Coronavirus: Keine Angst wegen Halsweh

Grippe oder Corona?

Trockener Husten, Halsschmerzen, Halskratzen, Schnupfen und Fieber: Zwar kann eine Corona-Infektion (Covid-19) sich mit solchen Symptomen äußern. Doch das ist erst einmal kein übermäßiger Grund zur Sorge, betont der Direktor der Klinik für Infektiologie der Universität Essen. Was bei einem Ansteckungsverdacht mit Covid-19 zu tun ist.

Das Coronavirus breitet sich nach wie vor deutlich in Deutschland aus. Die Infektionszahlen sind aktuell immer noch auf hohem Niveau. Sorgen bereitet derzeit vor allem die Mutation des Virus aus Großbritannien, die immer mehr die Oberhand gewinnt. Hinzu kommen immer wieder bundesweit lokale Ausbrüche mit Infizierten. Und dann wäre da noch die Gefahr durch Rückkehrer aus Risikogebieten.

Ein Kratzen im Hals, ein trockener Husten, Halsschmerzen oder Fieber führen bei vielen zu der bangen Frage: Bin ich an Covid-19 erkrankt?  Oder ist es eine Grippe? Denn laut Robert-Koch-Institut (RKI) kann eine Infektion mit dem Virus unter anderem Symptome wie Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber hervorrufen. Fatalerweise ähneln sie denen einer Grippe oder eines grippalen Infektes.

Doch selbst wenn dahinter das Virus Sars-Cov-2 (Covid-19) stecken sollte, ist das erst einmal kein Grund zu übermäßiger Sorge. „Die Wahrscheinlichkeit, dass es bei solchen Symptomen schwere Verläufe gibt, ist gering“, beruhigt Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie der Universitätsmedizin Essen. „Das ist ja anders, als wenn man keine Luft kriegt. Da steht es ja außer Frage, dass man sich in medizinische Betreuung begibt.“

Auch wenn die Todeszahlen weiter steigen: Ein Großteil der berichteten Covid-19-Erkrankungsfälle verlaufen laut der Website Infektionsschutz.de der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) oder dem Robert-Koch-Institut mild. Gerade bei jüngeren Menschen. Teils kann Covid-19 – die von dem Erreger ausgelöste Erkrankung – aber auch deutlich schwerer verlaufen, etwa mit Atemproblemen oder Lungenentzündungen. Das ist laut RKI bei etwa 15 von 100 Infizierten der Fall.

Dass die Erkrankung tödlich verlaufen kann, zeigen die täglich aktualisierten Statistiken der Johns Hopkins Universität und des RKI.  Nach einer Analyse des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und der Technischen Universität Berlin sind rund ein Fünftel der Covid-19-Patienten, die von Ende Februar bis Mitte April 2020 in deutschen Krankenhäusern aufgenommen wurden, an Covid-19 verstorben.

Laut RKI steigt das Risiko einer schweren Erkrankung insbesondere ab 50 bis 60 Jahren stetig an. Gerade ältere Menschen jenseits der 70 können, bedingt durch das weniger gut reagierende Immunsystem, nach einer Infektion schwer erkranken (Immunseneszenz).

Da unspezifische Krankheitssymptome wie Fieber die Antwort des Immunsystems auf eine Infektion sind, können diese im Alter schwächer ausfallen oder fehlen, wodurch Erkrankte dann auch erst später zum Arzt gehen.

Auch verschiedene Grunderkrankungen wie Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber, der Nieren, Krebserkrankungen oder Faktoren wie Adipositas und Rauchen scheinen das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf deutlich zu erhöhen.

Was bei einem Ansteckungsverdacht zu tun ist

Beim Verdacht, sich mit dem Coronavirus angesteckt zu haben, gilt zunächst: Wer Kontakt zu Infizierten hatte, sollte sich unabhängig vom Auftreten von Symptomen umgehend bei seinem Gesundheitsamt melden. Gleiches gilt für Reisende, bei denen Symptome auftreten. Das RKI bietet online eine Postleitzahlsuche an, um das zuständige Gesundheitsamt zu finden.

Alle anderen wenden sich bei verdächtigen Symptomen unbedingt an das Amt oder den Hausarzt, der bei Verdacht auf Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus eine Laboruntersuchung veranlassen kann. Betroffene sollten vor dem Gang in die Praxis allerdings dort anrufen – um nicht noch schlimmstenfalls andere anzustecken. (dpa-AFX/IhreVorsorge) dr

Foto: Shutterstock

1 Kommentar
Inline Feedbacks
View all comments
Weitere Artikel
Wissen, was los ist – mit den Newslettern von Cash.
Wissen, was los ist – mit den Newslettern von Cash.