30. Januar 2014, 13:00
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“Weder Falke, noch Taube”

Dr. Oliver Schlick, Chief Investment Officer der Bayern Invest, zum Amtsantritt von Janet Yellen als US-Notenbank Chefin.

OliverSchlick MG 6072-A4 in Weder Falke, noch Taube

Oliver Schlick, Bayern Invest, glaubt an einen moderaten Kurs der neuen Fed-Chefin Janet Yellen.

Die Märkte hatten die Nominierung von Janet Yellen euphorisch aufgenommen, weil sie darin ein Indiz für die Fortführung der expansiven Geldpolitik sahen. Abgeleitet wurde diese Einschätzung vor allem daraus, dass Janet Yellen die derzeitige Geldpolitik als enge Vertraute von Ben Bernanke maßgeblich mitbestimmt hatte.

Diese Interpretation ist zu einseitig ist, da sie sowohl wesentliche Punkte aus der Vita Yellens unterschlägt, als auch die offensichtlich vorhandene Affinität Yellens zur Regelbindung ignoriert. So ist bekannt, dass Yellen Mitte der 90er Jahre Alan Greenspan explizit vor beginnender Inflationsgefahr gewarnt hatte.

Ihre Vorliebe für regelgebundenes Handeln spricht zudem für ein an klaren Kriterien und weniger an Vorlieben ausgerichtetes Handeln – und damit eben auch für eine im Zweifelsfall-restriktive Geldpolitik, sofern diese angezeigt sein sollte.

Nicht nur volkswirtschaftliche Faktoren im Mittelpunkt

Was die kurz- bis mittelfristigen Erwartungen bezogen auf Yellens Geldpolitik anbelangt, steht derzeit der Arbeitsmarkt, der für Yellen nicht nur volkswirtschaftliche Kerngröße, sondern auch ein sozialpolitisch wichtiges Aggregat ist, im Mittelpunkt.

Derzeit scheint die Arbeitslosenquote schneller zu sinken, als dies die FED wohl erwartet hat. Die magische Größe von 6,5 Prozent, bei welcher ein Ende der expansiven Geldpolitik zu erwarten sein könnte, ist zum Greifen nahe.

US-Wirtschaft eventuell nicht so stark wie vermutet

Allerdings ist der starke Rückgang der Arbeitslosenquote zum Teil auch auf den Verfall der Partizipationsrate zurückzuführen. Dies heißt, dass die US-Wirtschaft eventuell nicht so stark ist, wie die Arbeitslosenquote vermuten lässt. Nicht von ungefähr beginnen einige FED-Direktoren die Lohnentwicklung als Zeichen für Arbeitsmarktanspannung stärker in den Fokus zu nehmen.

Bayern Invest beobachtet dies auch, analysiert jedoch auch den Stellenaufbau sowie das Wachstum des Stellenaufbaus. Aus Sicht der Bayern Invest wäre es in der Tat zu früh, bereits jetzt mit restriktiver Geldpolitik zu beginnen.

Insofern wird es von großer Bedeutung sein, welche Orientierung (‚guidance‘) Yellen dem Markt für die Zukunft geben wird. Diese müsste sehr ausführlich ausfallen, vor allem dann, wenn die Geldpolitik nach Durchstoßen der 6,5-Prozent-Marke lediglich weniger expansiv wird.

Foto: Bayern Invest

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