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18. März 2010, 15:31
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Existenzielle Erden

von Dirk Müller

Zu den gefragtesten Rohstoffen haben sich in den letzten Jahren die sogenannten „seltenen Erden“  entwickelt. Es handelt sich um 17 besondere Metalle mit weitgehend unbekannten Namen wie Cer, Lanthan oder Neodym.

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Dirk Müller

So unbekannt diese Rohstoffe den meisten Menschen sind, so wichtig sind sie für die Hightech-Industrie. Kaum ein modernes Produkt wie Energiesparlampe, iPod oder Akku für Elektroautos kommt heute ohne aus.

Auch Glasproduzenten wie Schott oder Zeiss sind ohne seltene Erden (SE) nicht mehr arbeitsfähig. Die chemische Industrie braucht Cer dringend für Katalysatoren. Ein Experte der Uni Augsburg fasste es in den Satz zusammen: „Wenn der Nachschub an seltenen Erden ausbleibt, steht die Produktion der westlichen Industrie still.“

Es handelt sich also nicht mehr nur um seltene Erden, sondern um „existenzielle Erden“. Umso beunruhigender, dass China es in den letzten Jahren geschafft hat, sich 95 Prozent der weltweiten Produktion an zu sichern. Ohne den Willen und die Exporte Chinas geht nichts mehr. Wehe, wenn die chinesische Wirtschaft den 2012/2013 erwarteten Punkt der kritischen Masse erreicht hat. China wird dann sämtliche verfügbare Produktion für die eigene Bevölkerung benötigen. Einen kleinen Vorgeschmack gab es bereits 2009, als China begonnen hat, die Exporte in den Westen deutlich zu reduzieren und die Ausfuhr von bestimmten Elementen komplett zu verbieten. Laut eigenen Aussagen der Chinesen produzieren die eigenen Minen kaum genug SE für den stark steigenden chinesischen Eigenbedarf.

Die Gefahr, die sich aus dieser Entwicklung ergibt, ist gar nicht groß genug abzuschätzen und findet in den westlichen Medien und Politik praktisch keine Resonanz. Das Problem wird vollkommen unterschätzt. Dennoch beginnen die ersten, sich auf diese Zeit vorzubereiten. In den USA gab es seit Mitte der 90er-Jahre keine eigene nennenswerte SE-Produktion. In den kommenden Monaten will die Chevron-Tochter Molycorp die einzige große Mine der USA wieder in Betrieb nehmen. Weltweit gibt es einen ersten Run auf die SE-Minengesellschaften.

Wettlauf um die Lagerstätten hat begonnen

Steigende weltweite Nachfrage, insbesondere aus China. Quasi-monopolistische Produktion im Reich der Mitte mit der realistischen Gefahr eines Exportstopps. Diese Argumente führen zu einem Wettlauf um die Erschließung neuer SE-Minen in Regionen, die von China unabhängig sind um die Versorgung des Westens auch in Zukunft aufrecht zu erhalten. Bislang sind nur wenige interessante Player auf den internationalen Kurszetteln zu finden.

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3 Kommentare

  1. … und bei der aurea-Finanzgruppe in Siegen!

    Kommentar von J.Weist — 5. Juli 2011 @ 18:55

  2. es gibt sehr wohl die Möglichkeit, in physische Ware zu investieren- erkundigen sie sich bei Multi-Invest in Frankfurt.

    Kommentar von b.Walleczek — 3. Juni 2011 @ 12:32

  3. Da hat unser bekannter Dirk Müller einfach mal wieder recht!

    Kommentar von Onassis — 17. September 2010 @ 19:48

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