Anzeige
Anzeige
19. Oktober 2015, 10:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Fidelity: Gute Gründe für europäische Unternehmensanleihen guter Bonität

Ungeachtet der jüngsten hohen Volatilität sind die Fundamentaldaten nach Meinung von David Simner, Portfoliomanager bei Fidelity Worldwide Investment, sowohl für die Wirtschaft der Eurozone als auch für europäische Unternehmen solide.

Simner-David-Fidelity in Fidelity: Gute Gründe für europäische Unternehmensanleihen guter Bonität

David Simner, Fidelity, erklärt, warum Europs Corporate Bonds ein Kauf sind.

Das Wachstum ist beständig und bessert sich, die finanzielle Kapitalausstattung stimmt, und die Unternehmensbilanzen sind stabil. Zusammen mit der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) trägt das zu positiven Aussichten für europäische Investment-Grade-Anleihen bei. Die folgenden Gründe sprechen laut Simner aktuell für diese Anlageklasse:

1. Die Umstrukturierung der globalen Wirtschaft ist positiv für Europa

Die führenden Volkswirtschaften haben auf die globale Finanzkrise unterschiedlich reagiert. Während die USA das Haushaltsdefizit erweiterten, um die Entschuldung des Privatsektors zu erleichtern, verfolgte die Eurozone einen strengeren Ansatz, bei dem die Haushaltsdefizite reduziert wurden. China wiederum finanzierte ein größeres Investitionsprogramm durch erhöhte Verschuldung und niedrige Realzinsen. Doch die globalen Märkte erleben momentan ein Rebalancing, was als negative weltweite Nachfrage interpretiert wird. Tatsächlich haben die Länder profitiert, die eher Verbraucher sind als Produzent – unter anderem wegen der fallenden Rohstoffpreise oder niedrigen Inflationsraten.

2. EZB dürfte lockere Geldpolitik beibehalten

Die Inflations- und Wachstumsaussichten wurden zuletzt nach unten revidiert, was die Wirksamkeit des Quantitative Easing-Programms der EZB in Frage stellt. Ich gehe davon aus, dass die EZB ihre lockere Geldpolitik auch über den September 2016 hinaus beibehalten wird. Entsprechende Andeutungen machte EZB-Präsident Mario Draghi im September auf einer Pressekonferenz. Auch das spricht für europäische Investment-Grade-Anleihen.

3. Verknappung von Staatsanleihen verleiht Unternehmensanleihen Auftrieb

Interessanterweise ist die Geldpolitik der EZB ganz anders verlaufen als in den USA und in Großbritannien. Die Haushaltsdefizite in der Eurozone sind geschrumpft oder zumindest nicht so stark gewachsen, seit die EZB Staatsanleihen kauft. Dies steht im Gegensatz zu Großbritannien und den USA, wo das Quantitative Easing mit höheren Staatsausgaben einherging, um Banken und Verbraucher zu schützen. Folglich ist die Netto-Emission von Staatsanleihen in der Eurozone negativ. Das treibt die Investoren in höher verzinsliche und höherwertige Unternehmensanleihen.

4. Zuflüsse sollten wieder wachsen

Von Anfang 2014 bis April 2015 sind fast 22 Milliarden Dollar in europäische Unternehmensanleihen bester Bonität geflossen. Ein Anstieg der Renditen von Bundesanleihen hat diesen Trend gestoppt, die Anlageklasse erlebte in den vergangenen vier Monaten kräftige Abflüsse. Doch die Investoren haben das Geld nicht in andere Anleihesegmente oder gar Aktien gesteckt, sondern nur geparkt. Angesichts der negativen Zinssätze für Bankeinlagen sollten die Zuflüsse also bald wieder steigen.

5. Wertbeitrag hat sich verbessert

Der Wertbeitrag hat sich mit der jüngsten Volatilität deutlich verbessert. Die Spreads von Corporate Bonds befinden sich jetzt auf einem Zwei-Jahreshoch mit Renditen von über 1,5 Prozent. Das macht Investment-Grade-Anleihen attraktiver als andere hochwertige Alternativen wie Bankeinlagen oder Staatsanleihen.

6. Die Duration ist von Bedeutung

Der Ausverkauf der Staatsanleihen im Frühling sollte eine ständige Warnung sein, wie wichtig die Duration ist. Die Divergenz zwischen US-Treasuries und Bundesanleihen bleibt noch eine Weile erhalten, da sich die Volkswirtschaften in unterschiedlichen Phasen des Konjunkturzyklus befinden. Wir sehen kleine kurzfristige Katalysatoren für Bundesanleihen, um aus diesem Bereich auszubrechen.

7. Streuung schafft Gelegenheiten

Wir betrachten die jüngste Volatilität als eine Chance. Wir halten vier Themen für aussichtsreich. Zum einen werden wir in Unternehmen mit positiven Rating-Trends investieren. Zum anderen kaufen wir Titel mit hohen Kupons, um die Volatilität abzufedern. Auf Sektorenebene bevorzugen wir Finanztitel, da sie weiterhin Kapital aufbauen und ihre Bilanzen stützen. Unser viertes Thema sind Währungen. Attraktiv sind beispielsweise höhere Spreads auf Papiere europäischer Unternehmen, die in Dollar oder britischem Pfund begeben werden.

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 12/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Reform der Betriebsrente – VV-Fonds – Crowdinvesting – Maklerpools

Ab dem 23. November im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

Kunden, Daten, Vertriebsstärke – unterschätzen Sie Amazon nicht

Wenn Amazon in den Versicherungsmarkt einsteigt, wird es ihn nicht umkrempeln. Unterschätzen sollten die Markteilnehmer den Online-Versandhändler dennoch nicht.

Die Haff-Kolumne

mehr ...

Immobilien

Wohneigentum: IVD fordert Eigentumsförderung

Die Sondierungsgespräche zwischen Union, FDP und Grünen befinden sich derzeit auf der Zielgeraden, doch besonders bei der Wohnungspolitik bestehen noch Meinungsverschiedenheiten. Darunter könnte auch die im Wahlkampf versprochene Eigentumsförderung leiden.

mehr ...

Investmentfonds

“Minderheitsregierung wäre möglich aber problematisch”

Die Koalitionsverhandlungen sind geplatzt. Für die zukünftige Bundesregierung gibt es drei Möglichkeiten: Eine Minderheitsregierung, Neuwahlen oder doch eine Koalition mit der SPD. Noch sind die Märkte ruhig, doch es ist Vorsicht geboten. Gastbeitrag von Carsten Mumm, Donner & Reuschel

mehr ...

Berater

Vermittlerverbände VDVM und BMVF beschließen Fusion

Wie der Verband Deutscher Versicherungsmakler e. V. (VDVM) und der Bundesverbandes Mitteständischer Versicherungs- und Finanzmakler e.V. (BMVF) mitteilen, werden die Verbände zum Bundesverband Deutscher Versicherungsmakler e. V. (BDVM) fusionieren. Der BDVM nimmt seine Tätigkeit zum 1. Januar 2018 auf.

mehr ...

Sachwertanlagen

Wo waren die KVGen und Emissionshäuser?

„Sachwerte Summit“ nannte sich eine Veranstaltung der Börsen-Zeitung vergangene Woche in Hamburg. Doch der wichtigste Teil der Sachwertbranche fehlte fast komplett. Dabei wäre einiges zu bereden. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

BGH: Riester-Verträge mit staatlicher Förderung nicht pfändbar

Verträge für die Riester-Rente sind nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) nicht pfändbar, wenn sie staatlich gefördert wurden. Entscheidend sei, dass die Ansprüche nicht übertragbar sind, begründete der für Insolvenzrecht zuständige IX. Senat in Karlsruhe einen entsprechenden Beschluss.

mehr ...