10. Juli 2019, 13:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Informationsflut am Arbeitsplatz: Wer schlägt sich besser?

Wer geht am Arbeitsplatz eigentlich besser mit der täglichen Informationsflut um – jüngere oder ältere Kollegen? Die Jüngeren, sagen viele – weil sie fitter sind beim Bedienen moderner Medien und sie ihre gesamte berufliche Entwicklung schon in einem digitalisierten Umfeld durchlebt haben. Indes gibt es gute Gründe, auch bei diesem Thema die Älteren keinesfalls abzuschreiben.

Shutterstock 680929729 in Informationsflut am Arbeitsplatz: Wer schlägt sich besser?    

Studien zeigen, dass wir in jungen Jahren Informationen schneller aufnehmen und verarbeiten können. Mit zunehmendem Alter nimmt die Verarbeitungsgeschwindigkeit ab. Aber während es früher vor allem auf das Sammeln von Informationen ankam, ist es heute viel wichtiger, Informationen zu filtern.

Erfahrungswissen ist der Technologie noch voraus

Das sagt Prof. Dr. Ingo Aberle, Wirtschaftspsychologe an der Hochschule Fresenius in Wiesbaden. “Informationen sind leicht verfügbar und wir werden permanent über diverse Kanäle mit immer neuen beliefert. Dabei steigt natürlich auch der Anteil der für mich irrelevanten Informationen stark an. Das kann leicht zu Stress führen.”

An dieser Stelle kommt ins Spiel, was Aberle “Erfahrungswissen” nennt: Es sind Fähigkeiten und Strategien gefragt, um den passenden Filter anzuwenden und Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.

“Da haben definitiv Menschen, die schon länger im Beruf stehen, Vorteile – ebenso diejenigen, die schon länger im Unternehmen sind und die Prozesse kennen.” Aberle ordnet dem strategischen Umgang mit Informationen eine höhere Relevanz zu als der reinen Verarbeitungsgeschwindigkeit.

“Jung lernt von Alt” hat nicht ausgedient – es gibt jedoch Einschränkungen

Aufgrund sich verändernder Prozesse kann es passieren, dass funktionale Strategien ihre Gültigkeit verlieren. Schnelle Anpassungen an neue Rahmenbedingungen sind vonnöten.

“Ein aktuelles Beispiel ist der Umgang mit den sozialen Medien und Netzwerken”, sagt Aberle. “Dort finden wir neue Regeln der Kommunikation vor und um diesen geänderten Verhältnissen gerecht zu werden, wird teilweise Reversed Mentoring angewandt.”

Entgegen dem klassischen Mentoring – ein erfahrener Mitarbeiter steht einem jüngeren Mitarbeiter zur Seite – wird in diesem Ansatz ein jüngerer Mitarbeiter zum Mentor eines älteren Mitarbeiters.

“Das klingt in der Theorie gut, ist aber in der Praxis nicht immer leicht umzusetzen, da beim Miteinander von Jung und Alt viele Konflikte am Arbeitsplatz entstehen können.”

Wie lebenslanges Lernen hilft

Wie lassen sich diese vermeiden – und wie können die Stärken beider Altersgruppen am besten genutzt werden? “Es bedarf einer Kultur des lebenslangen Lernens. Das gilt für jüngere und ältere Mitarbeiter gleichermaßen”, antwortet Aberle.

Außerdem ist der generelle Umgang mit Altersunterschieden relevant. Hier gilt es, eine Kultur der Wertschätzung und Anerkennung von Altersdiversität zu etablieren:

“Diese Wertschätzung betrifft explizit sowohl ältere als auch jüngere Mitarbeiter. Denn nur gemeinsam können wir den steigenden Anforderungen einer immer schneller und komplexer werdenden Informationsgesellschaft gerecht werden.”

 

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

„Wir sind keine Treppenterrier“

Cash. sprach mit Klaus Hermann, Versicherungskaufmann und Entertainer, über Herrenwitze, Selbstironie, Anglizismen, Unwörter und seine Liebe zur Versicherungsbranche.

mehr ...

Immobilien

Temporäres Wohnen: Wann sich das Konzept für wen lohnt

Das Angebot am Markt für temporäres Wohnen wächst. Die Konzepte bieten Nutzern kleine, möblierte Apartments, die sich durch Komfort und Zugänglichkeit auchzeichnen. Savills zeigt am Beispiel Berlin, dass die Apartments günstiger als Ein-Raum-Wohnungen sind, insofern die Wohndauer nicht mehr als drei Jahre beträgt. 

mehr ...

Investmentfonds

Aquila Capitals nachhaltige Investment-Strategie bestätigt

Aquila Capital hat seinen Status als führender Anbieter nachhaltiger Investmentlösungen in einer aktuellen Analyse von GRESB bestätigt. Die Ergebnisse unterstreichen die weit überdurchschnittliche Leistung im Vergleich zu Wettbewerbern und das Engagement des Unternehmens im Bereich Nachhaltigkeit und Transparenz für Anleger.

mehr ...

Berater

Das Bankenmonopol auf Kontodaten endet – doch die Kunden sind ahnungslos

„PSD2? Nie gehört!“ Trotz anderthalb Jahren Vorlaufzeit und einer breiten Medienberichterstattung sind die neue EU-Zahlungsdienste-Richtlinie PSD2 und ihre Auswirkungen bei vielen deutschen Verbrauchern überhaupt nicht präsent.

mehr ...

Sachwertanlagen

Vertriebsexperte Bernd Dellbrügge verstärkt Führungsteam der Real Exchange AG

Die Real Exchange AG (REAX), Spezialist für Anlagevermittlung und -beratung institutioneller Immobilienanlagen, hat Bernd Dellbrügge zum neuen Director Institutional Sales ernannt. Er berichtet direkt an den REAX-Vertriebsvorstand Heiko Böhnke.

mehr ...

Recht

Gehwegsanierung: Wer muss was bezahlen?

Schön, wenn die Gemeinde den Bürgersteig vor dem Haus neu teert oder pflastert. Gar nicht schön, wenn dann eine Rechnung im fünfstelligen Bereich ins Haus flattert. Müssen die Hausbesitzer bzw. die Anwohner die Kosten übernehmen? 

mehr ...