Buffett delegiert Aufsicht über neue Firmen an Stellvertreter

Warren Buffett hat Berkshire Hathaway Inc. in den vergangenen fünf Jahrzehnten durch Delegieren zu einem Geschäftsemperium ausgebaut, wobei dieses Delegieren „fast den Punkt der Selbstverleugnung’“ erreicht habe. In jüngster Zeit hat der 84-Jährige noch mehr Verantwortung abgegeben.

„Es gibt Unternehmen, bei denen ich nie gewesen bin, obwohl sie seit vielen Jahren zu uns gehören”, sagte Buffett 2014 in einem Interview.

Mindestens vier der jüngsten Übernahmen von Berkshire – einschließlich der am Freitag angekündigten Akquisition der deutschen Detlev Louis Motorradvertriebs GmbH und die im November angekündigte Transaktion um den Batteriehersteller Duracell — werden von Buffetts Stellvertretern beaufsichtigt.

Mit diesen Regelungen ändert sich die lockere, vertrauensbasierte Kultur, auf die Buffett bei seiner Holding- Gesellschaft gesetzt hat. Seit Jahren haben die Vorstandsvorsitzenden der Dutzend Berkshire Geschäftseinheiten an ihn direkt berichtet. Durch stärkeres Delegieren verschafft er sich mehr Zeit und baut Kapazität in einer Organisation auf, die eines Tages ohne ihn laufen muss.

„Er wird älter“

“Das ist sehr sinnvoll”, sagt David Rolfe, Fondsmanger bei Wedgewood Partners Inc. “Er wird älter, so dass sich die Frage stellt, wieviel kann er selbst beaufsichtigen?”

Die Entscheidungen werden fallweise getroffen, berichtet eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Buffett hat auf eine bei einem Assistenten hinterlassene Anfrage, wie die Verantwortlichtkeiten bei Berkshire delegiert werden, nicht reagiert.

Nachdem Louis mit Buffett bezüglich einer Transaktion Kontakt aufgenommen hatte, beauftragte der Berkshire-CEO den stellvertretenden Investment-Manager Ted Weschler, für die Verhandlungen nach Deutschland zu fliegen. Berkshire, die in Europa mehr zukaufen will, übernimmt den Biker-Laden für etwa 400 Mio. €. Das Management-Team von Louis bleibt im Amt und wird Weschler unterstellt.

Seite zwei: Aufspüren von Aktien im Fokus

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