7. Juni 2019, 15:05
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Baustelle Altersvorsorge: Offener Wettbewerb der Anbieter gefordert

In der staatlich geförderten Altersvorsorge in Deutschland liegt Vieles im Argen. Eine Reform muss dringend erfolgen. Die CFA Society Germany, Berufsverband für Investmentmanager und professionelle Investoren, sagt, wie es gehen kann.

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Die Altersvorsorge in Deutschland ist schon lange nicht mehr up-to-date.

Die größten Kritikpunkte der CFA sind die fehlende Transparenz, Vergleichbarkeit und Verständlichkeit von Altersvorsorgeprodukten sowie der limitierte Zugang einzelner Bevölkerungsgruppen (etwa Selbständige und Nicht-Erwerbstätige) zur staatlich geförderten AV und die geringe Flexibilität hinsichtlich heutiger Erwerbsbiografien mit häufigen Arbeitgeberwechseln oder Wechseln zwischen Anstellungsverhältnis, Selbständigkeit und etwa Pflege- oder Elternzeit. Zudem ist die steuerliche Behandlung von AV-Produkten für viele Vorsorgende unübersichtlich.

Umfassende Informationsangebote durch Online-Plattform

Laut CFA müsse unter anderem die Integration der bAV und pAV sowie eine zentrale (ggf. staatlich geführten) Stelle für Ausschreibung, Vertrieb und Verwaltung von Altersvorsorgeprodukten und -anbietern geschaffen werden. Über eine zugehörige Online-Plattform könnten auch umfassende Informationsangebote für Vorsorgende (Finanzbildung) bereitgestellt werden, heißt es in dem Positionspapier der CFA.

Ein auf diese Weise organisierter offener und direkter Wettbewerb der Anbieter soll eine größere Kostenkontrolle und -effizienz ermöglichen. Zudem sollte die staatlich geförderte AV für alle Erwerbstätigen zugänglich sein. Um die Verbreitung der bAV in der deutschen Bevölkerung zu steigern, sprechen sich die Autor*innen für ein sogenanntes “Automatic Enrollment / Opt-out”-Prinzip aus.

“Versorgungslücke vielfach unterschätzt”

Susan Spinner, CFA, Geschäftsführende Vorstandsvorsitzende der CFA Society Germany: “Deutsche Sparerinnen und Sparer unterschätzen vielfach ihre eigene Versorgungslücke im Alter oder sind unsicher, wie sie diese bestmöglich durch eigenes Handeln schließen können. Reformen sind dringend erforderlich, um die administrativen, steuerlichen und informativen Hürden abzubauen, die eine individuelle Vorsorge erschweren. Als Teil eines globalen Netzwerks von Investment Professionals war es für uns naheliegend, nach internationalen Modellen zu schauen, um mögliche Lösungsansätze für die Problemstellungen in Deutschland zu finden.”

“Fast alle Industriestaaten mit ähnlichen Problemen konfrontiert”

“Dabei ist uns natürlich bewusst, dass das, was in einem anderen Land gut funktioniert, nicht unverändert auf Deutschland übertragen werden kann”, so Spinner weiter. “Aber genauso wissen wir, dass fast alle entwickelten Industrienationen in Sachen Alterssicherung mit ähnlichen Problemen konfrontiert sind. Da lohnt es sich, voneinander zu lernen und Anregungen für die zukünftig Gestaltung der Altervorsorge in Deutschland aufzunehmen.” (fm)

Foto: Shutterstock

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