Rohstoffe: Warum der Höhenflug bei Gold, Silber & Co. anhält

Wesentlich interessanter sind in diesem Zusammenhang Unternehmen, die unmittelbar von der Notwendigkeit der Ertragssteigerung pro Anbaufläche profitieren, wie Landmaschinenhersteller oder Düngemittelproduzenten (Potash). Nachdem in den letzten zwei Jahrzehnten zahlreiche Projekte vernachlässigt und aufgrund der Wirtschaftskrise viele Investitionen zurückgestellt wurden, hat sich der Potash-Markt zum gegenwärtigen Zeitpunkt wieder deutlich belebt.

Kein Getreideboom ohne Düngemittel

Das äußerst günstige Preisniveau und die ausgedünnten Lagerbestände haben die Nachfrage anziehen lassen. Zuletzt kündigte Russland an, seine Getreideexporte in den kommenden fünf Jahren um 30 Prozent steigern zu wollen – hierfür braucht es Düngemittel. Dass der Sektor künftig weiter an Bedeutung gewinnt, haben auch die großen Rohstoffkonzerne erkannt. Sie sichern sich derzeit durch Übernahmen kleinerer Konkurrenten wichtige strategische Positionen.

Angesichts der globalen Energiefrage dürfte sich mittel- bis langfristig auch der Markt der erneuerbaren Energien als interessante Alternative entwickeln. Noch ist dieser Sektor ein Zuschussgeschäft, aber die Effizienz der Energiegewinnung aus den sogenannten Renewables wie Solar, Windkraft oder auch Biomasse wird sich weiter steigern. Denn maßgebliche Energieträger wie Öl und Kohle werden knapp, Ersatz wird dringend nötig. Die Zeiten billigen Öls sind definitiv vorbei. Die Erschließung neuer Ressourcen wird immer teurer, viele notwendige Offshore-Anlagen rentieren sich erst ab einem bestimmten Preisniveau. Die Öl-Nachfrage dürfte sich in diesem Jahr aufgrund des begrenzten Wirtschaftswachstums auch nur moderat erhöhen.

Als umweltschonender und günstiger Energielieferant erlebt Uran gerade eine Renaissance und ist kurz- bis mittelfristig sowohl für die etablierten als auch für die aufstrebenden Volkswirtschaften die einzige Alternative zu fossilen Brennstoffen – den sicheren Betrieb der Kernkraftwerke natürlich vorausgesetzt. Neue Uranvorkommen sind zwar in ausreichender Zahl vorhanden, bei dem aktuellen Uranpreis aber oft noch nicht wirtschaftlich abbaubar.

Viel Luft nach oben beim Uranpreis

Die Uranminen befinden sich deshalb seit geraumer Zeit im Produktionsdefizit, was bereits in der Vergangenheit zu einer Verneunfachung des Preises geführt hat. Mit der absehbar steigenden Nachfrage erscheint der aktuelle Uranpreis von rund 42 Dollar daher als deutlich zu niedrig. Allein in Asien sind 500 neue Kraftwerke geplant, rund 150 befinden sich bereits im Bau und benötigen künftig Uran für den Betrieb.

Auch wenn die Volatilität durchaus höher ist als bei traditionellen Anlagen, so darf eine Beimischung von Rohstoffen in einem gut strukturierten Portfolio nicht fehlen. Ein gewisses Polster an physischen Edelmetallen stellt eine sinnvolle Ergänzung dar.

Foto Werner Ullmann_ERA Resources

Über den Autor: Werner J. Ullmann ist Gründer der Vermögensverwaltung ERA Resources und Berater der Stabilitas-Rohstofffonds.

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