Asiatische Internetunternehmen haben noch viel Wachstumspotenzial

Asiatische Internetfirmen erwecken bei vielen Investoren immer noch ein hohes Interesse. Allerdings gibt es in diesem Sektor viele Besonderheiten zu beachten. Gastkommentar von James Syme, J O Hambro Capital Management

Asiatische Internetunternehmen haben ihre besonderen Eigenschaften.
Asiatische Internetunternehmen haben ihre besonderen Eigenschaften.

Bei der Analyse von Schwellenländeraktien mit Fokus auf dem Inlandsgeschäft ist es wichtig, die kulturellen Unterschiede auf der Welt zu kennen. Ein Sektor bei dem solche Unterschiede besonders sichtbar werden ist das Internetgeschäft – vor allem in den Wachstumsmärkten Asiens. Denn das Nutzungsverhalten unterscheidet sich hier oft deutlich von jenem in den Vereinigten Staaten oder Europa.

Drei der fünf größten gelisteten Internetfirmen weltweit stammen aus China: Tencent, Alibaba und Baidu. Und ein Vergleich zwischen Tencent und seinem globalen Wettbewerber Facebook zeigt das Ausmaß der Chancen. Beides sind große Social Networking / Messaging Plattformen, die schnell in verwandte Geschäftsfelder expandieren. Beide streben ein umfassendes Ökosystem an, um die Kundenbedürfnisse zu befriedigen (und Wettbewerber auszuschließen). Und beide wachsen trotz ihrer enormen Größe weiterhin schnell. Zugegeben, Tencent wartet noch auf seine ‚Hollywood Biographie‘.

Tencent steht erst am Anfang der Entwicklung

Im Gegensatz zu Facebook hat Tencent allerdings erst damit begonnen Werbeeinnahmen zu generieren und somit noch enormes Wachstumspotenzial, das Facebook nicht mehr hat. Die große Leistung von Tencent ist es, die Nutzer davon zu überzeugen, direkt für Services wie Abonnements und virtuelle Güter zu bezahlen. Etwas, dass Facebook erst noch erreichen muss. Virtuelle Güter wie etwa Sticker zur Personalisierung, sind nichts, dass unter amerikanischen oder europäischen Nutzern weit verbreitet ist, aber eine wichtige Einnahmequelle für einige asiatische Internetunternehmen.

Ähnliches gilt für die Spieleindustrie: Amerikanische und europäische Nutzer erwarten bei Spielen entweder einen einmaligen Kaufpreis oder die Finanzierung über Werbeeinblendungen – was die Ertragsflüsse begrenzt. So konnte Activision Blizzard, eine der größten Gaming-Firmen der Welt, im ersten Quartal Erträge in Höhe von 1,5 Mrd US-Dollar generieren. Tencents Spielegeschäft alleine ist deutlich größer. Erneut weil die Nutzer bereit sind für In-Game-Gegenstände, Sticker und Personalisierungen zu bezahlen.

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Häufig wird immer noch davon ausgegangen, die erfolgreichsten Internetfirmen seien amerikanisch. Dabei werden aber wachsende asiatische Wettbewerber wie der Gigant Tencent oder Nischenplayer wie Com2Us übersehen, die das kraftvolle Wachstum aufstrebender Industrien der Emerging Markets bieten. (tr)

Foto: Shutterstock

 

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