Wie kann man sich gegen Cybermobbing wehren?

Cybermobbing ist im Zeitalter von Digitalisierung und sozialen Medien allgegenwärtig. Opfer sind häufig minderjährig und den Gefahren im Netz nicht gewachsen. Doch was zeichnet Cybermobbing aus und welche Folgen kann es haben? Gastbeitrag von Rechtsanwalt Markus Mingers, Teil 2

Markus Mingers: „Konkret können Betroffene Beweise sichern und sämtliche Vorgänge dokumentieren.“

Im rechtlichen Bereich erfordert der Kampf gegen Cybermobbing einen nicht unerheblichen Aufwand. Der Kampf ist nicht leicht, aber kann gelingen. Konkret geht es um die Kombination der richtigen Rechtsbehelfe und vor allem auch um das hohe Begründungserfordernis, von dem letztlich ein Sieg vor Gericht abhängt. Das betrifft vor allem etwaige Beweisanforderungen.

Auch wenn man den Anspruchsgegner nach einer Tat im Netz zum Beispiel mit vollen Namen ausmachen kann, bedarf es noch des Beweises, dass der Inhalt auch tatsächlich von der ausgemachten Person stammt. Der anwaltliche Begründungsaufwand ist im Bereich Cybermobbing sehr hoch.

Konkret können Betroffene also erst einmal Beweise sichern und sämtliche Vorgänge dokumentieren – beispielsweise in Form von Screenshots. Darüber hinaus sollte man sich an seine Eltern oder den Vertrauenslehrer in der Schule wenden, um zu vermeiden, dass Cybermobbing weitreichende psychische Konsequenzen hat. Nicht selten sind die beiden essenziellen Bereiche im Leben betroffen – Schule und Privatsphäre, wodurch eine permanente Konfrontation mit belastenden Aussagen gegeben ist.

Unterstützung zulassen

Je nach Umfang oder bei einer schlechten Aussicht auf ein baldiges Ende sollte man zudem auch die Polizei einschalten. Wie oben gesehen, kann auch anwaltliche Beratung helfen, um vor allem zukünftige Schikane abzuwenden. Eltern können auch präventiv einwirken und den Umgang mit Daten im Netz entsprechend schulen, um ihre Kinder zu sensibilisieren.

Da das Vorgehen gegen Mobbing oft länger dauert, als gewünscht, kann ich dazu raten, als Betroffener einen Weg zu finden, die eigene Persönlichkeit wieder aufzubauen bzw. zu stärken und einen Weg zu neuer Kraft zu finden. Nichtsdestotrotz sollte die Selbsthilfe nicht die einzige Hilfe sein, die in Anspruch genommen wird. Am Wichtigsten ist es, sich zu öffnen und Unterstützung von außen zuzulassen.

Lesen Sie hier den ersten Teil des Gastbeitrags: Kann unser Rechtssystem helfen?

Autor Markus Mingers ist Chef der Anwaltskanzlei Mingers & Kreuzer, Jülich

Foto: Mingers & Kreuzer

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