14. August 2019, 10:31
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Auslaufmodell Chef?

Befinden sich Führungskräfte wirklich auf dem Abstellgleis? Oder bedarf es nur einer grundlegenden Anpassung ihrer Rolle? In Zeiten agiler, eigenständiger Teams und des allgemeinen Hypes um die Start-up-Kultur hat es den Anschein, dass die Aufgabengebiete der klassischen Führungskraft obsolet werden. Ein Gastbeitrag von Dr. Consuela Utsch, HR-Expertin und Geschäftsführerin der Acuroc Solutions GmbH und AQRO GmbH.

Shutterstock 1054181777 in Auslaufmodell Chef?

Viele Unternehmen wollen flexibler agieren, um sich einerseits auf die neuen Herausforderungen des digitalen Umbruchs einzustellen und andererseits die Bedürfnisse der Kunden nicht aus den Augen zu verlieren.

Daher orientieren sie sich zurzeit verstärkt am sprichwörtlichen Start-up-Spirit, an den flachen Hierarchien, der Mentalität der kurzen Entscheidungswege und der Verantwortungsverteilung auf alle Mitarbeiter.

Kulturwandel führt zur Abschwächung altbekannter Strukturen

Als Teil ihrer Digitalisierungsinitiativen brechen Unternehmen vermehrt in Richtung Selbstorganisation und Agilität auf. Das Ziel: mehr Innovationen und eine bessere Kundenorientierung. Denn nur wenn Entscheidungen dort getroffen werden, wo das jeweilige Know-how sitzt, können Unternehmen generell schneller und flexibler handeln.

Zwangsläufig führt dieser Kulturwandel zur Abschwächung altbekannter hierarchischer Strukturen. Teams sollen sich selbst organisieren und Entscheidungen treffen. Sie arbeiten zielorientiert, verantworten Ressourcen, kommunizieren mit Partnern oder Kunden und teilen Aufgabenpakete selbstbestimmt untereinander auf.

Zukünftig übernehmen sie also in großen Teilen ehemalige Zuständigkeitsbereiche der klassischen Führungskraft. Aber wie lassen sich solche tief greifenden Veränderungen überhaupt angehen? Wie gelingt der Wandel zu einer dynamischen Organisation?

Brücke zwischen Unternehmensleitung und Mitarbeitern

Genau hier kommt die schon abgeschriebene Rolle der Führungskraft wieder ins Spiel. Manager und Chefs sind gefordert, die Voraussetzungen zu schaffen und den Wandel hin zu mehr Verantwortung und Selbstorganisation zu moderieren sowie sicher zu stellen, dass die Initiativen und Ideen der Mitarbeiter die Gesamtstrategie des Unternehmens unterstützen und weiter bringen.

Sie sind die Brücke zwischen Unternehmensleitung und den Mitarbeitern, die engagiert in Teams zusammen arbeiten. Aktuell erwarten Mitarbeiter häufig aus Gewohnheit bestimmte Entscheidungen ‚von oben‘.

Wenn nun einfach nur das ‚selbstorganisierte Unternehmen‘ ausgerufen wird und dann alle erwarten, dass sich Mitarbeiter plötzlich unternehmerisch verhalten, schafft dies in der Regel zunächst in hohem Maße Unsicherheit und damit einhergehend Stress bei Mitarbeitern und Führungskräften.

Hierarchische Führung ist nicht mehr zeitgemäß

Organisationen brauchen Führungskräfte, um diese Transformation gezielt anzugehen – ergänzt durch Methoden, die den Mitarbeitern Sicherheit geben, etwa durch klar definierte Rollen. Darüber hinaus befähigen die leitenden Kräfte die Teams, ihre Aufgaben wahrzunehmen, und unterstützen aktiv die persönliche Entwicklung jedes einzelnen.

 

Seite 2: Woran moderne Führung scheitert

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

DKM 2019: Vermittler wollen neue Produkt- oder Geschäftsfelder erschließen

Konnte das Gros der Vermittler vor der Regulierungswelle durch MiFID I und die EU-Vermittlerrichtlinie in 2007 noch weniger als drei Viertel ihrer Arbeitszeit für die Kundenberatung aufwenden, bleibt heute weniger als die Hälfte der Zeit für ihre Kerntätigkeit. Die zunehmende Regulierung setzt die Vermittler finanziell immer mehr unter Druck. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Trendstudie, die die Swiss-Life-Tochter Swiss Compare gemeinsam mit Cash. durchgeführt und auf der DKM in Dortmund vorgestellt hat.

mehr ...

Immobilien

Berechtigte Angst vor der nächsten Blase?

Einige Ökonomen warnen eindringlich vor der Gefahr, dass bald die nächste Immobilienblase platzt. Ist es wirklich Zeit, Immobilien zu verkaufen und Investments umzuschichten? Ein Gastbeitrag von Tobias Kotz, Real I.S.

mehr ...

Investmentfonds

PROXIMUS INVEST legt Spezialfonds für Gesundheitsimmobilien auf

PROXIMUS INVEST bringt einen institutionellen Spezial-AIF für Gesundheitsimmobilien auf den Markt. Der Fonds „PROXIMUS Gesundheitsimmobilien Deutschland“ investiert deutschlandweit in Ärztehäuser, Facharztzentren und Immobilien, die von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und weiteren Anbietern im Gesundheitsmarkt betrieben werden.

mehr ...

Berater

DKV stellt Pflege Schutz Paket „PSP“ vor

Viele Betroffene und Angehörige sind mit der Pflegesituation überfordert. Das neue Pflege Schutz Paket „PSP“ von der DKV bietet daher umfangreiche Beratung auch schon vor Eintritt der Pflegebedürftigkeit. Das neue Pflegeprodukt ist ohne Gesundheitsprüfung abschließbar.

mehr ...

Sachwertanlagen

Steuerfalle Verkauf von Unternehmensanteilen

Bei der Veräußerung von Anteilen an einer Personengesellschaft können dafür fällige Steuern den Ertrag deutlich schmälern. Eigner von Geschäftsanteilen sollten einen Verkauf sorgfältig vorbereiten und zwei aktuelle BFH-Urteile kennen.

mehr ...

Recht

Wie Angehörige von Rückforderungen der Sozialhilfe für Pflegekosten befreit werden

Haben Pflegezusatzversicherungen als Vermögensschutzpolicen ausgedient? Eine Analyse von Dr. Johannes Fiala und Diplom-Mathematiker Peter A. Schramm.

mehr ...