Wohntraumstudie: Realitäten verändern die Träume

Die Interhyp AG  hat mit der Wohntraumstudie 2019 eine umfangreiche Erhebung zur Wohnsituation und den Immobilienträumen der Deutschen vorgelegt. Ein zentrales Ergebnis: Ein schönes Zuhause gehört neben der Gesundheit zu den wichtigsten Dingen im Leben der Deutschen. Allerdings hat die Zahl derer, die sich Wohneigentum wünschen, im Vergleich zum Vorjahr abgenommen.

Während 2018 noch 76 Prozent der Mieter sagten, sie wünschen sich Eigentum, sind es 2019 nur noch 66 Prozent. „Die Realitäten am Immobilienmarkt verunsichern einige Immobilieninteressenten. Dennoch ist der Wunsch nach Wohneigentum nach wie vor sehr groß“, erklärt Mirjam Mohr, Vorständin der Interhyp AG.

Jeder zehnte Deutsche plant aktuell einen Immobilienkauf. Was die Immobilieninteressenten antreibt und wie sie die Marktlage empfinden, hat Interhyp in einer großen repräsentativen Befragung von 2.600 Deutschen untersucht.

Erstmals durchleuchtet die seit 2011 durchgeführte Studie in diesem Jahr auch detailliert den Entscheidungsprozess bei der Immobiliensuche.

Jeder Vierte entscheidet aus dem Bauch heraus

Wie die aktuelle Befragung zeigt, ist das Zuhause für viele Deutsche ein ebenso emotionales wie hochaktuelles Thema. „Individuelle Faktoren wie der Wunsch nach Sicherheit, Zufriedenheit und Glück treffen dabei auf externe Faktoren wie steigende Mieten und steigende Kaufpreise. Zusätzlich wirkt die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank wie ein Katalysator.

Bei Kreditzinsen von unter einem Prozent erscheint vielen Menschen Kaufen attraktiver als Mieten“, erklärt Mohr. Auf die Frage, was in Anbetracht der aktuellen Marktlage für den Immobilienkauf spricht, nannten 81 Prozent die aktuell günstigen Zinsen.

Obwohl Wohneigentum auch 2019 als elementarer Baustein der Vermögensbildung und Altersvorsorge und als eine Entscheidung für das gesamte Leben betrachtet wird, haben sich 23 Prozent der Menschen aus dem Bauch heraus für ihre Immobilie entschieden. 17 Prozent bezeichnen ihren Immobilienkauf als Glücksfall.

Zinsen, Kaufpreise, Mieten: Marktlage liefert Kaufgründe

Den im Zuge der Untersuchung durchgeführten Tiefeninterviews zufolge empfinden viele Menschen den Such- und Kaufprozess in der gegenwärtigen Marktlage in erster Linie als spannend, aber zum Teil auch als aufreibend.

Immobilieninteressenten, die in den letzten zwei Jahren eine Immobilie zum Kauf oder zur Miete gesucht haben, empfanden dies als stressiger als Immobiliensuchende in früheren Jahren (53 Prozent im Vergleich zu 39 Prozent im Durchschnitt). „Mit Immobilieneigentum verbinden sich sehr große Hoffnungen, aber auch große Enttäuschungen.

Unruhige und fiebrige Situation

Es reicht von freudigem Glück bis Tränen“, so Mohr. Mieter auf Eigentumssuche erleben die Situation als unruhig bis fiebrig. Viele haben das Gefühl, jetzt unbedingt Eigentum schaffen zu wollen.

Für den Kauf spricht nach Ansicht der Befragten aktuell neben den Zinsen besonders, dass die Nachfrage nach Immobilien hoch ist (87 Prozent) und die Kaufpreise in ihrer Gegend weiter steigen (84 Prozent).

 

Seite 2: Ländliche Immobilien als Wunschtraum

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