11. Oktober 2019, 14:49
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Vereinbarkeit von Beruf und Familie: 13 Millionen Europäer pflegen Angehörige

Neben dem Risiko der Kinderbetreuung drückt auch die Zeit für die Pflege von Angehörigen auf die Rentenansprüche. Mehr als jeder Dritte passt sein Erwerbsleben dieser Verpflichtung an. Welche Gründe dazu führen. 

DE-201910-LFS1 in Vereinbarkeit von Beruf und Familie: 13 Millionen Europäer pflegen Angehörige

Im Jahr 2018 gaben in der Europäischen Union (EU) von den 308 Millionen 18- bis 64-Jährigen etwas mehr als ein Drittel (34%) oder 106 Millionen an, Betreuungspflichten zu haben.

Jede dritte Frau und jeder dritte Mann kümmert sich

Darunter fällt die Betreuung der eigenen Kinder oder der Kinder des Partners, die jünger als 15 Jahre waren (89 Millionen oder 29%), die Betreuung hilfsbedürftiger Angehöriger (13 Millionen oder 4%) oder sowohl von Kindern als auch von hilfsbedürftigen Angehörigen (4 Millionen, 1%). Kinderbetreuung bedeutet die Betreuung der Kinder innerhalb oder außerhalb des Haushalts.

In allen Betreuungskategorien gaben mehr Frauen als Männer (37% der Frauen gegenüber 32% der Männer) an, Betreuungspflichten zu haben: Dies gilt für Betreuungspflichten gegenüber den eigenen Kindern oder denen des Partners (30% der Frauen, 28% der Männer), gegenüber hilfsbedürftigen Angehörigen (5% bzw. 3%) sowie für beide Bereiche (2% bzw. 1%).

Jeder Dritte passt sein Erwerbsleben an

Diese ausgewählten, von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, veröffentlichten Ergebnisse stammen aus einer speziellen Datensammlung aus der Europäischen Arbeitskräfteerhebung 2018 zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

In der EU passten 27% der Erwerbstätigen im Alter von 18 bis 64 Jahren mit Kinderbetreuungspflichten im Jahr 2018 ihr Arbeitsleben an, um ihre Kinder leichter betreuen zu können. Dies betraf Frauen in stärkerem Maße als Männer. 39% der Frauen – mehr als doppelt so viele wie Männer (17%) – gaben an, dass sich die Kinderbetreuung auf ihre Berufstätigkeit auswirkt.

Zudem wurden auf EU-Ebene 2018 von 28% der Personen mit Kinderbetreuungspflichten entsprechende Kinderbetreuungsangebote für alle Kinder genutzt. Am höchsten war der Anteil bei den Erwerbstätigen mit 31%, bei den Arbeitslosen lag er bei 19% und bei den Nichterwerbspersonen bei 14%. Demgegenüber gaben 72% der Personen mit Kinderbetreuungspflichten an, für mindestens eines ihrer Kinder kein Betreuungsangebot zu nutzen.

Rückgriff auf staatliche Angebote ist selten

Anteil der Menschen mit Kinderbetreuungspflichten in Irland am höchsten. Deutschland ist nach Bulgarien eines der Länder, in denen dieser Anteil ziemlich niedrig ist.

Im Jahr 2018 verzeichnete Irland den höchsten Anteil von Personen mit Kinderbetreuungspflichten, kombiniert oder nicht mit der Betreuung hilfsbedürftiger Angehöriger (42% der Gesamtbevölkerung im Alter von 18 bis 64 Jahren). Dahinter rangierten Schweden und Luxemburg (beide 35%), Estland und Frankreich (beide 34%). Am niedrigsten waren die Anteile in Bulgarien (24%), gefolgt von Deutschland (26%), Kroatien, Griechenland und Österreich (alle 27%).

Weniger als ein Drittel der Personen mit Kinderbetreuungspflichten nahm überhaupt Betreuungsangebote in Anspruch. Eigene Regelungen wurden hier als Hauptgrund für den Verzicht auf Kinderbetreuungsangebote in den meisten EU-Mitgliedstaaten genannt. Nahezu ein Drittel der Erwerbstätigen passten ihr Arbeitsleben an, um Kinder leichter betreuen zu können.

 

Foto: “obs/EUROSTAT”

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Thomas-Cook-Kunden sollen Ansprüche beim Insolvenzverwalter anmelden

Das Justizministerium hat Pauschalreise-Kunden der insolventen Thomas Cook aufgefordert, ihre Ansprüche nicht nur bei der Versicherung, sondern auch beim Insolvenzverwalter anzumelden. Das sei Voraussetzung dafür, das versprochene Geld vom Bund zu erhalten, teilte das Ministerium am Freitag mit.

mehr ...

Immobilien

Neues Finanzierungskonzept: Sorgenfrei im Alter

Viele Menschen möchten sich im Rentenalter Wünsche und Träume erfüllen. Die notwendigen Geldmittel stecken dabei oftmals im Eigenheim fest. Um sich mithilfe der Immobilie den Lebensabend zu finanzieren, gibt es gleich mehrere Möglichkeiten. Welche das sind und welche Vor- und Nachteile sie bieten, zeigt der Vergleich der Immobilienverkaufsmodelle.

mehr ...

Investmentfonds

London: Werden keine “Empfänger von EU-Regeln” nach Brexit

Unternehmerverbände in Großbritannien zeigen sich vor dem Brexit besorgt. Sie fürchten hohe Kosten durch Handelsbarrieren und warnen vor Preiserhöhungen für britische Verbraucher. Doch ihre Forderungen angesichts der Befürchtungen finden beim Finanzminister kein Gehör.

mehr ...

Berater

Privates Geldvermögen trotz Zinsflaute auf Rekordhoch

Statistisch gesehen schwimmen die deutschen Haushalte im Geld: Trotz weiterhin konservativer Anlagestrategien ist das private Geldvermögen auf 6302 Milliarden Euro gestiegen – das ist fast doppelt so viel wie das Bruttoinlandsprodukt für 2018.

mehr ...

Sachwertanlagen

Habona erreicht Vollinvestition des Einzelhandelsfonds 06

Der Frankfurter Fondsinitiator und Asset Manager Habona Invest hat für seinen Einzelhandelsfonds 06 zum Jahresende 2019 sechs weitere Nahversorgungsimmobilien mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von über 44 Millionen Euro und einer Gesamtmietfläche von circa 19.500 Quadratmetern erworben.

 

mehr ...

Recht

Winzerverband schlägt Schadenersatz statt Strafzölle auf Wein vor

Statt der Strafzölle auf Wein sollte die Bundesregierung den USA nach einem Vorschlag des Weinbauverbands Rheinhessen eine Schadenersatzzahlung anbieten. “Die deutsche Politik sollte jetzt unkonventionelle Lösungen anstreben”, erklärte Verbandspräsident Ingo Steitz.

mehr ...