Ausblick: Stagnation und volatile Aktienmärkte halten an

Die globale Konjunkturverlangsamung setzt sich im zweiten Halbjahr bei weiterhin volatilen Aktienmärkten fort und weitet sich auf sämtliche geografische Regionen aus. Das glauben die Analysten der Genfer Privatbank Syz & CO, die allerdings trotz des skizzierten Szenarios einige ?Wachstumsinseln? sehen.

Notenbanken in der Zwickmühle

Einzig den Schwellenländern trauen die Syz-Analysten zu, ?sich relativ gut zu halten?, wenn eine allzu starke Teuerung und damit die Risiken sozialer Unruhen ausbleiben. Die Spielräume der Zentralbanken seien zwar durch den Höhenflug der Rohstoffpreise erheblich geschrumpft. Die Experten sehen allerdings Licht am Ende des Tunnels: Bei den Energiepreisen sei im Zuge des verlangsamten Wachstumstempos mit einer Stabilisierung zu rechnen, was auch einen Rückgang der Inflation erwarten ließe. Die EZB könne somit ihren Straffungskurs aufgeben und die Fed damit beginnen, ihre Geldpolitik zu normalisieren. Die Folge wäre eine steilere Zinskurve in Europa und ein gegenüber dem Euro aufwertender Dollar.

Die Aktienmärkte würden indes trotz des derzeit attraktiven Bewertungsniveaus nur profitieren, wenn sich der US-Immobilienmarkt stabilisiert und sich die Credit Spreads entspannen, so die Syz-Einschätzung. Es sei im zweiten Halbjahr weiterhin mit erhöhter Volatilität zu rechnen. Allerdings seien die Solidität der Unternehmen und ihre Fähigkeit, Cash-Flow zu erzeugen, deutlich höher als beispielsweise zu Beginn des Jahrzehnts. Insofern gäbe es keinen Grund für zu großen Pessimismus, auch wenn das derzeitige Umfeld für die Aktienmärkte nicht günstig sei.

Finanztitel weiterhin kritisch

Die Bank Syz & CO sieht gute Einstiegsmöglichkeiten beim US-Dollar und rät, Engagements bei zyklischen oder rohstoffbezogenen Währungen zurückzufahren. Finanztitel seien weiterhin kritisch zu bewerten, lediglich für Versicherer gelte dies nur mit Abstrichen, da sie weniger stark von notleidenden Hypothekendarlehen betroffen wären. Die Einstiegspreise erstklassiger Bankwerte beurteilen die Analysten allerdings als verlockend. Große Skepsis sei dort aber gegenüber Gesellschaften mit mittelmäßiger und geringer Kapitalisierung angebracht.

Die Genfer selbst werden in der zweiten Jahreshälfte verstärkt auf Alternative Investments setzen und die Cash-Quote in ihren Portfolios senken, so das Bankhaus. (hb)

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