26. Mai 2016, 12:17
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Der nächste Crash kommt bestimmt”

Als Social Media-Freak ist es für mich immer wieder spannend, was auf die eigenen “Posts” und “Tweets” so alles zurückkommt. Gerade habe ich unsere neue Aktienstudie auf die Reise geschickt, da twittert es mir entgegen: “Der nächste Crash kommt bestimmt.” Die Naumer-Kolumne

Naumer in Der nächste Crash kommt bestimmt

Hans-Jörg Naumer, Allianz Global Investors

Dem kann ich nur völlig unbeeindruckt anfügen: Natürlich! Crashs gehören an den Kapitalmärkten dazu. Sie sind eine unangenehme Folge der schöpferischen Kraft der Zerstörung. Jener Kraft, die Altes zerstört und Neues schafft. Aus großer Brille betrachtet, ist die Geschichte der Aktienmärkte deshalb die Geschichte von Risiko (“Crash”) und Risikoprämie (“Zitterprämie”). Der Zitterprämie also, die die Anleger über die Staatsanleiherendite hinaus erwarten und in der Vergangenheit auch erhalten haben.

Krisen der Vergangenheit

Und Krisen und damit Crash-Ursachen hatten wir in der Vergangenheit wahrlich genug: die Ölpreiskrise der 70’er, die Asien-, Brasilien- und Russlandkrise in den 90’ern, die Technologie-Medien-Telekommunikationsblase nach dem Jahrtausendwechsel, dazu die Häuserpreiskrise in den USA und die Euro-Schuldenkrise im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends.

Interessant: Über die die gesamte Phase hinweg hat sich das Zittern gelohnt. Der Dax hat z.B. über die letzten 70 Jahre im Durchschnitt 8,3 Prozent pro Jahr gemacht. Zum Vergleich: Der Rex für deutsche Staatsanleihen schaffte 2,8 Prozent pro Jahr und damit lediglich 0,5 Prozentpunkte mehr, als die Anleger durch die Inflation verloren. Die Risikoprämie betrug 5,5 Prozent. Geschichte wiederholt sich nicht, auch klar. Aber eines steht für mich trotzdem fest (frei nach Oscar Wilde): Das Zittern dürfte am Ende entlohnt werden. Und wenn es nicht entlohnt wird, dann war es noch nicht das Ende.

Hans-Jörg Naumer ist Global Head of Capital Markets & Thematic Research von Allianz GI.

Foto: Andreas Varnhorn

1 Kommentar

  1. Stop worrying about the stock market crashing:
    http://www.barrons.com/articles/stop-worrying-about-the-stock-market-crashing-1463743491

    Kommentar von Monika Müller — 27. Mai 2016 @ 09:15

Ihre Meinung



 

Versicherungen

GKV: Kassen laufen Sturm gegen Spahn-Pläne

Die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgesehenen Änderungen bei der Organisation der Kassen stoßen auf vehementen Widerstand bei den gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV).

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Immer höhere Darlehen

Die hohen Preise für Objekte an den deutschen Immobilienmärkten treiben auch die Darlehenssummen stetig weiter nach oben. Michael Neumann, Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG, berichtet über aktuelle Entwicklungen bei den Baufinanzierungen.

mehr ...

Investmentfonds

Biotechnologie: “Ungebremste Innovationskraft”

Welches sind die größten Risiken bei einer Investition in Biotechnologie und was sollten Anleger beachten? Darüber hat Cash. mit Dr. Ivo Staijen, CFA gesprochen, Manager des HBM Global Biotechnology Fund.

mehr ...

Berater

Wirecard: Softbank als neuer Partner in Fernost

Der Zahlungsabwickler kann nach Berichten über umstrittene Bilanzierungspraktiken gute Nachrichten verkünden: Der Tech-Konzern Softbank investiert 900 Millionen Euro in Wirecard. Er soll den Dax-Kozern als Partner in Fernost unterstützen.

mehr ...

Sachwertanlagen

BaFin untersagt Direktinvestments in Paraguay

Die Finanzaufsicht BaFin hat drei Angebote von Vermögensanlagen in Deutschland über den Kauf, die Pflege sowie die Verwertung von Edelholzbäumen untersagt. Anbieter ist die NoblewoodGroup.

mehr ...

Recht

WhatsApp-Party-Einladung kann teuer werden

Bereits zum zweiten Mal hatte ein Jugendlicher per WhatsApp zu einer großen Grillparty aufgerufen. Leider spielte die Polizei da nicht mit und unterband die Veranstaltung auf einem Grillplatz im Landkreis Heilbronn. Zudem kündigte die Beamten an, den finanziellen Aufwand für ihren aufwändigen Einsatz dieses Mal in Rechnung zu stellen. Für die Eltern dürfte der Spaß teuer werden, denn die Privathaftpflicht zahlt nicht.

mehr ...