3. Juli 2012, 11:21
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Investoren loben Gipfelbeschlüsse

Die Beschlüsse des jüngsten EU-Gipfels zur umfassenden Bankenrettung haben die Börsenkurse nicht nur in Deutschland in die Höhe schießen lassen. Fondsmanager wie Matt Siddle, Manager des milliardenschweren Fidelity European Growth, sprechen von einem richtigen ersten Schritt.

Schuldenkrise

Matt Siddle, Fidelity

“Der EU-Gipfel Ende vergangener Woche war ein hilfreicher Schritt für das europäische Finanzsystem. Es gibt jedoch noch viel zu tun, bevor die Krise wirklich gelöst werden kann. Die Ankündigung, dass der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) Banken künftig unmittelbar unterstützen kann, hilft dabei, die direkte Verbindung zwischen Staatsschulden und den Problemen der lokalen Banken zu kappen”, meint Siddle. Das mildere die Angst der Märkte, der spanische und der italienische Staat könnten bei einer möglicherweise notwendigen Rettung der lokalen Bankensysteme in eine Abwärtsspirale geraten.

Auch die Ankündigung, dass die finanziellen Hilfen aus dem ESM keinen Vorrang vor anderen Gläubigern haben, fördert nach Meinung des Fondsmanagers das Vertrauen der Anleger. Denn sollte nun ein Schuldner ausfallen, würden die entsprechenden Verluste auf alle Schultern verteilt, statt wesentlich an privaten Investoren hängen zu bleiben.

Krisenpolitik zu langsam

Mit der Geschwindigkeit der europäischen Krisenpolitik zeigt sich Siddle unzufrieden: “Bevor die auf dem EU-Gipfel getroffenen Beschlüsse umgesetzt werden können, müssen jedoch noch viele Details geklärt werden. Hier kann es noch zu vielen Unstimmigkeiten kommen, die eine Umsetzung verzögern. Insbesondere, wenn die Reaktionen in Deutschland dazu führen, dass die Details beschwerlicher werden als zunächst vorgesehen. Der ESM wurde bereits Anfang 2011 angekündigt, der entsprechende Vertrag wurde im Juli vergangenen Jahres unterzeichnet. Aber erst jetzt, nach langwierigen Verhandlungen, beschließen die Parlamente vieler Staaten, dass der ESM auch wirklich starten kann.”

Zudem habe der EU-Gipfel in einer anderen zentralen Frage keine Fortschritte erzielt, sagt Siddle: “Die Wettbewerbsfähigkeit bestimmter Euro-Mitgliedsstaaten, die mit Rezession und steigenden Arbeitslosenzahlen kämpfen. Um die Krise wirklich zu beenden, muss dieses Problem gelöst werden. Genauso wie die Probleme der Staatsschulden und des kriselnden Bankensystems. Der Gipfel kann daher als hilfreicher Schritt für das europäische Finanzsystem gesehen werden. Aber er ist sicher nicht der Schritt, der Europa die ersehnte nachhaltige Erholung bringt.” (mr)

Foto: Fidelity

1 Kommentar

  1. Idiotie

    “Meistens sind die Führer keine Denker, sondern Männer der Tat. Sie haben wenig Scharfblick und könnten auch nicht anders sein, da der Scharfblick im allgemeinen zu Zweifel und Untätigkeit führt. Man findet sie namentlich unter den Nervösen, Reizbaren, Halbverrückten, die sich an der Grenze des Irrsinns befinden.”

    Gustave Le Bon (Psychologie der Massen)

    Im antiken Griechenland wurden solche Menschen, die zwischen öffentlichen und privaten Angelegenheiten nicht unterscheiden konnten und darum für ein öffentliches Amt ungeeignet waren, als „idiotes“ (wörtlich: Privatperson) bezeichnet. Nach dieser Definition sind alle, die bis heute die Natürliche Wirtschaftsordnung (freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus = echte Soziale Marktwirtschaft) nicht verstehen und diese einzige Möglichkeit des zivilisierten Zusammenlebens bis zum bevorstehenden, endgültigen Zusammenbruch der Weltwirtschaft (globale Liquiditätsfalle nach J. M. Keynes, klassisch: Armageddon) auch gar nicht erst verstehen wollen, Idioten im wahrsten Sinn des Wortes. Und so genannte „Spitzenpolitiker“, die alle denkbaren und undenkbaren „politischen Maßnahmen“ ausschöpfen, um die systemische Ungerechtigkeit der Zinsumverteilung von der Arbeit zum Besitz (Kapitalismus) – sowohl innerhalb der Nationalstaaten als auch zwischen den Staaten – solange wie irgend möglich aufrechtzuerhalten, haben keinen Grund zur Beschwerde, wenn man sie – korrekt – als „berufsmäßige Vollidioten“ bezeichnet.

    Die gegenwärtige Situation unserer „modernen Zivilisation“ ist also die, dass eine Masse von Idioten noch immer darauf hofft, von berufsmäßigen Vollidioten aus der „Finanzkrise“ (beginnende globale Liquiditätsfalle) gerettet zu werden.

    Kommentar von Stefan Wehmeier — 4. Juli 2012 @ 10:31

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