Renditegenuss ohne Reue

Das bedeutet, dass Anleger für ein marginal geringeres Risiko auf einen Großteil ihrer Rendite verzichten müssen. Auch die Analyse von Fonds mit europäischem Anlageuniversum führt zu vergleichbaren Resultaten. Dass es am richtigen Timing der Fondsmanager mangelt, zeigt der Vergleich mit Mischfonds, deren Aktienquote stets zwischen 40 und 60 Prozent liegt.

Absolute-Return-Fonds nach Ausbruch der Finanzkrise beerdigt

Deren Ergebnisse fallen deutlich besser aus: Der Maximum Draw Down reduzierte sich gegenüber Aktienfonds von minus 17,4 Prozent auf minus 9,4 Prozent, die Rendite stieg sogar von 17,7 Prozent auf 20,3 Prozent. Von Kritikern bereits vor Jahren wegen ihrer Erfolglosigkeit verurteilt, haben auch Ratingagenturen wie Morningstar die Gruppe der Absolute-Return-Fonds nach Ausbruch der Finanzkrise beerdigt und die Kategorie aus ihren Datenbanken gestrichen.

Die Anbieter indes haben nicht aufgegeben und erwarten nun ein großes Comeback. Zum Teil verzichten sie auf den vielversprechenden Namensteil, bei der britischen Fondsgesellschaft Barings etwa heißt die Strategie des jüngsten Allwetterfonds stattdessen „dynamischer Multi- Asset-Ansatz“.

Der Anspruch aber bleibt der gleiche: „Der Euro Dynamic Asset Allocation Fund wurde speziell für europäische Anleger konzipiert, die auf der Suche nach Wachstum sind, für die jedoch der Kapitalerhalt in volatilen Märkten ebenfalls eine hohe Priorität hat. Ein Multi-Asset-Ansatz hat sich in diesen Phasen, wo Märkte volatil sind und das breite wirtschaftliche Umfeld noch unsicher ist, als kluge Anlagestrategie erwiesen. Die anderen Multi-Asset-Produkte von Barings konnten bisher erfolgreich Wachstumschancen nutzen und die Volatilität steuern, und auch für diesen neuen Fonds in der Reihe sind unsere Erwartungen hoch“, wirbt Barings-Fondsmanager Christopher Mahon.

Breite Diversifikation fundamental

Bereits seit 2011 bietet Standard Life Investments seine Absolute-Return- Strategie Gars auch deutschen Privatkunden an. Das 2006 erstmals lancierte Fondskonzept verfügt über mehr als 3,5 Milliarden Euro Vermögen. Fondsmanager Guy Stern will mit einer besonders breiten Spanne von Strategien punkten.

Wichtig ist ihm, dass seine Investments möglichst wenig miteinander korreliert sind und so eine breite Diversifikation gewährleisten: „Wegen der konjunkturellen Erholung und einem soliden Wachstum der Einnahmen fügten wir im Januar ein Exposure in chinesischen Aktien hinzu. Zudem favorisieren wir fiskalpolitisch begünstigte und ressourcenbasierte Volkswirtschaften wie Mexiko.“

Ansonsten setzt Stern auf Kredittitel, globale Immobilienwerte und hochrentierliche europäische Aktien. Damit nicht genug: „Darüber hinaus sind wir darauf aus, Missverhältnisse in Schwellenmärkten auszunutzen – beispielsweise glauben wir, dass die Indische Rupie gegenüber dem Singapur-Dollar unterbewertet bleiben wird.“ Rund elf Prozent Rendite lieferte Sterns bunter Strategiemix seit Januar 2011 ab.

Auch Tungsten Capital Management hat die Gunst der Stunde erkannt und unlängst bereits ihr viertes Jederzeit-Rendite- Portfolio aufgelegt. Gemeinsam mit der ebenfalls in Frankfurt ansässigen Fondsgesellschaft Universal-Investment brachte sie den Tungsten Paragon UI auf den deutschen Markt. Der Fonds folgt Trends an den Börsen, soll aber im Gegensatz zu seinen Wettbewerbern besonders von stagnierenden Märkten profitieren können.

Absolute-Return- Fonds sollen gerade unsichere Anleger überzeugen

„Die Aktienmärkte befinden sich nur zu etwa einem Drittel der Zeit in einem Auf- oder Abwärtstrend. In den Seitwärtsphasen erzeugen gängige Trendfolger regelmäßig falsche und kostspielige Einstiegssignale“, meint Fondsmanager Tarek Saffaf.

Seine selbstentwickelte Optionsstrategie soll das besser machen und eine jährliche Rendite von sechs bis acht Prozent erzielen. Für die notwendige Sicherheit beim Derivateeinsatz soll ein aufwändiges Risikomanagement sorgen, wie der Fondsmanager erklärt. Denn Absolute-Return- Fonds sollen gerade unsichere Anleger überzeugen. Dass die Zeit dafür günstig zu sein scheint, ist insbesondere der aggressiven Politik der Notenbanken zu verdanken.

Selbst Experten zweifeln an der nachhaltigen Wirkung: „Rechtfertigt die Abwesenheit von Katastrophen eine veritable Aktienhausse? Die Musik spielt an den Märkten weiter, und keiner weiß, wann Investoren anfangen werden, fundamentale Faktoren stärker in den Vordergrund zu rücken“, fragt etwa die Ratingagentur Morningstar angesichts immer neuer Rekordstände an den Börsen.

Etablierte Fonds standfester

Absolute-Return-Fonds haben nachgewiesen, dass sie die Gefahr heftiger Rückschläge im Depot senken können. Doch Untersuchungen zeigen auch, dass die Qualität der Allwetter-Angebote weit auseinander geht.

Ein wichtiges Ergebnis für die richtige Auswahl: Je länger der Track Record der Offerten ausfällt, desto mehr sind die Fondsmanager in der Lage, unabhängig vom Marktumfeld zu performen. (mr)

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