Verkauf in London: Degi International füllt die Kasse

Der eingeforene offene Immobilienfonds „Degi International“ aus dem Hause Aberdeen kämpft um die Wiederöffnung. Um die Liquidität zu erhöhen, wurde ein Londoner Büroobjekt aus dem knapp 1,6 Milliarden Euro schweren Portfolio für umgerechnet 69,2 Millionen Euro an einen institutionellen Investor veräußert.

Objekt "Alder Castle"
Objekt "Alder Castle"

Der Verkaufserlös liegt damit leicht unter dem von Sachverständigen ermittelten Verkehrswert. Bei dem verkauften Objekt handelt es sich um das Bürogebäude „Alder Castle“ in der Noble Street. Es wurde im November 2003 für den Degi International erworben. Die Büroflächen des 1999 erbauten Gebäudes umfassen 8.620 Quadratmeter und sind Aberdeen zufolge vollständig vermietet.

Durch die Transaktion erhöht sich die Liquiditätsquote des Degi International um 2,0 auf aktuell 11,2 Prozent. Damit kommt der Fonds dem erklärten Ziel einer Beendigung der Rücknahmeaussetzung spätestens zum 16. November 2011 ein Stück näher. Weitere Verkäufe von Immobilien des noch 37 Objekte umfassenden Portfolios seien in Vorbereitung, so Aberdeen. Um sich für eine Wiederöffnung zu rüsten, streben offene Immobilienfonds in der Regel eine Liquiditätsquote von etwa 30 Prozent an.

Im November wird geöffnet – oder abgewickelt

Aberdeen-Deutschland-Chef Dr. Hartmut Leser verteidigt indessen die Qualität des zuletzt von der Ratingagentur Scope kritisch bewerteten Fonds: „Im Gegensatz zu dem Eindruck, der gelegentlich in der Presse erweckt wird, ist das Immobilienportfolio gut aufgestellt. Sowohl die geografische Streuung als auch die wirtschaftliche Altersstruktur und die Größenklassen-Struktur können sich im Branchenvergleich sehr gut sehen lassen.“ Auch die Vermietungsquote liege mit 96,1 Prozent auf einem „ausgesprochen erfreulichen“ Niveau.

Der Degi International wurde im Februar 2003 aufgelegt und investiert vorrangig in europäische Gewerbeimmobilien. Wie ein Dutzend weiterer offener Immobilienfonds, wurde er erstmal Ende Oktober 2008 von der Anteilsrücknahme ausgesetzt. Nach zwischenzeitlicher Öffnung Anfang 2009 ist der Fonds seit Ende Oktober 2009 durchgehend auf Eis gelegt und muss es bis November schaffen, die Weichen für die Wiederöffnung zu stellen, um nicht liquidiert zu werden.

Für den Aberdeen-Großanleger-Immobilienfonds „Degi Global Business“ gelten die selben Bedingungen. Der Schwesterfonds Degi Europa hat den Kampf um die Wiederöffnung bereits verloren und wurde im Herbst vergangenen Jahres in die Abwicklung geschickt. (hb)

Foto: Jones Lang LaSalle

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