zu denen 1.500 W ohnun- gen mit einer Gesamtmietfläche von insgesamt zirka 123.000 Quadratmetern und 300 Gewerbeeinheiten zählen, wurden von zwei Fondsgesellschaften der Primus Valor Gruppe aus Mannheim erworben.

mehr ...

Recht

Vorsicht bei vorausfahrendem Fahrschulfahrzeug

Im Straßenverkehr müssen Autofahrer den Sicherheitsabstand stets so bemessen, dass sie auch bei plötzlichem Bremsen des Vorausfahrenden halten können. Besondere Vorsicht ist angesagt, wenn ein entsprechend gekennzeichnetes Fahrschulauto vorausfährt. Hier muss man auch damit rechnen, dass es ohne erkennbaren Grund abbremst. Die Württembergische Versicherung (W&W) weist auf ein Urteil des Landgerichts Saarbrücken (13 S 104/18) hin.

mehr ...