12. November 2019, 15:38
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Berlin: Zahl der Baugenehmigungen geht drastisch zurück

Die Anzahl der Baugenehmigungen für Eigentumswohnungen in der Hauptstadt ist im direkten Vergleich vom ersten Halbjahr 2018 zum ersten Halbjahr 2019 um 50% gesunken. Das geht aus dem Bautätigkeitsreport Q2-2019 der Ziegert Bank- und Immobilienconsulting GmbH hervor.

Wohnungsbau in Berlin: Zahl der Baugenehmigungen geht drastisch zurück

„Der Anteil der genehmigten Eigentumswohnungen an allen Wohnungsbau-genehmigungen ist seit 2011 rückläufig“, so Till Johannes Brühöfener-McCourt, Head of Research der Ziegert Group und Urheber des Bautätigkeitsreports. „Während in den ersten sechs Monaten des Jahres 2018 3.942 Eigentumswohnungen genehmigt worden sind, waren es im gleichen Zeitraum des Jahres 2019 nur 1.965 Eigentumswohnungen.“

Nicht nur weniger Wohnungen, sondern auch längere Fertigstellungsdauer

Neben dem aktuellen Halbjahresvergleich betrachtet der Report auch einen größeren Datenzeitraum und betrachtet auch die Jahre 2017 und 2018 für die Ergebnisse. Der Bautätigkeitsreport vergleicht daher ebenfalls die Daten der Umsetzungszeiträume für Neubau-Eigentumswohnungsbauprojekte von 2017 mit 2018. Der durchschnittliche Umsetzungszeitraum für ein Eigentumswohnungsbauprojekt (Neubau) ist deutlich gestiegen. 2017 lag der durchschnittliche Umsetzungszeitraum bei 28 Monaten. 2018 stieg dieser Wert auf 36 Monate.

Auswirkungen der Politik auf die Entwicklungen des Marktes

Sven Henkes, CEO der Ziegert Bank- und Immobilienconsulting GmbH sieht in der Berliner Wohnungspolitik eine Ursache für den Mangel an Eigentumswohnungen: „Der fehlende Wille der Bezirke und ihrer politischen Verwaltungen neue Wohngebäude zu genehmigen und im besten Fall sogar zu fördern, trug und trägt aktiv zum Mangel an Wohnraum und somit auch Eigentumswohnraum in der Hauptstadt bei“. Ferner bedauert Henkes, dass sich die Politik mit falschem Fokus und ungeeigneten Instrumenten wie dem angedachten Mietendeckel in den Marktmechanismus einmischt: „Wir hoffen, dass der Mietendeckel mit seiner rechtlich fragwürdigen und Kleinanleger feindlichen Ausgestaltung nicht umgesetzt wird. Doch selbst wenn der Deckel nicht oder nur abgeschwächt kommt: er hat in jedem Fall für Verunsicherung gesorgt und wird so das Problem von fehlendem, neuem Wohnraum eher verschärfen“.

Foto: Shutterstock

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