Anzeige
9. August 2017, 15:08
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Börsenchef Kengeter: Spekulationen um Nachfolge

Die Zukunft des Börsenchefs Carsten Kengeter ist noch ungeklärt. Eventuell muss er aufgrund von Insidervorwürfen abtreten. Sollte das Verfahren nicht eingestellt werden, scheint es Medienberichten zufolge schon drei mögliche Nachfolger zu geben.

Carsten-kengeter-quer in Börsenchef Kengeter: Spekulationen um Nachfolge

Noch ist ungeklärt, ob die Deutsche Börse einen Nachfolger für Carsten Kengeter, CEO Deutsche Börse AG, suchen muss.

Die Hängepartie um die Zukunft von Börsenchef Carsten Kengeter dauert an. Das Insider-Verfahren bei der Deutschen Börse zieht sich länger hin als zunächst erwartet. Derweil kursieren in Medienberichten schon Namen möglicher Nachfolger Kengeters.

Die Deutsche Börse muss bis Mitte September entscheiden, ob sie für eine Einstellung des Verfahrens eine Geldbuße wegen Insiderhandels und verspäteter Informationen der Anleger von insgesamt 10,5 Millionen Euro akzeptiert. Die Frist sei verlängert worden, die Gespräche liefen noch, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Mittwoch auf Anfrage. Die Ermittlungen gegen Kengeter wegen des Verdachts des Insiderhandels dauerten an.

Verdacht des Insiderhandels

Hintergrund ist die letztlich gescheiterte Fusion mit der London Stock Exchange. Die Ermittler werfen Kengeter vor, schon im Sommer 2015 auf höchster Ebene Gespräche über den möglichen Zusammenschluss der beiden Konzerne geführt zu haben – und in diesem Wissen Mitte Dezember 2015 dann in großem Stil Aktien der Deutschen Börse gekauft zu haben.

Die Öffentlichkeit informierten die Konzerne am 23. Februar 2016 über ihr Vorhaben. Die Aktienkurse beider Unternehmen legten in der Folge zu. Kengeter hält die Vorwürfe für unbegründet, Aufsichtsrat und Vorstand stellten sich geschlossen hinter ihn.

Preuß, Pottmeyer, Hille

Medienberichten zufolge hat der Aufsichtsrat aber bereits über einen Plan B für den Fall diskutiert, dass Kengeter wegen der Ermittlungen letztlich abtreten müsste. “Die Frage wurde erörtert, und die Namen Andreas Preuß sowie Gregor Pottmeyer sind genannt worden”, zitierte die “Wirtschaftswoche” einen nicht namentlich genannten Insider.

Im Aufsichtsrat soll Finanzchef Pottmeyer demnach mehr Rückhalt haben als Kengeters Stellvertreter Preuß. Das Kontrollgremium hatte Pottmeyers Vertrag erst kürzlich um fünf Jahre verlängert. Kengeters Verlängerung steht aus, sein Vertrag endet am 31. März 2018.

Das “Handelsblatt” berichtete unterdessen, in Frankfurt werde als potenzieller Nachfolger Kengeters häufig der Name Lars Hille genannt. Der bisherige Kapitalmarkt-Vorstand der DZ Bank hatte seinen Vertrag nicht verlängert und verlauten lassen, sich neuen beruflichen Aufgaben zu widmen. Hille hatte in den 1990er Jahren bei der Deutschen Börse gearbeitet und war in diesem Jahr kurzzeitig Vorsitzender des Börsenrats der Frankfurter Wertpapierbörse.

Ein Sprecher der Deutschen Börse erklärte, die Agenda des Aufsichtsrats werde grundsätzlich nicht in der Öffentlichkeit diskutiert.(dpa-AFX)

Foto: Deutsche Börse AG

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Insurtech Hepster bietet situative Versicherungen für Generation-Smartphone

Die Digitalisierung nimmt Einfluss auf immer mehr Lebensbereiche und Dienstleistungen. Mobile Endgeräte sind aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken.

mehr ...

Immobilien

Raus aus der Stadt: Immobilienkäufer suchen verstärkt im Umland

In den deutschen Metropolen ist bezahlbarer Wohnraum immer schwieriger zu finden. Immer mehr Immobilienkäufer weichen daher nach einer Analyse von Immowelt in die Speckgürtel aus, da dort die Preise noch niedriger sind. Am stärksten zeige sich diese Entwicklung in Berlin, Stuttgart und Frankfurt.

mehr ...

Investmentfonds

Deutlicher Konjunkturabschwung in 2019

Spätestens ab der zweiten Jahreshälfte 2018 wird die Weltwirtschaft langsamer wachsen, davon ist das Feri Institut überzeugt. Obwohl Deutschland eine Sonderstellung habe, komme es auch hier zum Abschwung. Warum sich die Konjunktur abkühlen wird:

mehr ...

Berater

EZB gewährt Deutscher Bank bei Postbank-Einlagen mehr Spielraum

Die Deutsche Bank hat bei der Integration ihrer Tochter Postbank in das Privat- und Firmenkundengeschäft des Konzerns ein Problem weniger. Die Bankenaufseher der Europäischen Zentralbank (EZB) gewährten Deutschlands größtem Geldhaus mehr Spielraum bei der Verwendung von Einlagen und Liquidität.

mehr ...

Sachwertanlagen

P&R-Insolvenzen: Fragen an die Bundesregierung

Die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hat eine kleine Anfrage zu Container- und Schiffsfinanzierungen an die Bundesregierung gestellt. Ein Teil der Fragen entfällt auf die Causa P&R.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...