Anzeige
23. Oktober 2013, 10:55
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Fidelity: Spanien auf Wachstumspfad

Gegen Ende des Jahres werden die Ratingagenturen Spaniens Ausblick neubewerten und als stabil einschätzen. Das prognostiziert Tristan Cooper, Analyst für Staatsanleihen bei Fidelity Worldwide Investment.

Fidelity“Denn die neuesten Daten deuten darauf hin, dass das Land bereits im dritten Quartal zurück auf den Wachstumspfad gefunden hat. Die Haushaltsziele sind erreichbar. Auch vor der geplanten Bilanzprüfung der europäischen Kreditinstitute durch die Europäische Zentralbank EZB, der Asset Quality Review, müssen sich die spanischen Banken nicht fürchten”, so Cooper.

Wirtschaft wächst im dritten und vierten Quartal

Nach Ansicht des Experten wird Spaniens Bruttoinlandsprodukt im dritten und vierten Quartal wieder real wachsen. Cooper: “Damit könnte die Talsohle durchschritten sein und es gibt wieder Anlass für Optimismus. Durch steigende Exporte hat das Land sein Leistungsbilanzdefizit in einen Überschuss verwandelt.” Hinzu komme eine starke Tourismus-Saison, die ebenfalls zum derzeit positiven Erscheinungsbild beigetragen habe. Sollte sich die wirtschaftliche Erholung fortsetzen, könne Spanien auch seine Haushaltsziele für die Jahre 2013 und 2014 erreichen. Vor diesem Hintergrund erwartet Cooper eine Stabilisierung der negativen Ausblicke für Spaniens Ratings gegen Ende des Jahres. Das Auslaufen der ESM-Fazilität, also des Rettungsschirms durch den Europäischen Stabilitätsmechanismus für Spaniens Banken gegen Jahresende könnten die Ratingagenturen zum Anlass für Neueinschätzungen nehmen, so der Fidelity-Analyst.

Bankensektor und Arbeitsmarkt stimmen optimsitisch

Spaniens Banken stehen laut dem Fidelity-Experten inzwischen sehr viel gesünder da als ihre Wettbewerber in anderen Euro-Peripherieländern. Cooper: “Von der bevorstehenden EZB Asset Quality Review – in Deutschland gern Banken-TÜV genannt und nicht mit den kurzlebigeren Stresstests zu verwechseln – brauchen die Institute daher nichts zu befürchten.” Auch der Arbeitsmarkt sei positiv zu beurteilen: “Die erste Welle der Arbeitsmarktreformen hat bereits zu strukturellen Veränderungen geführt, durch die die spanische Wirtschaft nun auch bei wenig Wachstum mehr Jobs schaffen kann. Der deutliche Rückgang der Lohnstückkosten wurde bislang hauptsächlich durch Entlassungen erreicht, aber seit kurzem steht auch das Lohnniveau zur Disposition. Zudem stehen weitere Arbeitsmarktreformen ganz oben auf der politischen Agenda.”

Erhebliche Herausforderungen sieht Cooper allerdings auch: “Dazu zählen der Schuldenabbau im Privatsektor, sinkende Immobilienpreise und nicht zuletzt die für Arbeitgeber positiven fallenden Löhne. Sie belasten auf der anderen Seite die Inlandsnachfrage, wodurch die spanische Wirtschaft stark von der Auslandsnachfrage abhängig ist.” Politische Unruhe in Portugal, Italien und Griechenland könnte die spanische Wirtschaft ebenfalls negativ beeinflussen.

Coopers Fazit lautet: “Die spanische Wirtschaft erholt sich langsam und die Regierung dürfte ihre Haushaltsziele erreichen. Das macht es unwahrscheinlich, dass Spaniens Rating auf Junk-Status herabgestuft wird – sofern es zu keinen unvorhersehbaren Schocks kommt. Die Ratingagenturen werden im Gegenteil zunehmend unter Druck stehen, ihre Bonitätsnoten zu stabilisieren oder zumindest negative Rating-Ausblicke zu neutralisieren.” (mr)

Foto: Shutterstock

 

 

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...