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8. September 2017, 06:11
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“Deutsche Wirtschaft steht nur scheinbar gut da”

Obwohl die Konjunkturprognose des Instituts für Deutsche Wirtschaft Berlin (DIW) positiv ist, sagt DIW-Präsident Marcel Fratzscher, dass der Aufschwung nicht von langer Dauer sein wird. Für die vorsichtige Einschätzung gibt es mehrere Gründe.

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Marcel Fratzscher: “Die Politik muss nach der Bundestagswahl endlich damit beginnen, die deutsche Wirtschaft zukunftsfest zu machen.”

Aufgrund des unerwartet kräftigen ersten Halbjahres 2017 hebt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) seine Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im Vergleich zum Juni um 0,4 Prozentpunkte auf 1,9 Prozent an. Das geht aus einer Pressemitteilung des Instituts hervor.

Auch für das kommende Jahr sei mit einem Anstieg der Wirtschaftsleistung in dieser Größenordnung zu rechnen. Die Zahl der Beschäftigten steige weiter, die exportorientierten Industrieunternehmen würden von einer derzeit dynamischen Auslandsnachfrage profitieren und die privaten Haushalte blieben konsumfreudig. Die gesamtwirtschaftliche Produktion wird in diesem Jahr und wohl auch in den kommenden beiden Jahren die normale Auslastung leicht übertreffen.

20170907 PM Herbstgrundlinien Abb1 in Deutsche Wirtschaft steht nur scheinbar gut da

Doch DIW-Präsident Marcel Fratzscher sagt: “Die deutsche Wirtschaft steht nur scheinbar gut da, obwohl sie in diesem Jahr deutlich wächst. Der Aufschwung wird nicht von Dauer sein, denn er ist zu einem guten Teil geliehen. Die niedrigen Zinsen und die sehr gute Arbeitsmarktsituation werden nicht von Dauer sein. Daher muss die Politik spätestens nach der Bundestagswahl endlich damit beginnen, die deutsche Wirtschaft zukunftsfest zu machen.”

“Digitale Infrastruktur ist wohlhabendem Industrieland nicht würdig”

“Wir brauchen mehr Investitionen in Bildung, Verkehrswege und vor allem die digitale Infrastruktur, denn die ist hierzulande einem wohlhabenden Industrieland nicht würdig. Wenn die Haushaltsspielräume stattdessen für Steuersenkungen und höhere Sozialausgaben verwendet werden, kommt dies besonders künftigen Generationen teuer zu stehen”, so Fratzscher weiter.

Seite zwei: Arbeitsmarkt + Exporte

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