Schwellenlandanleihen immer solider

2011 soll ein gutes Jahr für Investoren Emerging-Market-Bonds werden. Experten sehen bei Staats- wie auch bei Unternehmensanleihen einiges Potenzial.

Statue Indo„Ein gut diversifizierter Korb aus Geldmarktinstrumenten von Schwellenländern dürfte besser abschneiden als Cash-Positionen in US-Dollar und Euro“, sagt etwa Uta Fehm, Schwellenmarkt-Anleihe-Expertin bei UBS Global Asset Management. Für Investoren gewinne Auswahl und Durationssteuerung an Bedeutung.

Die Kredit-Ratings werden sich nach Fehms Einschätzung weiter verbessern: „Wegen des guten Wirtschaftswachstums und der soliden Fundamentaldaten der Schwellenländer dürfte es mehr Upgrades als Downgrades beim Kredit-Rating von Schwellenländeranleihen geben.“

Schwellenland-Ratings im Aufwind

Eine UBS-Auswertung der Ausblicke von Fitch, Moody’s und Standard & Poor’s ergab, dass die Rating-Agenturen diese Annahme stützen. Für deutlich mehr als 80 Prozent der Fälle sehen die Agenturen einen positiven oder zumindest konstanten Rating-Verlauf vorher.

Größte Gefahr für diese Entwicklung ist eine anziehende Inflation. „Wesentlich dürfte der Inflationsverlauf in den Emerging Markets sein, da er die lokalen Renditen beeinflusst. Sollten zudem die Renditen bei den US-Treasuries oder den deutschen Bundesanleihen signifikant steigen, dürften die Preise für in Euro oder US-Dollar denominierte Unternehmens- und Staatsanleihen von Schwellenländern schwächer tendieren. In diesem Fall könnten Anleihen mit kürzerer Duration interessanter werden“, weiß Fehm.

Laut Fehm liege ein fairer Spread-Level für den EMBI Global Benchmark Index, in dem in US-Dollar denominierte Staatsanleihen und Anleihen halbstaatlicher Organisationen gelistet sind, bei etwa 240 bis 250 Basispunkten. Momentan beträgt der Spread-Level zwischen 280 und 300 Basispunkten.

Das stabile wirtschaftliche Umfeld und das anhaltend hohe Investoreninteresse sollten jedoch die Risikoaufschläge weiter reduzieren und zu Kursgewinnen führen, so Fehm: „Auch wenn die noch zu erwartenden Spread-Einengungen geringer sein sollten als im Jahr 2010, bieten sie doch einen attraktiven Zusatzertrag in einem Umfeld, in dem mit steigenden Zinsen zu rechnen ist.“ (mr)

Foto: Shutterstock

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