Lässige Fed: Mehr Geld für die Finanzmärkte

Keith Wade, Chefvolkswirt des britischen Vermögensverwalters Schroders kommentiert die jüngste Entscheidung des Federal Open Market Comittee der amerikanischen Notenbank und dessen weiterhin lockeren geldpolitischen Kurs.

Keith Wade, Schroders, rechnet mit sinkenden Arbeitslosenzahlen in den USA.

Im Großen und Ganzen bleibt die Fed bei ihrem verhältnismäßig zaghaften Wirtschaftsausblick. Janet Yellen scheint sich nicht sonderlich um die übermäßige Risikobereitschaft der Anleger zu sorgen. Der US-Aktienmarkt läge im Rahmen seiner historischen Durchschnittswerte, hieß es – die Anleger jubeln.

Wir sehen die Dinge etwas anders. So wird unserer Meinung nach der Arbeitsmarkt schneller anziehen, als es die Notenbank derzeit antizipiert. Die Arbeitslosenquote liegt aktuell bei 6,3 Prozent. Wir gehen davon aus, dass sie bis zum Jahresende auf unter sechs Prozent fällt.

Druck auf die Lohnkosten in den USA steigt

Für 2015 erwarten wir einen weiteren Beschäftigungsanstieg und damit Druck auf die Lohnkosten. Bis zum Jahresende 2015 rechnen wir sogar mit einer Arbeitslosenquote von nur noch 5,2 Prozent aus.

Wir sind außerdem verwundert, dass auch der jüngste Anstieg der Verbraucherpreisinflation, der ziemlich sicher zu einen Anstieg der persönlichen Konsumausgaben Ende Juni führen wird, der Fed keine Sorgen zu bereiten scheint.

Aggressiverer Kurs nicht vor September

Wir gehen zwar nach wie vor von einem etwas aggressiveren Kurs der amerikanischen Notenbank aus, erwarten diesen aber nicht vor dem September-Treffen. In der Zwischenzeit verspricht Yellen den Märkten reichlich Liquidität und pumpt in bester Tradition wie auch ihre Vorgänge Greenspan und Bernanke weiter Geld in die Finanzmärkte.

Foto: Schroders

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