7. September 2016, 15:16
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Warum Clinton besser für die Wall Street und den Dax ist

Am 8. November steht die 58. Wahl des neuen US-Präsidenten an. Dieses Ereignis hat auch große Auswirkungen auf die Wall Street und auf das Frankfurter Parkett, wo schon jetzt viele Investoren über den Ausgang spekulieren. Der Rademacher-Kommentar

Tim-Rademacher in Warum Clinton besser für die Wall Street und den Dax ist

Tim Rademacher untersucht die Auswirkungen der US-Wahlen auf die Kapitalmärkte.

Politische Börsen habe kurze Beine, lautet eine alte Börsenweisheit. Für Landtagswahlen in Deutschland ist diese Regel auch weitgehend zutreffend. Mitnichten ist dies aber auch bei den US-Präsidentschaftswahlen der Fall. In der Regel entwickeln sich die Börsen langfristig deutlich besser, wenn eine bestimmte Partei gewinnt.

Demokraten schaffen mehr Werte

Führte ein Republikaner die Amtsgeschäfte im Weißen Haus, stieg die Wall Street während einer Legislaturperiode im Schnitt um 15 Prozent. Dies haben Statistiken seit dem Jahr 1928 ergeben. War hingegen ein Demokrat im Amt, zogen diese Kurse durchschnittlich sogar um 47 Prozent an.

Ein solch großer Performanceunterschied kann trotz einiger besonderer Ereignisse kaum Zufall sein. Zwar gelten die Republikaner bei vielen Anlegern auf den ersten Blick als wirtschaftsfreundlich. Allerdings gab es während ihrer Amtszeit auch nicht selten massive militärische Konflikte. Während der Aktienmarkt beispielsweise während der Amtszeit von Bill Clinton boomte und 209 Prozent zulegte, fiel er unter George W. Bush um immerhin 40 Prozent. Auch unter dem Republikaner Nixon kam es zu einem Kursverlust von 20 Prozent.

Die französische Großbank BNP hat festgestellt, dass die Demokraten häufiger Konflikte friedlich lösen konnten. Neben wirtschaftlichen Aspekten wurden auch gesellschaftspolitische Punkte beachtet. Dies hat vielen Investoren langfristig Zuversicht gegeben.

Clinton bietet mehr Stabilität

Ob sich diese Grundregel in der kommenden Legislaturperiode fortsetzt, bleibt natürlich abzuwarten. Allerdings ist das Gefahrenpotenzial für den Dow Jones unter einem möglichen Präsidenten Trump weitaus größer. Dies haben seine vielen politischen Reden offenbart. Dagegen könnte Clinton, die bereits über eine umfangreiche politische Erfahrung verfügt, vermutlich mit vielen Krisensituationen weitaus besser umgehen.

Natürlich würden auch unter Clinton einige Branchen leiden. Insbesondere in der Biotechbranche gibt es hier eine gewisse Unsicherheit, da die Medikamentenpreise fallen könnten. Die Entwicklung des breiten Gesamtmarktes beeinflusst dies aber nur unwesentlich. Auch der Dax in Frankfurt würde von Clinton profitieren, da dieser nicht selten die Kursbewegungen der Wall Street nachvollzieht.

Bislang ist der Ausgang der Wahl kaum einzuschätzen. Allerdings sollten Anleger, die langfristig amerikanische oder auch deutsche Investmentfonds halten, die aktuellen Nachrichten recht genau verfolgen. Je größer die Chancen für Hillary Clinton, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Wall Street auch in den kommenden vier Jahren gut entwickeln wird.

Tim Rademacher ist leitender Redakteur im Bereich Investmentfonds bei Cash. und analysiert die Geschehnisse am Kapitalmarkt direkt vom Finanzplatz Frankfurt aus.

Foto: Dirk Beichert

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Krankenstandanalyse: Die fünf häufigsten Krankheitsgründe

Wenn sich Mitarbeiter krankmelden, dann bleibt der Grund für den Ausfall häufig unklar. Die Krankenkasse DAK hat nun untersucht, welche Erkrankungen die Arbeitnehmer im vergangenen Jahr am häufigsten außer Gefecht gesetzt haben.

mehr ...

Immobilien

Patrizia: Deutliches Gewinnplus für Immobilieninvestor

Der Immobilieninvestor Patrizia hat im vergangenen Jahr von seinen jüngsten Zukäufen profitiert. Dabei stiegen die Gebühreneinnahmen vor allem für die Verwaltung viel kräftiger als die Kosten.

mehr ...

Investmentfonds

Bullenmarkt bei Kryptowährungen in Sicht?

Die Performance der vergangenen Woche zeichnete Kryptoinvestoren ein Lächeln ins Gesicht: Fast alle Währungen im grünen Bereich, der Rückgang gestoppt.

mehr ...

Berater

Airline-Pleite: Flybmi ist nicht Flybe

Vor allem wegen des Brexits hat die britische Regional-Fluggesellschaft Flybmi am Wochenende Insolvenz angemeldet. Mit einer ähnlich klingenden Airline, die Mieterin mehrerer deutscher Fonds-Flugzeuge ist, hat sie jedoch nichts zu tun.

mehr ...

Sachwertanlagen

A380-Aus: Hochkonjunktur für Besserwisser

Das Ende der Produktion neuer Flugzeuge des Typs Airbus A380 bedeutet nicht automatisch Verluste für Fonds, die solche Maschinen finanziert haben. Eine schlechte Nachricht ist es trotzdem. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

OLG Celle: Reiseantritt muss zumutbar sein

In der Reiserücktrittsversicherung liegt ein Versicherungsfall vor, wenn die versicherte Person von einer unerwarteten schweren Erkrankung betroffen wird. Um dies festzustellen, kommt es laut Urteil des 8. Zivilsenats des OLG Celle nicht auf eine konkrete ärztliche Diagnose der Erkrankung an. Entscheidend sei vielmehr das Vorliegen einer krankheitsbedingten Symptomatik, die den Antritt einer Flugreise unzumutbar erscheinen lasse. 

mehr ...