5. September 2019, 11:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Umsatz am deutschen Immobilienmarkt erstmals auf mehr als eine Viertelbillion Euro gestiegen

“In 2018 ist der Flächenumsatz mit Grundstücken für den Geschosswohnungsbau in der bayrischen Landeshauptstadt auf rund 10 ha und damit auf den geringsten Wert der vergangenen 20 Jahre gesunken. In den Jahren vor 2018 standen jährlich zwischen 30 und 40 ha für den Bau von Geschosswohnungen zur Verfügung”, so Wunsch weiter.

Leipzig, Stuttgart und Berlin verzeichnen sinkende Flächenumsätze

Gegenüber dem Jahr 2017 verringerte sich der Flächenumsatz in München um 65,5 %, die Preise sind binnen Jahresfrist über alle Wohnlagen um 8,0 % gestiegen – ausgehend von einem bereits sehr hohen Niveau.

“In 2018 wurden voll erschlossene Baugrundstücke für den Geschosswohnungsbau in durchschnittlichen Münchner Lagen im Schnitt für 3.000 Euro/m2 veräußert, in guten zentralen Lagen für rund 6.400 Euro/m2 – jeweils ohne Berücksichtigung von Innenstadtlagen”, erläutert GEWOS-Experte Sebastian Wunsch.

Auch in Leipzig (-42,4 %), Stuttgart (-33,3 %) und Berlin (-26,7 %) sind die Flächenumsätze in 2018 deutlich gesunken. In Hamburg legte der Geldumsatz mit Bauland für den Geschosswohnungsbau um 26,2 % zu und das trotz des ebenfalls rückläufigen Flächenumsatzes ( 11,8 %). Verantwortlich hierfür waren steigende Kauffallzahlen bei Flächen auf denen frei finanzierter Mietwohnungsbau entstehen soll. Über alle Lagen verteuerten sich Geschosswohnungsbauplätze in der Hansestadt in 2018 um 20 %.

“Transaktionszahlen stimmen wenig optimistisch für Wohnungsbau”

“Die Transaktionszahlen des vergangenen Jahres stimmen wenig optimistisch für den deutschen Wohnungsbau der kommenden Jahre – in den größten deutschen Städten ist der Handel mit Geschosswohnbaugrundstücken in 2018 quasi zum Erliegen gekommen”, kommentiert Sebastian Wunsch.

Die Ausweisung von Bauland ist ein langwieriger Prozess, viele Empfehlungen zu einer schnelleren Aktivierung vorhandener Flächenkontingente hat erst kürzlich die von der Bundesregierung eingesetzte Baulandkommission vorgelegt, diese gilt es nun schnellstmöglich umzusetzen.

“Abkehr von Höchstpreisvergabe ist überfällig”

“Dass Planungs- und Genehmigungskapazitäten in den Bauämtern vielfach knapp sind, ist bereits seit Jahren bekannt. Wichtig ist nun, dass die Kommunen finanzielle Unterstützung erhalten, um den personellen Aufwuchs zu bewältigen”, sagt Sebastian Wunsch.

“Längst überfällig ist zudem die Abkehr von der Höchstpreisvergabe, die Konzeptqualität muss darüber entscheiden, wer letztlich den Zuschlag für ein Grundstück erhält. Außerdem braucht es mehr interkommunale Zusammenarbeit – die Metropolkerne allein werden es nicht schaffen. Um zu einer raschen Ausweitung der Bautätigkeit zu kommen und die Preisanstiege im Zaun zu halten, müssen alle regionalen Akteure zielgerichtet zusammenarbeiten”, so GEWOS-Experte Wunsch weiter.

Prognose: Erneute Umsatzzuwächse infolge weiter steigender Preise in 2019

Auf Basis aktueller Transaktionszahlen aus dem ersten Halbjahr 2019, erwartet GEWOS, dass der Geldumsatz am deutschen Immobilienmarkt bis zum Jahresende auf rund 267,0 Mrd. steigt (+3,1 % gegenüber 2018). “Die Nachfrage – speziell nach Wohnimmobilien – ist trotz der konjunkturellen Eintrübung weiterhin hoch. Stützend wirkt hier das historisch niedrige Zinsniveau und die weiterhin gute Arbeitsmarktlage.

 

Seite 5: Was nun erwartet wird

Weiter lesen: 1 2 3 4 5

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Mehrheit der Unternehmen will Homeoffice dauerhaft ausweiten

Knapp über die Hälfte (54 Prozent) der Unternehmen in Deutschland wollen Homeoffice dauerhaft stärker etablieren. Dies zeigt eine Studie des ifo Instituts, die im aktuellen ifo Schnelldienst erscheint. Die Studie basiert unter anderem auf Auswertungen von Daten aus aktuellen ifo-Unternehmensbefragungen und einer Mitgliederbefragung des Netzwerks LinkedIn.

mehr ...

Immobilien

Neues Gerichtsurteil: Steuern sparen mit einem Mehrfamilienhaus

Ein neues Gerichtsurteil bestätigt die aktuelle Rechtsprechung: Bauherren eines Mehrfamilienhaus können eine Wohnung vermieten und von Steuervorteilen profitieren. Das berichten die Experten von Town & Country Haus.

mehr ...

Investmentfonds

Schwellenländeranleihen langfristig kaum zu schlagen

Werner Krämer, Economic Analyst bei Lazard Asset Management, sieht attraktive Chancen bei Schwellenländeranleihen. Im Interview erklärt er, welche Gründe trotz der Risiken langfristig für die Assetklasse sprechen.

mehr ...

Berater

Datenschutz und Brexit: Was müssen Unternehmen beachten?

Durch ein Abkommen über den Austritt Großbritanniens vom 31. Januar 2020 konnte der “kalte Brexit” zunächst abgewendet werden. Die Parteien einigten sich auf eine Übergangsphase, innerhalb derer man sich über die weiteren Details des Austritts verständigt. Dieser Beitrag greift einen rechtlichen Teilaspekt aus dem Gesamtkonglomerat verschiedener Themenfelder heraus – das Datenschutzrecht. Gastbeitrag von Rechtsanwalt Jonas Puchelt

mehr ...

Sachwertanlagen

Wealthcap bringt weiteren Immobilien-Dachfonds

Der Asset Manager Wealthcap erweitert sein Angebot mit dem neuen „Wealthcap Fondsportfolio Immobilien International I“. Es handelt sich um einen Publikums-AIF, mit mindestens 50.000 Euro ist die Einstiegshürde aber recht hoch und der Fonds richtet sich speziell an vermögende Privatanleger.

mehr ...

Recht

Bauträgergeschäfte von Mehrwertsteuersenkung nicht betroffen

Wer ein neues Eigenheim oder eine Eigentumswohnung von einem Bauträger erwirbt, profitiert nicht von der aktuellen Mehrwertsteuersenkung.

mehr ...