13. März 2019, 06:32
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Rezept gegen Wohnungsnot? Gibt es!

Die Politik diskutiert seit Jahren darüber, wie sich der Wohnungsmangel hierzulande beseitigen lässt. Doch allerlei konzertierte Aktionen und Wohnungsgipfel konnten die Situation nicht verbessern. Die neuen Zauberwörter zur Beseitigung des Missstandes heißen indes Aufstockungen, Umwandlungen und Verdichtungen. Was sich dahinter verbirgt

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Etwas andere Nutzung: Die Nikolaikirche in Rostock beherbergt in ihrem Dachgeschoss 20 Mietwohnungen. Aufstockungen von bestehenden Gebäuden können generel zur Linderung der Wohnungsnot beitragen.

Bis zu 2,7 Millionen Wohnungen könnten auf diese Weise in Deutschland entstehen und für eine Entspannung des Wohnungsmarktes in dicht besiedelten Regionen sorgen. Zu diesen und weiteren Ergebnissen kommt die “Deutschland-Studie 2019” der TU Darmstadt und des Pestel-Instituts.

Bauland und freie Flächen sind in Zeiten des Wohnraummangels – insbesondere in Ballungsgebieten und Großstädten – ein knappes Gut. Die Nutzung der Freiflächen durch Neubau hat zur Folge, dass in Regionen mit erhöhtem Wohnungsbedarf auch ein erhöhter Flächenbedarf entsteht. Durch Aufstockungen, Umwandlungen und Verdichtungen von Gebäuden lässt sich ein Flächenbedarf bis zu 110 Millionen beziehungsweise 250 Millionen Quadratmetern vermeiden.

100 Tausend Dächer Initiative

“Dachausbauten und Aufstockungen im Bestand sind in vielen Fällen die schnellste und wirtschaftlichste Abhilfe zur Schaffung von neuem, bezahlbarem Wohnraum. Diese Maßnahmen können der Bundesregierung helfen, ihr selbstgestecktes Ziel des Baus von 1,5 Mio. Wohnungen in dieser Legislaturperiode zu erreichen”, sagt Dr. Thomas Tenzler, Geschäftsführer des FMI Fachverband Mineralwolleindustrie e.V. (FMI).

Dieses Potenzial haben die drei Verbände GdW, Bundesverband Gips und FMI frühzeitig erkannt und im Januar 2018 die “100 Tausend Dächer Initiative” ins Leben gerufen. Mit dem Ziel, attraktiven neuen und bezahlbaren Wohnraum in Ballungsräumen, Groß- und Universitätsstädten zu schaffen, fordert die Initiative die Politik auf, baurechtliche und wirtschaftliche Hemmnisse zu beseitigen und die Rahmenbedingungen für Gebäudeaufstockungen zu verbessern.

Erste Erfolge hat die 100 Tausend Dächer Initiative bereits nach dem Wohngipfel 2018 erzielt: So sollen die Sonderabschreibungen für den Wohnungsneubau auch für den Dachausbau und Aufstockungen gelten. Außerdem ist geplant, die Baunutzungsverordnung für den Dachgeschossausbau zu vereinfachen.

Seite zwei: Wie viel weniger Energie verbrauchen aufgestockte Gebäude ?

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