Anzeige
17. November 2017, 06:42
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Deutsche Börse: Nachfolger für Kengeter steht fest

Die Deutsche Börse wird ab dem 1. Januar von einem neuen CEO geleitet werden. Nach Vorwürfen des Insiderhandels gegen den aktuellen CEO Carsten Kengeter hat sich dieser im Oktober entschlossen zurückzutreten. Gegen Kengeter wird seit Februar ermittelt.

Weimer-hvb-deutsche-boerse in Deutsche Börse: Nachfolger für Kengeter steht fest

Dr. Theodor Weimer, Vorstand der Hypovereinsbank, wird ab 1. Januar die Nachfolge von Carsten Kengeter als CEO der Deutschen Börse übernehmen.

Nach der Insideraffäre bei der Deutschen Börse übernimmt Hypovereinsbank-Vorstand Theodor Weimer den Chefposten bei dem Dax -Konzern. Der 57 Jahre alte Banker löst zum 1. Januar 2018 Carsten Kengeter ab und bekommt einen Vertrag über drei Jahre, wie der Frankfurter Marktbetreiber am Donnerstag mitteilte.

Weimer führt seit 2009 die Hypovereinsbank (HVB) in München, die zur italienischen Großbank Unicredit gehört. Vor zwei Jahren war der Manager schon als möglicher Nachfolger für Commerzbank -Chef Martin Blessing gehandelt worden.

Diedrich übernimmt Nachfolge von Weimer

Nachfolger von Weimer bei der HVB wird Michael Diederich. Er übernimmt den Posten ebenfalls zum Beginn des neuen Jahres, wie Unicredit mitteilte. Er leitet bisher das deutsche Investmentbanking bei der Konzernmutter.

Kengeter hatte Ende Oktober nach quälenden neun Monaten die Konsequenz aus laufenden Ermittlungen wegen möglichen Insiderhandels gezogen und seinen Rücktritt zum Jahresende angekündigt. Seit Februar ermittelt die Frankfurter Staatsanwaltschaft gegen den ehemaligen Investmentbanker wegen eines Aktiengeschäfts.

Einstellung des Ermittlungsverfahrens gescheitert

Kengeter hatte Mitte Dezember 2015 für 4,5 Millionen Euro 60.000 Deutsche-Börse-Aktien gekauft, die er nicht vor Ende 2019 veräußern darf. Der Konzern packte in dem eigens für den Manager geschnürten Vergütungsprogramm weitere 69.000 Anteilsscheine drauf.

Gut zwei Monate nach dem Aktiendeal machten die Deutsche Börse und die London Stock Exchange (LSE) ihre – inzwischen gescheiterten – Fusionspläne öffentlich, was die Kurse trieb. Die Ermittler werfen Kengeter vor, schon im Sommer 2015 mit der LSE-Führung Gespräche über einen Zusammenschluss geführt und das lukrative Aktiengeschäft in diesem Wissen getätigt zu haben. Aufsichtsrat, Vorstand und Kengeter persönlich wiesen die Vorwürfe wiederholt zurück.

Der Versuch, eine Einstellung des Ermittlungsverfahrens gegen Zahlung einer Geldbuße zu erreichen, war im Oktober gescheitert. Daher ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter – Ausgang offen.

Kengeter erfolgreicher CEO

Als Kengeter am 1. Juni 2015 den Chefposten von Reto Francioni übernahm, blühte die Deutsche Börse zunächst auf. Kaum im Amt, zog der Manager zwei Übernahmen für mehr als 1,3 Milliarden Euro durch, krempelte den Vorstand um, gab dem Aktienhandel wieder ein stärkeres Gewicht und legte ein Effizienzprogramm mit dem Namen “Accelerate” (“Beschleunigen”) auf.

Weimer, der wie Kengeter einst bei der Wall-Street-Größe Goldman Sachs arbeitete, übernimmt einen Dax-Konzern im Umbruch. Im dritten Quartal blieb die erhoffte Belebung der Märkte aus, die Deutsche Börse sah sich gezwungen, die Prognose für 2017 in Frage zu stellen. Nach der erneut gescheiterten Großfusion ist zudem offen, wie das Unternehmen auf Dauer der starken Konkurrenz aus den USA und Asien Paroli bieten will.

Im Zuge des Vorstandswechsels teilte die Deutsche Börse mit, dass die Verträge von Vize-Chef Andreas Preuß und Vorstand Jeffrey Tessler um je ein Jahr verlängert wurden.(dpa-AFX)

Foto: HVB Unicredit

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 07/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebsrente – Wandelanleihen – Ferienimmobilien – Family Offices

Ab dem 21. Juni im Handel.

Special Investmentfonds

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Nachhaltig anlegen: Mehr Rendite mit gutem Gewissen
Gewinne im Fokus: Die besten Dividenden-Fonds

Versicherungen

Zinszusatzreserve: “Korridormethode bringt zehn Milliarden Euro Entlastung – allein 2018“

Die Kölner Rating-Agentur Assekurata kritisiert in ihrem diesjährigen Marktausblick zur Lebensversicherung 2018 erneut die gegenwärtige Berechnungsmethodik zum Aufbau der Zinszusatzreserve (ZZR) und mahnt eine Umstellung auf die Korridormethode an. Diese war von der deutschen Aktuarvereinigung (DAV) in Abstimmung mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erarbeitet worden.

mehr ...

Immobilien

USA: Baubeginne fallen deutlich stärker als erwartet

Die US-Bauwirtschaft hat sich im Juni enttäuschend entwickelt. Die Wohnungsbaubeginne sanken so stark wie seit November 2016 nicht mehr. Das geht aus Zahlen des Handelsministeriums vom Mittwoch hervor.

mehr ...

Investmentfonds

Größtes Freihandelsabkommen der EU

Während Donald Trump sämtliche Handelsvereinbarungen platzen lässt und zusätzlich Strafzölle verhängt, hat die Europäische Union hat mit Japan ihr bislang größtes Freihandelsabkommen abgeschlossen. Ökonomen freuen sich über die Rückkehr der Vernunft, aber Verbraucherschützer sind alarmiert.

mehr ...

Berater

Scout24 kauft Finanzcheck.de

Strategische Übernahme: Scout24, Betreiber bekannter digitaler Marktplätze wie Financescout24 oder Autoscout24 übernimmt eines der relevantesten deutschen Online-Vergleichsportale für Verbraucherkredite, Finanzcheck.de. Verkäufer sind eine Investorengruppe um Acton Capital Partners, Btov Partners, Highland Europe, Harbourvest Partners sowie die Gründer von Finanzcheck. Den Kaufpreis liegt bei 285 Millionen Euro und wird bar gezahlt.

mehr ...

Sachwertanlagen

RWB-Tochter gewinnt Großanleger aus Belgien

Die MPEP Management Luxembourg S.à r.l. (MPEP), ein Tochterunternehmen des Private Equity Spezialisten RWB Group, hat die Zusage über ein Investment in zweistelliger Millionenhöhe von einem alternativen Investmentfonds erhalten, der von Degroof Petercam verwaltet wird.

mehr ...

Recht

Erbbaurecht: Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks

Kommunen, Kirchen und Stiftungen vergeben häufig Erbbaurechte. Als “Eigentum auf Zeit” können diese gerade für junge Familien mit wenig Eigenkapital eine Alternative zum Kauf eines Baugrundstücks darstellen. Die Hamburgische Notarkammer erklärt.

mehr ...