20. August 2019, 10:00
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Wie der Traum vom Eigenheim nicht zur versteckten Kostenfalle wird

Er gilt als der Königsweg des Vermögensaufbaus und der Altersvorsorge: der Kauf eines Eigenheims. Schließlich gelten Immobilien als sichere und wertbeständige Anlage. Wer im hohen Alter ein Haus oder eine Wohnung sein Eigen nennen kann, ist um ein Vielfaches weniger armutsgefährdet als Mieter.  Ein Kommentar von Philipp Pferschy, Vorstand GIEAG Immobilien AG.

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Gleichzeitig eilen die Preisplateaus auf den Immobilienmärkten von einem Rekord zum anderen und schaffen so für Interessenten zusätzliche Kaufhürden. Viele fragen sich daher: Was verbirgt sich hinter dem Versprechen, dass das mit Perspektive finanzierte Eigenheim auch für den Vermögensaufbau förderlich ist?

Gründe für die aktuelle Preisdynamik gibt es mehr als genug

In vielen deutschen Städten steigen Miet- und Kaufpreise schneller als das Haushaltseinkommen. In den vergangenen fünf Jahren hat das Wachstum der Immobilienpreise das Wachstum des realen Einkommens um 16 Prozent überholt, erklärte eine Analystin von Knight Frank. Dabei sind es besonders die Innenstadtlagen, welche hohe Preisanstiege zu verzeichnen haben.

Gründe für die aktuelle Preisdynamik gibt es mehr als genug: Einerseits werden sowohl Speckgürtellagen als auch die Innenstädte der Metropolen zu immer beliebteren Wohnstandorten. Andererseits investieren internationale Käufer gerne in deutsche Immobilien, da die marktüblichen Preise im internationalen Vergleich nach wie vor als erschwinglich gelten; man wage nur einmal den Blick nach Paris oder London.

Auch die Angebotsverknappung am deutschen Markt treibt die Preisdynamik weiter an. Diese Entwicklung stellt besonders Familien vor eine Problematik: Das gewünschte Eigenheim – besonders in den deutschen Metropolen – können selbst Familien mit einem Jahreseinkommen von mehr als 150.000 Euro nicht mehr in jedem Fall bezahlen.

Worst-Case-Szenarion bedenken

Wer eine Wohnung kauft, um darin selbst zu wohnen, sollte dabei nicht auf große Wertsteigerungen hoffen. Für alle Immobilien gilt: Steigen die Zinsen, schrumpfen die Beleihungswerte – dies drückt den Preis.

Daher sollte immer das Worst-Case-Szenario durchgedacht werden, zum Beispiel wenn man sich trennt oder scheiden lässt während einer Hochzinsphase, was oft hohe finanzielle Verluste nach sich zieht.

Doch nicht nur familiäre Veränderungen, sondern auch Instandhaltungsmaßnahmen sollten frühzeitig in die Kostenkalkulation einbezogen werden. Denn Sanierungen an Sanitäranlagen, Wärmedämmung oder Elektrik können kostspielig sein.

Diese absehbaren Ausgaben gilt es bereits im Vorfeld vom erwarteten Wertzuwachs der Immobilie abzuziehen, um im Nachhinein keine Überraschungen zu erleben.

Eigentum bedeutet mehr als Vermögenssicherheit, hohe Renditen und Wertsteigerungen

Der Wunsch nach Wohneigentum ist besonders bei Familien ungebrochen hoch. Spätestens wenn Kinder geplant sind, setzten viele Familien die Idee der eigenen vier Wände in die Tat um. Für Kaufinteressenten gilt dann: realistisch bleiben!

Eigentum bedeutet nicht mehr bedenkenlose Vermögenssicherheit, hohe Renditen oder deutliche Wertsteigerungen – wer danach sucht, sollte lieber mit dem eigenen Finanzberater über alternative Investmentmöglichkeiten sprechen.

Denn nur mit einem ehrlichen Kostenplan kann der Traum vom Eigenheim nicht nur geträumt, sondern auch Realität werden.

 

Foto: Shutterstock

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