Absolute Return: Spreu trennt sich vom Weizen

Auch die Frankfurter Fondsboutique Lupus Alpha hat erneut Absolute-Return-Fonds unter die Lupe genommen. Aktuelles Ergebnis ihrer halbjährlichen Erhebung: Die Zuflüsse steigen erstmals wieder, die Leistungsunterschiede der Angebote bleiben aber immens.

Ralf Lochmüller
Ralf Lochmüller

Erstmals nach dem Einbruch während der Finanzkrise stieg das verwaltete Vermögen im ersten Halbjahr 2010 wieder an, auf insgesamt 20,9 Milliarden Euro. Vor einem Jahr waren es 18,5 Milliarden Euro. Als Grund dafür sieht Lupus Alpha die Auflegung neuer Fonds und eine Volumens-stabilisierung bei bestehenden Produkten an.

Wegen der Finanzkrise und der zuletzt schwierigen Märkte sei die Performance der Fondskategorie im Schnitt weiter enttäuschend, es gäbe aber große Leistungsunterschiede, wie Ralf Lochmüller, Sprecher und Geschäftsführer von Lupus Alpha, feststellt: „Im ersten Halbjahr 2010 gab es eine starke Streuung der Rendite, die von plus 24,2 Prozent bis zu minus 16,7 Prozent reichte. Die durchschnittliche Performance lag bei 0,07 Prozent.“ Aktienmärkte wie der Euro Stoxx 50 lagen dagegen in diesem Zeitraum bei minus 11,13 Prozent.

Aufgrund des unterschiedlichen Rendite-Ausbeute sollte der Selektionsprozess durch Investoren deutlich zunehmen, empfiehlt Lochmüller. Die Fluktuation fällt bereits hoch aus: Im Zeitraum von Juni 2007 bis Juni 2010 wurden insgesamt 96 Fonds geschlossen, 172 Fonds neu aufgelegt. Zurzeit sind 308 Fonds im Angebot.

Den Lackmus-Test haben nicht alle bestanden

Untersucht wird die Drei-Jahres-Performance hierzulande angebotener Fonds auf Basis von Daten der Research-Agentur Lipper. Die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Wertentwicklung der Absolute Return-Produkte halten demnach noch immer an. Gegenüber dem Dreijahreszeitraum per Ende 2009 ist die jährliche Wertentwicklung im Schnitt per Ende Juni 2010 sogar noch von 0,57 Prozent auf minus 0,31 Prozent gesunken. Rund 50 Prozent der untersuchten Fonds erzielen dabei positive Renditen.

„Für Absolute Return-Fonds war die Finanzkrise ein echter Lackmustest, den nur ein Teil der Strategien bestanden hat“, analysiert Lochmüller. Auch andere Kennzahlen zeigen kein schönes Bild: So konnten nur 21 Prozent der Absolute Return-Fonds über drei Jahre eine positive Sharpe Ratio erzielen, um damit Kunden einen echten Mehrwert zu generieren. Die Sharpe Ratio misst die Überrendite gegenüber dem risikolosen Geldmarktzins, bereinigt um das eingegangene Risiko.

Für Lochmüller führt dennoch kein Weg an Absolute-Return-Produkten vorbei, wenn Investoren die hohen Schwankungen des Aktienmarktes vermeiden wollen. Aber auf die Auswahl kommt es an: „Die Leistung der verschiedenen Absolute Return-Fonds fällt so unterschiedlich aus wie ihre Strategien. Deshalb werden Investoren künftig genau hinschauen, welchem Konzept und welchem Manager sie ihr Geld anvertrauen. Es kommt auf das richtige Fonds-Picking an.“ Lupus Alpha selbst verwaltet drei Viertel ihrer Assets under Management in Absolute-Return-Strategien. (mr)

Foto: Lupus Alpha

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