6. Juni 2017, 07:11
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Riester war zaghaft, schlecht durchdacht und stümperhaft.”

Warum ist es problematisch, dass die Deutschen so wenig in Aktien investieren und wie kann das Problem gelöst werden? Darüber hat Cash.Online mit Dr. Christoph Bruns, Vorstand, Teilhaber und Fondsmanager der Loys AG gesprochen.

Bruns-Loys 15786-cash in Riester war zaghaft, schlecht durchdacht und stümperhaft.

Christoph Bruns: “Die Deutschen sind wie ein Pferd vor einem Oxer, sie wollen über den Aktien-Oxer nicht springen, bleiben bei ihren Zinsanlagen und vernichten damit ihr Vermögen.”

Cash.Online: Die Deutschen legen im internationalen Vergleich nur einen sehr geringen Teil ihres Vermögens in Aktien an, warum ist das so problematisch?

Bruns: Das ist aus mehreren Gründen problematisch. Zunächst einmal, weil die Deutschen auch wenige Kinder haben. Für die Aktienanlage braucht man Optimismus und für das Kinderkriegen auch und wenn man für das eine den Optimismus nicht hat, dann fehlt er vielleicht auf einem anderen Gebiet. Kurz: Wir haben ein demographisches Problem.

Die arbeitende Gesellschaft muss mehr Rentner finanzieren, die auch noch länger leben. Man wird heute nicht mehr 70 Jahre, sondern 80 oder lebt vielleicht auch noch länger. Das wird also teurer. Dazu haben wir ein Umlagesystem, das heißt, die Arbeitenden finanzieren die Rentner, es geht aber nicht mehr auf, wie eigentlich jedermann weiß. Also müsste jeder für sich privat vorsorgen.

Es stellt sich heraus, dass die Deutschen für ihr Alter üblicherweise mit Zinsprodukten vorsorgen. Es gibt aber keinen Zins mehr, der ist durch die Europäische Notenbank abgeschafft. Wenn man nun keinen Zins bekommt, dann ist das ganze Sparthema im Prinzip überflüssig geworden.

Man könnte ausweichen zu klügeren Anlageformen. Da kommt die Aktie ins Spiel. Es zeigt sich aber, dass die Deutschen wie ein Pferd vor einem Oxer sind, sie wollen über den Aktien-Oxer nicht springen, bleiben bei ihren Zinsanlagen und damit vernichten sie ihr Vermögen.

Wir müssen auch die Inflation von 1,8 Prozent bedenken. Wir bräuchten also mindestens Zinsen in Höhe von 1,8 Prozent, um das Vermögen zu erhalten. Haben wir nicht. Also nehmen die Vermögen ab und es wird in der Zukunft eher noch schlimmer. Und wenn es nicht gelingt umzusteigen in Richtung Aktien, dann droht Altersarmut und zwar breitflächig.

Seite zwei: Warum viele Anleger die Aktie trotzdem meiden

Weiter lesen: 1 2 3

2 Kommentare

  1. Der gute Hr. Bruns hat halt so gar keine Ahnung welche Möglichkeiten es im geförderten Bereich gibt. So ist vieles das er anbietet durchaus auch im Versichetungsbereich darstellbar.
    Allerding mit Vorteilen, die Ihm und seinen Kunden nicht zur Vefügung stehen. Keine Steuerbelastung bei Umschichtungen, bis 40% weniger Beitrag oder höhere Leistung und vor allem eine lebenslange Absicherung. Dumm wenn seinen Kunden mit 90 das Geld ausgeht, aber diese doch 100 Jahre oder Älter werden……….

    Kommentar von Wilfried Strassnig Versicherungsmakler — 8. Juni 2017 @ 07:41

  2. Eine ausschließlich kapitalgedeckte Altersvorsorge hat genau zu den heutigen Problemen der armen Alten im angelsächsischen Raum geführt. Siehe die Rentner, die sich nur auf ihre kapitalgedeckte Altersvorsorge verlassen haben und nun kein Geld für die Heizung haben. Die Argumentation des Herrn ist zu einseitig. Zu Gunsten seiner Darstellung wurde hier nur die halbe Wahrheit gesagt.

    Kommentar von empörter — 7. Juni 2017 @ 16:33

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Telefonica und Allianz starten Glasfaserprojekt in Deutschland

Der spanische Telekomkonzern Telefonica hat sich beim Glasfasernetz-Ausbau die Allianz als Partner an Bord geholt. Beide Konzerne sollen jeweils zur Hälfte am Gemeinschaftsprojekt beteiligt sein, teilten sie am Donnerstag in Madrid und München mit.

mehr ...

Immobilien

Seehofer will erschwerte Umwandlung von Mietwohnungen

Bundesbauminister Horst Seehofer (CSU) plant nun doch höhere Hürden für die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen. Das sieht ein neuer Entwurf für das Baulandmobilisierungsgesetz vor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Er soll voraussichtlich am kommenden Mittwoch vom Kabinett verabschiedet werden.

mehr ...

Investmentfonds

US-Wahlen: Welche Aktien sollten ins Portfolio?

In knapp einer Woche ist die US-Präsidentenwahl schon vorbei. Aber ob wir dann auch das Ergebnis kennen, steht in den Sternen. Ein Kommentar von Manuel Heyden, CEO von nextmarkets.

mehr ...

Berater

DKM 2020: digital.persönlich.erfolgreich

Der Umzug der DKM 2020 von der Messe Dortmund in die digitale Welt war ein voller Erfolg. Mit über 19.700* Messeteilnehmern verteilt auf 4 Messetage, 157 Ausstellern und mehr als 200 Programmpunkten bei Kongressen, Workshops, Roundtables und Speaker’s Corner hat die 24. Auflage der Leitmesse auch in der digitalen Version die Finanz- und Versicherungsbranche überzeugt.

mehr ...

Sachwertanlagen

Deutsche Finance mit 650-Millionen-Dollar-Closing in San Francisco

Der Asset Manager Deutsche Finance und SHVO Capital haben gemeinsam für ein institutionelles Joint Venture um die Bayerische Versorgungskammer den Gebäudekomplex „Transamerica Pyramid“ in San Francisco erworben.

mehr ...

Recht

Kauf bricht nicht Miete: Tipps für den Verkauf einer vermieteten Wohnung

Erst Vermieten, dann Verkaufen: Eine vermietete Wohnung zu verkaufen stellt Eigentümer vor besondere Herausforderungen. Denn das bestehende Mietverhältnis wirkt sich nicht nur auf den Verkaufspreis aus, auch die Käuferzielgruppe ist eine andere als bei einem unvermieteten Objekt. Welche Besonderheiten Eigentümer beim Verkauf einer vermieteten Wohnung beachten müssen, fassen die Experten des Full-Service Immobiliendienstleisters McMakler zusammen.

mehr ...