Anzeige
Anzeige
20. April 2015, 08:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Axa IM: Liquiditätsrisiko von Corporate Bonds unterschätzt

Die Banken ziehen sich aus dem Handel mit Anleihen privater Schuldner immer mehr zurück. Solange neue, innovative Handelsplattformen diese Lücke noch nicht gefüllt haben, wird das Liquiditätsrisiko laut Axa Investment Managers (Axa IM) in diesem speziellen Segment nicht ausreichend bezahlt.

Banken in Axa IM: Liquiditätsrisiko von Corporate Bonds unterschätzt

Rückzug der Banken aus dem Handel mit Unternehmensanleihen sorgt für Liquiditätsrisiken.

In den vergangenen Jahren sind immer mehr private Schuldner mit immer höheren Emissionsvolumina an den Kapitalmarkt gekommen. Doch parallel dazu haben sich viele Banken aus dem Handel mit Unternehmensanleihen zurückgezogen. Grund dafür ist die vergleichsweise hohe Unterbewertung von Liquiditätsrisiken im 2. Quartal 2014. Die wurde zwar inzwischen teilweise korrigiert, liegt aber noch immer unter dem historischen Durchschnitt.

Banken unter Regulierungsdruck

Darauf weist Gregory Venizelos, Anlageexperte von Axa IM hin. “Die Banken stehen unter unvermindertem Regulierungsdruck. Sie müssen ihre Bilanzen in Ordnung bringen und Risiken abbauen”, erklärt Venizelos in einem aktuellen Researchpapier. “Das wirkt sich auf ihren Wertpapierhandel und die Möglichkeiten für ein Market-Making aus.”

Zinsorientierte Anleger im Allgemeinen und Investoren, die sich auf Unternehmensanleihen im Besonderen fokussiert haben, sollten diese Entwicklung im Auge behalten. Denn die Kreditmärkte bekämen dadurch mehr und mehr die Merkmale eines typischen OTC-Handels zu spüren.

Unkontrollierte Preissprünge

“Vor allem in Phasen, in denen die Anleger in sichere Häfen flüchten und Risiken in ihrem Portfolio abbauen, kann es zu unkontrollierten Preissprüngen kommen, die unabhängig sind von der Qualität einzelner Papiere”, fürchtet der Experte. “Denn der professionelle Handel ist in dieser Situation kaum mehr in der Lage, größere Bestände, die an den Markt kommen, aufzunehmen.”

US-Bestand stark geschrumpft

Den Kräftewandel am Markt belegen Zahlen unter anderem von Bloomberg und der US-Notenbank in New York, die Axa IM ausgewertet hat. Danach halten Händler in den USA nur noch ein Fünftel der Anleihebestände von 2007. Gleichzeitig habe sich das Emissionsvolumen seitdem mehr als verdoppelt.

Schnellerer Umschlag durch professionellen Handel

“Die Schere zwischen den stark gewachsenen Kreditmärkten auf der einen Seite und dem Rückzug des professionellen Handels auf der anderen Seite ist jedoch teilweise durch eine Reihe von Faktoren kompensiert worden”, sagt Venizelos. Dazu gehörten stärkere Aktivitäten am Primärmarkt und ein schnellerer Umschlag von Beständen durch den professionellen Handel. Der bekomme dabei Unterstützung vom Voranschreiten elektronischer Handelsplattformen, die den Handel beschleunigen und dafür sorgen sollen, dass laufend marktgerechte An- und Verkaufkurse festgestellt werden.

“Teilweise ist allerdings die entscheidende Einschränkung in diesem Zusammenhang”, so der Axa-Experte, “denn keiner dieser Faktoren kann für sich genommen die Liquidität eines gut organisierten, professionellen Handels ersetzen – vor allem dann nicht, wenn institutionelle Investoren einen “Exit” bei Unternehmensanleihen suchen und größere Bestände auf den Markt werfen.”

Weiter lesen: 1 2

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 10/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebliche Krankenversicherung - Mobile Asset Fonds - Immobilienpreise - Nachfolgeplanung

Ab dem 14. September im Handel.

 

Rendite+ 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Ferienimmobilien - Niedrigzinsen - Preisrallye Gewerbeimmobilien - Immobilienkredite

Versicherungen

Clark, Knip und Co.: Finanztest untersucht digitale Versicherungsmakler

Das Verbrauchermagazin Finanztest hat in seiner aktuelle Ausgabe sieben Versicherungsmakler-Apps analysiert. Einen überzeugenden Testsieger gibt es demnach nicht. Die beste Gesamtbewertung “gut” erhielten nur zwei Anbieter. Die Tester sehen vor allem Probleme bei Datenschutz, AGB und Beratungsqualität.

mehr ...

Immobilien

Hausbau: Mit oder ohne Keller?

Beim Hausbau gilt es oft, auf die Einhaltung des Budgets zu achten. Das Weglassen des Kellers kann die Kosten um einiges senken. Doch ist dies auch ratsam und wie beeinflusst es den Wert der Immobilie? Baufi24 zählt die Vor- und Nachteile dieser Entscheidung auf.

mehr ...

Investmentfonds

Fed-Entscheid birgt Sprengstoff

Der Fed-Zinsentscheid am 20. September steht bevor. Marktteilnehmer sind sich einig, dass die amerikanische Zentralbank den Leitzins in den kommenden Monaten weiter anheben wird. Uneinigkeit besteht darüber, in welchen Schritten und wie stark. Cash. hat die Meinungen von zwei Kapitalmarktstrategen und einem Kapitalmarktanalyst zusammengefasst.

mehr ...

Berater

Wefox mit neuem CEO

Tasos Chatzimichailidis (53) ist ab sofort neuer CEO des Insurtechs Wefox. Er folgt auf Julian Teicke, der als CEO in die Wefox-Holding gewechselt ist.

mehr ...

Sachwertanlagen

Showdown auf der Hauptversammlung: Versinkt Marenave im Chaos?

Die ordentliche Hauptversammlung der Marenave Schiffahrts AG hat beschlossen, die von Vorstand und Aufsichtsrat vorgeschlagene ordentliche Kapitalherabsetzung zu vertagen. Das hat dramatische Folgen.

mehr ...

Recht

Pflichtteilsverzicht: So wird die Abfindung besteuert

Verzichtet ein gesetzlicher Erbe auf seinen Pflichtteilsanspruch und erhält dafür eine Abfindung von anderen Erben, richtet sich die Besteuerung der Abfindung – abweichend von der bisherigen Rechtsprechung – nach der zwischen den Erben maßgebenden Steuerklasse. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden.

mehr ...