Griechenland: Neue Milliarden sollen Staatspleite bannen

Zitterpartie in Brüssel: Unmittelbar vor dem G7-Gipfel in Japan einigen sich die Geldgeber, Griechenland weiter mit Milliardensummen zu unterstützen. Es gibt auch eine Vereinbarung, den riesigen Schuldenberg zu senken.

Griechenland EU

Griechenland erhält im Gegenzug für sein jüngstes Spar- und Reformpaket 10,3 Milliarden Euro aus dem Rettungsschirm der Europartner. Zuvor müssen noch einige Bedingungen von Athen erfüllt werden und nationale Parlamente – auch in Deutschland – zustimmen.

Das sagte Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem am frühen Morgen nach einem rund elfstündigen Verhandlungsdrama in Brüssel. Mit dem Grundsatzbeschluss ist die neuerliche Gefahr einer Staatspleite im Sommer gebannt. „Das sind sehr gute Neuigkeiten“, resümierte Dijsselbloem. Das 2015 gestartete Rettungsprogramm laufe wieder wie geplant. „Noch vor einem Monat hätte ich nicht davon geträumt, dass sich die Minister darauf einigen“, sagte der Niederländer mit Blick auf das Paket.

Pläne zur Reduzierung des Schuldenbergs

Dazu gehören auch Schuldenerleichterungen für das Krisenland. Darauf drang insbesondere der Internationale Währungsfonds (IWF). Der Weltwährungsfonds signalisierte nun seine Bereitschaft, sich an weiteren Griechenland-Finanzhilfen zu beteiligen. Dem IWF-Leitungsgremium soll vorgeschlagen werden, bis Ende des Jahres weitere Mittel für die Unterstützung des griechischen Reformprozesses bereitzustellen. „Wir werden uns die Maßnahmen in den kommenden Monaten anschauen“, bilanzierte IWF-Europadirektor Poul Thomsen. „Es ist am Ende das Leitungsgremium (board), das die Entscheidung trifft.“

Der griechische Finanzminister Euklid Tsakalotos sagte nach Abschluss: „Das ist ein wichtiger Moment für Griechenland, nach so langer Zeit.“ Es sei nun möglich, den Teufelskreis aus schrumpfender Wirtschaft und Sparmaßnahmen zu durchbrechen und wieder für Investitionen zu sorgen. Er sprach von einigen „angespannten Augenblicken“ während der Verhandlungsnacht.

Einigung vor G7-Treffen

Die Einigung kam rechtzeitig vor dem G7-Gipfel der führenden Wirtschaftsnationen der Welt in Japan. Das Spitzentreffen wird am Donnerstag beginnen. Europas Spitzen wollten auf jeden Fall vermeiden, in der Toprunde wegen der Schuldenkrise wieder unter Beschuss zu geraten.

Seite zwei: Zahlreiche Reformen verabschiedet

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