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6. April 2016, 09:23
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Am US-Aktienmarkt leisten immer weniger Aktien positive Beiträge zur Gesamtentwicklung

Unter den gegenwärtigen Marktbedingungen ist es schwer, am US-Aktienmarkt eine klare Richtung der Kurse zu erkennen. Betrachtet man jedoch rückblickend einen längeren Zeitraum, sind zwei bemerkenswerte Entwicklungen zu erkennen, die ich in meinen Anlageentscheidungen berücksichtige. Gastkommentar von Angel Agudo, Fidelity.

Angel-agudo in Am US-Aktienmarkt leisten immer weniger Aktien positive Beiträge zur Gesamtentwicklung

Angel Agudo analysiert die US-Aktienmärkte.

Erstens war in Anbetracht der immer kleineren Zahl von Aktien, die positive Beiträge zur Entwicklung des Gesamtmarkts leisten, ein deutlicher Rückgang der Marktbreite zu verzeichnen. Dies erkennt man besonders gut daran, dass Facebook, Amazon, Netflix und Google im Jahr 2015 für über 50 Prozent der Wertentwicklung des S&P 500 Index verantwortlich waren. Entsprechend sind die Kurs-Gewinn-Verhältnisse dieser gefragten Titel im Laufe des Jahres erheblich gestiegen. Man sollte aber auch bedenken, dass ihnen jede potenzielle Herabstufung oder ein Stimmungswandel beträchtliche Kursverluste bescheren könnten. Ich versuche, mich nicht so zu verhalten wie die Masse der Anleger, und meide in der Regel Titel mit kurzfristigem positiven Momentum. Eine fundierte Auswahl der Einzeltitel wird in diesem Umfeld wichtiger.

Zweitens hatte die anhaltende Stärke des US-Dollars einen negativen Effekt auf die in Dollar umgerechneten Gewinne von US-Unternehmen mit erheblichen Auslandsaktivitäten. Dadurch schnitten die Aktien dieser Firmen wesentlich schlechter ab als Aktien von Unternehmen mit eher binnenwirtschaftlicher Prägung. Die Bewertungsabschläge bei Unternehmen, die einen Großteil ihrer Erlöse im Ausland erzielen, erscheinen mir mittlerweile zum Teil übertrieben. Ich habe daher die Gewichtung dieser Titel in den vergangenen Monaten erhöht.

Mattel, Mosaic und Pharmawerte sind aktuell interessant

Seit Herbst 2015 habe ich die Übergewichtung des Gesundheitssektors durch Gewinnmitnahmen bei Eli Lilly, Mallinckrodt und Anthem verringert. Umgekehrt habe ich allerdings kürzlich die Marktschwäche genutzt, um meine Positionen im Krankenversicherer Cigna und dem Pharmaunternehmen Jazz aufzustocken.

Auch mein Engagement bei Mosaic habe ich ausgebaut. Mosaic ist der weltgrößte Hersteller von Phosphatkonzentrat und Pottasche – wichtigen Bestandteilen vieler Arten von Düngemitteln. In den vergangenen drei Jahren hat sich der Wert der Mosaic-Aktie halbiert. Gründe dafür sind ein Überangebot am Markt, die schwache Nachfrage in den Schwellenländern und der starke US-Dollar. Ich habe bewusst zugegriffen, weil mir die Relation von Kurs- und Verlustpotenzial besonders vorteilhaft erscheint. Die wichtigsten Geschäftsdaten des Unternehmens sind dank seiner führenden Stellung in der Branche, des hohen Cashflows und der soliden Bilanz nach wie vor positiv. Das alles verleiht Mosaic eine sehr starke Ausgangsposition im Fall einer Erholung der Düngemittelnachfrage, mit der früher oder später sicher zu rechnen ist.

Eine weitere interessante Aktie ist der Spielzeughersteller Mattel. Zu ihm gehören Marken wie Barbie, Hot Wheels und Fisher-Price. Nachdem das Unternehmen Lizenzrechte an der Disney-Marke Eiskönigin an einen Konkurrenten verloren hatte, war die Aktie deutlich hinter den Markt zurückgefallen. Auch Währungsentwicklungen setzten den Titel unter Druck. Mein dennoch positiver Eindruck von Mattel beruht auf dem Turnaround-Plan, mit dem ein neues Führungsteam eine Stabilisierung der Umsätze der Kernmarken anstrebt. Kürzlich ist die Mattel-Aktie gestiegen, nachdem die Quartalszahlen besser ausfielen als erwartet. Aus meiner Sicht hat der Titel noch beträchtliches Potenzial. Zum einen rechne ich mit einer Steigerung der Auslandsumsätze, zum anderen dürften die zurzeit ausgesprochen niedrigen Margen Spielraum nach oben haben.

Umgekehrt halte ich an meiner Untergewichtung des Finanzsektors fest – trotz der relativ niedrigen Bewertungen. Gründe dafür sind die erhöhten kurzfristigen Risiken sowie Anzeichen dafür, dass sich der laufende Kreditzyklus schon in einem fortgeschrittenen Stadium befinden könnte. Angel Agudo ist Fondsmanager des Fidelity America Fund, USA.

Foto: Fidelity

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