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22. Juni 2010, 17:00
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Hedgefonds: Alles geregelt mit UCITS III?

Viele alternativ verwaltete Fonds haben aufgrund von unzureichender Kontrolle und undurchsichtigen Strategien in der Krise ihre Anleger verunsichert. Das zentrale Thema zur Wiederherstellung des Anlegervertrauens ist seitdem die gesetzliche Regulierung.

Gastkommentar: Fabrice Cuchet,  Dexia Asset Management

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Fabrice Cuchet ist Global Head of Alternative Management bei Dexia Asset Management

Starker Hebeleinsatz, Transparenzmangel, Managementfehler, Liquiditätsprobleme: die Liste der Herausforderungen für die Hegdefonds-Industrie ist lang. Viele Fondsgesellschaften haben deshalb in den vergangenen Monaten Fonds auf den Markt gebracht, die dem bereits bewährten europäischen Regelwerk für Investmentfonds UCITS III unterliegen, dabei aber weiterhin auf alternative Anlagestrategien setzen. Insgesamt gibt es inzwischen etwa 500 dieser Fonds. Zusammen verwalten Sie derzeit ein Vermögen von rund 52 Milliarden Euro. Auch einen Namen hat man diesen Fonds bereits gegeben: Newcits.

Neu ist die Idee allerdings nicht. Anbieter wie Dexia Asset Management setzen seit gut 15 Jahren alternative Anlagestrategien in europäisch regulierten Investmentfonds um. Deshalb gibt es auch bereits gute Erfahrungswerte, was Anleger von diesen Fonds erwarten können. Zwei der wichtigsten Punkte seien hier genannt: Erstens liegt die mögliche Wertentwicklung eines UCITS-Fonds durchschnittlich etwa drei Prozentpunkte unter der Performance eines unregulierten Hedgefonds, der die gleiche Strategie anwendet. Dies liegt an den Kosten für die hohe Liquidität, die ein UCITS-Fonds dem Anleger bieten muss, damit dieser innerhalb kurzer Zeit über sein Kapital verfügen kann. Und zweitens investieren auch UCITS-regulierte Alternative-Fonds oftmals in komplizierte Finanzinstrumente, um ihre Anlagestrategien umzusetzen. Sie unterliegen dabei zwar klar geregelten Auflagen bezüglich Transparenz und Risikokontrolle, sind aber deshalb nicht automatisch frei von den Risiken komplexer Finanzinstrumente.

Alternativ gemanagte UCITS-Fonds sind also weder weniger komplex als Hedgefonds, noch sind sie in der Lage, jede Hegefonds-Strategie umzusetzen. Denn die Anforderungen an die kurzfristige Liquidität kostet nicht nur Rendite, sondern machen auch Hedgefonds-Strategien, die in relativ illiquide Asset investieren, unmöglich. Alternative UCITS-Fonds sind deshalb kein genereller Ersatz für Hedgefonds. Sie sollten vielmehr als eigene Fondskategorie gesehen werden, die risikobewussten Anlegern die Chance bieten, komplexe Investitionsstrategien in ihr Portfolio zu integrieren. Und das bei hoher Liquidität, unabhängiger Kontrolle und klaren Transparenz- und Risikomanagement-Auflagen. Eine Lösung für sämtliche Herausforderungen der Hedgefonds-Industrie sind Newcits aber nicht.

Foto: Dexia Asset Management

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