BNPP: Weltweite Konjunkturstütze

Nicht nur die Notenbanken der Industriestaaten fluten die Kapitalmärkte, um ihre Konjunktur zu stützen. Inzwischen werden weltweit geldpolitische Anreize eingesetzt. Auch Länder wie Australien und Indien senken ihre Leitzinsen.

Nicht wenige Experten von Banken und Fondsgesellschaften halten diese Hilfsmaßnahmen für sinnvoll: „In Anbetracht des Rückgangs des Bip-Wachstums sowie der Leistung der Sektoren Industrie und Dienstleistung in Indien war eine Senkung der Leitzinsen sinnvoll. Allerdings ist die Inflation weiterhin hoch. Die indische Zentralbank betonte einmal mehr, dass das derzeitige BIP-Wachstum und die Inflationsdynamik nicht viel Spielraum für weitere gelpolitische Lockerungen lassen“, erklärt zum Beispiel Joost van Leenders, der sich beim französischen Asset Manager BNP Paribas um die Bereiche Asset Allocation und Anlagestrategie kümmert.

Schlechte Zahlen? Schleusen auf!

Auch die Reserve Bank of Australia hat ihre Leitzinsen in diesem Jahr gesenkt und führte damit ihre im Oktober 2011 begonnene geldpolitischen Lockerungspolitik fort. „Die Inflationsaussichten, die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums und die Stärke des australischen Dollars müssten der Notenbank den Spielraum für weitere Lockerungsmaßnahmen geben. Die Abkühlung des chinesischen Wirtschaftswachstums setzt dem Bergbauboom in Australien ein Ende. Hinzu kommt, dass die Arbeitslosenquote seit 2011 ansteigt.“

Ein Anstieg des australischen Dollar verbessert zwar das Verhältnis zwischen Export- und Importpreisen, belastet aber die Wettbewerbsfähigkeit der australischen Industrie. „Australien bietet daher auch etwas höhere Zinsen als andere Industriestaaten, um einen Teil seines hartnäckigen Leistungsbilanzdefizits zu finanzieren“, so Leenders. (mr)

 Foto: Shutterstock

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