27. Mai 2019, 11:48
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

BF.Quartalsbarometer: Stimmung der deutschen Immobilienfinanzierer bleibt schlecht

Die Stimmung unter den deutschen Immobilienfinanzierern bleibt schlecht. Das BF.Quartalsbarometer steigt im zweiten Quartal 2019 leicht auf -3,40 Punkte (+0,48 Punkte gegenüber dem vorherigen Quartal) und verharrt damit nahe am Allzeit-Tiefstwert des Vorquartals. Für die leichte Erholung sind mehrere Faktoren ausschlaggebend.

Immobilien in BF.Quartalsbarometer: Stimmung der deutschen Immobilienfinanzierer bleibt schlecht

Die Umfrageteilnehmer schätzen die allgemeine Lage am Finanzierungsmarkt, die Entwicklung des Neugeschäfts sowie die Liquiditätskosten leicht positiver ein als im Vorquartal. Stark negativ wirken sich dagegen weiterhin die geringen Margen sowie die sinkenden Loan-to-Values (LTVs) und Loan-to-Costs (LTCs) aus.

Zinsängste sind vorbei

Prof. Dr. Steffen Sebastian, Inhaber des Lehrstuhls für Immobilienfinanzierung an der IREBS und wissenschaftlicher Berater des BF.Quartalsbarometers, erläutert:

„Die Europäische Zentralbank (EZB) hat im April deutlich signalisiert, dass 2019 keine Zinswende erfolgt. Stattdessen wird die EZB ein neues Kreditprogramm für die Banken des Europäischen Währungsraums auflegen, um deren Finanzierungmöglichkeiten zu erweitern. Damit sind die lange schwelgenden Zinsängste passé. Diese positive Veränderung scheint sich auch im Quartalsbarometer mit seiner leichten Erholung widerzuspiegeln.“

Manuel Köppel, CFO der BF.direkt AG, kommentiert:

„Obwohl das Risiko steigender Zinsen zunächst weggefallen ist, setzt sich die Stimmungsaufhellung scheinbar nicht in Transaktionen um. Dies liegt auch daran, dass der Markt von einer starken Objektknappheit geprägt ist. In der Folge müssen die Finanzierer gezwungenermaßen auf Objekte mit geringerer Qualität ausweichen und eventuell Abstriche bei den Lagen machen. Dies schlägt sich auch in den niedrigeren LTVs nieder.“

Bestandsmargen sinken leicht

Die Ergebnisse des Barometers im Detail: Die Bestandsmargen und Loan-to-Values (LTVs) sowie Loan-to-Costs (LTCs) sinken im zweiten Quartal leicht. Die LTVs bei Bestandsimmobilien sinken auf 69,9 Prozent (-1,8 Prozentpunkte), LTCs bei Projektentwicklungen sinken leicht auf 72,9 Prozent (-0,8 Prozentpunkte).

Die durchschnittlichen Margen im Bestand fallen um 5 Basispunkte auf 122 Basispunkte. Die durchschnittlichen Margen bei Projektentwicklungen steigen leicht auf 200 Basispunkte (+3 Basispunkte).

Leicht positivere Einschätzung des Neugeschäfts

Die befragten Institute schätzen die allgemeine Lage am Finanzierungsmarkt marginal positiver ein. Im Vergleich zum vorherigen Quartal hat sich der Anteil der Befragten, die eine progressive Lageeinschätzung haben, von 17,6 Prozent auf 22,6 Prozent verbessert. Des Weiteren schätzen die befragten Institute die Entwicklung des Neugeschäfts positiver ein.

Ein ansteigendes Neugeschäft erwarten 27,6 Prozent (+2,6 Prozentpunkte). Knapp über die Hälfte der Befragten (55 Prozent) erwarten nur eine stagnierende Entwicklung und 17 Prozent (-1,5 Prozentpunkte) erwarten ein abnehmendes Neukundengeschäft.

Anstieg der Finanzierungen im mittleren Volumen

Finanzierungen in der Größenordnung zwischen 50 und 100 Millionen Euro verzeichnen mit einem Anteil von 24,1 Prozent (+8,5 Prozentpunkte) den größten Zuwachs. Großkredite mit einem Volumen ab 100 Millionen Euro spielen dagegen derzeit keine Rolle (0 Prozent).

Ein Faktor für die Erholung des BF.Quartalsbarometers sind die leicht sinkenden Liquiditätskosten für die Finanzierer. Rund 20,7 Prozent (+8,2 Prozentpunkte) der Institute geben an, dass ihre Refinanzierungskosten abnehmen. Demgegenüber stehen aktuell rund 24,1 Prozent (-16,5 Prozentpunkte), die von steigenden Liquiditätskosten ausgehen.

 

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Überlastet und ausgebrannt

Hoher Zeitdruck und zunehmende Arbeitsverdichtung, aber auch zu viel Arbeit für die eigentlich vereinbarte Arbeitszeit sind Faktoren, die bei vielen Beschäftigten hierzulande zu Überlastung führen. Das zeigt der aktuelle DGB-Report „Arbeiten am Limit“.

mehr ...

Immobilien

Tipps für Mieter: Betriebskostenabrechnung ohne böse Überraschungen

Zu hoher Warmwasserverbrauch, einmalige Reparaturen oder ein falscher Umlageschlüssel: Die jährliche Betriebskostenabrechnung sorgt bei Mietern und Vermietern immer wieder für Streit und Diskussionen. Dabei muss nicht immer ein zu hoher Wasser- und Heizungsverbrauch des Mieters die Ursache für eine falsche Betriebskostenabrechnung sein. Nicht selten sind Kosten aufgelistet, die gar nicht umlagefähig sind. Worauf Mieter daher achten sollten, erklären die Experten des Full-Service Immobiliendienstleiters McMakler.

mehr ...

Investmentfonds

Erster regulierter Handelsplatz für digitale Assets

Nach dem Start des Handels für ausgewählte Nutzer im September steht die Digital Exchange der Börse Stuttgart (BSDEX) nun allen Interessierten in Deutschland offen. An Deutschlands erstem regulierten Handelsplatz für digitale Vermögenswerte können die Nutzer aktuell Bitcoin gegen Euro handeln, weitere digitale Assets sollen hinzukommen.

mehr ...

Berater

Schweizer Verwahrer für “Kryptowerte” will nach Deutschland

Die Crypto Storage AG aus Zürich will eine eigene Präsenz in Deutschland aufbauen und kündigt an, eine Lizenz als “Kryptowerteverwahrer” für digitale Werte wie Bitcoin beantragen zu wollen. Hintergrund sind die neuen gesetzlichen Regelungen in Deutschland ab 2020.

mehr ...

Sachwertanlagen

Patrizia kauft Healthcare-Immobilie in Hamburg

Das Immobilienunternehmen Patrizia AG hat für seinen Fonds Pflege Invest Deutschland I eine gemischt genutzte Immobilie mit Schwerpunkt auf sozialer und medizinischer Versorgung in Hamburg erworben.

mehr ...

Recht

Neues Urteil: Vorsicht bei “Service Calls”

“Service Calls“ eines Versicherungsmaklers können unzulässige Werbung sein. Auf ein entsprechendes Urteil des OLG Düsseldorf vom 19. September 2019 (Az.: 15 U 37/19) hat nun die Rechtsanwaltskanzlei Wirth hingewiesen.

mehr ...