Anzeige
12. Mai 2015, 08:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Dirk Müller: “Der Zins ist faktisch ausgeschaltet”

Dirk Müller zählt zu den bekanntesten Börsenexperten Deutschlands. Cash. traf ihn auf dem Frankfurter Parkett und befragte ihn zur Entwicklung des Aktienmarktes, der richtigen Strategie für Anleger und zum ersten eigenen Fonds.

Dirk Müller

“Wenn der Zins weg ist, habe ich keinen Kompass mehr, der mir sagt, was riskant ist und was nicht.”

Cash.: Die EZB pumpt Milliarden in die Märkte, die Kurse steigen. Paradiesische Zeiten für Anleger, oder?

Müller: Für die Aktienmärkte hat es nur einen kurzfristigen positiven Effekt. Grundsätzlich ist dadurch aber eine Situation entstanden, die von den meisten Marktteilnehmern gar nicht wahrgenommen wird. Wir haben rund um den Globus faktisch den Zins ausgeschaltet. Dabei hat der Zins als Risikoparameter eine wichtige Aufgabe in unserem Finanzsystem. Es ist der wichtigste Kompass unserer Finanzmärkte und unserer Wirtschaft, um Risiken abschätzen zu können. Kaum ein Investor ist in der Lage, diese allein einzuschätzen.

Wenn der Zins weg ist, habe ich keinen Kompass mehr, der mir sagt, was riskant ist und was nicht. Das führt dazu, dass wir seitens der Investoren extreme Fehlallokationen bekommen. Wir haben beispielsweise die Situation, dass eine zehnjährige italienische Staatsanleihe derzeit für 1,15 Prozent Rendite zu haben ist, eine zehnjährige US-Anleihe dagegen für 2,15 Prozent. Das heißt, ich habe einen fast doppelt so hohen Zinssatz bei amerikanischen zehnjährigen Anleihen wie bei italienischen. Und dennoch liegen dazwischen sechs bis sieben Risikostufen, aber in die andere Richtung. Dreißig Jahre Italien sind momentan weniger rentierlich als zehn Jahre US, das ist ein völliger Irrsinn.

Seite zwei: “Das ist natürlich ein Wahnsinn”

Weiter lesen: 1 2

1 Kommentar

  1. Wer den Verlauf betrachtet und die Zinspolitick würde schnell erkennen dass hiermit nur eine Verschuldung der Arbeitenbevölkerung bzw. der vernichtung von Rücklagen deren verursacht werden soll . Geld ist nur noch ein Mittel um das Gwwinne privatisiert werden und Verluste Sozialiesiert werden dies wird in naher Zukunft zur Verarmung der Bevölkerung führen dies wird aber wieder die Allgemeinheit zu finanzieren haben in Form von Sozialhilfe , Rentenstützung usw. Leider wird das nicht die Gruppe zu tragen haben die dies unterstützt durch Politische Genehmigungen in unterschiedlichen Berreichen aber solange es uns optisch gut geht z.B 3 mal Urlaub , günstige Baukredite die vor Jahren nicht möglich gewesen währen (=lebenslange Verschuldung !) usw ist die Bevökerung zufrieden wehe wenn diese Blase platzt dann werden die milionäre im Ausland sein und wir werden dies alles der Politick angreden wobei die wo dies verursacht haben Ihre Pensionen bekommen oder aber in einem Vorstand tätig sind und immer noch gut leben können . Es wird Zeit dass wir die Bevölkerung aufwachen und über den Zaun schauen. Sonst sind wir das nächste Grichenland nur uns wird keiner helfen .

    Kommentar von Inseider — 14. Mai 2015 @ 05:36

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 8/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Durchstarter Indien – Führungskräfte absichern – Bausparen – US-Immobilien


Ab dem 20. Juli im Handel.

Cash. 7/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

US-Aktien – Unfallpolicen – Altersvorsorge – Ferienimmobilien

+ Heft im Heft: Cash.Special Vermögensverwaltende Fonds

Versicherungen

Policen im Fondsmantel: Experten streiten um Transparenz und Renditechancen

Die Versicherer setzen immer stärker auf Angebote, die in einem Fondsmantel daherkommen oder eine Index-Partizipation vorsehen. Marktexperten monieren allerdings, dass Indexpolicen nicht hinreichend transparent seien.

mehr ...

Immobilien

EZB-Chef sorgt mit Aussagen für Überraschung am Markt

Die EZB hält vorerst an expansiver Geldpolitik fest, gibt jedoch vorsichtige Hinweise hinsichtlich Kurswechsel. Zuvor hatte EZB-Chef Mario Draghi für Unruhe am Markt gesorgt.

mehr ...

Investmentfonds

Multi-Asset-Auswahl: Sieben goldene Regeln

Seit der Finanzkrise ist die Nachfrage nach Multi-Asset-Produkten rasant gestiegen. Angesichts hunderter Strategien stellt der Auswahlprozess für Anleger und Vermögensverwalter ein Problem dar. Zwar verfolgt jeder Anleger unterschiedliche Ziele – doch es gibt gemeinsame Nenner. 

mehr ...

Berater

Führung im digitalen Vertrieb: Die fünf wichtigsten To-dos

Die Digitalisierung bietet große Chancen für den Versicherungsvertrieb und die Weiterentwicklung von Kundenbeziehungen. Führung und Vertrieb müssen eng zusammenarbeiten, um das Beste aus Online- und Offline-Welt miteinander zu verbinden. Das sind Ihre fünf wichtigsten To-dos.

mehr ...

Sachwertanlagen

Beluga-Prozess nähert sich dem Ende

Im Strafprozess um den Niedergang der Bremer Schwergutreederei Beluga hat das Landgericht Bremen nach über 50 Verhandlungstagen erstmals seine Vorstellungen zum möglichen Strafrahmen für die vier Angeklagten vorgelegt.

mehr ...

Recht

Vererben: Die häufigsten Fehler im Testament

Durch ein Testament kann der Erblasser von der gesetzlichen Erbfolge abweichen sowie Streitigkeiten unter den Erben vermeiden. Werden beim Verfassen und Aufbewahren von Testamenten jedoch scheinbar kleine Fehler gemacht, können diese oft weitreichende Folgen haben.

mehr ...