Mieterwechsel: Hohe Fluktuation in deutschen Fußgängerzonen

In den Fußgängerzonen hierzulande herrscht nicht nur unter Fußgängern reges Kommen und Gehen: Auf Jahressicht wechseln auch knapp zehn Prozent der Mieter. Das zeigen Untersuchungen der auf Ladenlokalvermietung und Geschäftshausverkauf spezialisierten Essener Gesellschaft Brockhoff & Partner.

Das Unternehmen hat in seinem Atlas ?Top Shops der 1a-Lagen? den Handelsbesatz sämtlicher deutscher Fußgängerzonen ausgewertet. ?Wir wollten wissen?, so Eckhard Brockhoff, der geschäftsführende Gesellschafter der Immobilienberatung, ?warum sich der Handelsbesatz in den Fußgängerzonen so schnell ändert, auch wenn es keine besonderen Anlässe wie den Bau eines Einkaufszentrums in der Nachbarschaft gab, was ja für Fußgängerzonen normalerweise verheerend ist.?

Als wichtigen Grund hat sein Haus die Umstrukturierungen im deutschen Einzelhandel ausgemacht. Während eigentümergeführte Unternehmen immer häufiger aufgeben, treten zunehmend nationale und internationale Filialisten auf den Plan, so die Studie. Damit verlieren die Innenstädte laut Brockhoff oft ihren eigenen Charakter und werden beliebig.

Zu statistischen Ausreißern kommt es allerdings wenn sich ein Einkaufscenter ankündigt, gebaut oder in Betrieb genommen wird. Oft bleibe den Gebäudeeigentümern dann kaum etwas anderes übrig, als die Mieten deutlich zu senken oder an die ungeliebten Ein-Euro-Shops zu vermieten, um Leerstände zu vermeiden. (hb)

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