25. November 2018, 07:42
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Bedingungsloses Grundeinkommen durch Kapitalbeteiligung

In der politischen Debatte gewinnt eine Idee in unterschiedlichen Spielarten an Momentum: das “bedingungslose Grundeinkommen” (BGE). Ein wirklich bedingungsloses Grundeinkommen muss kein Wunschtraum bleiben. Es geht, wenn man nur will. Die Naumer-Kolumne

15 05 HJ Naumer Schreibtisch-Kopie in Bedingungsloses Grundeinkommen durch Kapitalbeteiligung

Hans-Jörg Naumer, Allianz Global Investors: “Das BGE wäre eine Einkommenssicherung, die alle anderen Sozialleistungen ersetzt und damit eine Vereinfachung und Vereinheitlichung bedeutet.”

Die Ideen hinter einem Grundeinkommen erscheinen geradezu als bestechend: Das BGE wäre eine Einkommenssicherung, die alle anderen Sozialleistungen ersetzt und damit eine Vereinfachung und Vereinheitlichung bedeutet. Es ist “bedingungslos” und damit ein sozialpolitisches Auffangnetz, das ein Einkommen garantiert, egal ob jemand nicht arbeiten kann oder will. Stimmen die Voraussagen des “2. Maschinenzeitalters” käme es gerade zur richtigen Zeit: Wenn die Roboter mehr und mehr menschliche Arbeit ersetzen, ohne dass in ausreichender Zahl andere Arbeitsplätze mit einer vergleichbaren oder höheren Einkommensstruktur geschaffen werden, würde das BGE die entfallenden Arbeitslöhne zumindest zum Teil ersetzen.

Die Kernthese des von Brynjolfsson und MacAfee verfochtenen “2. Maschinenzeitalters” ist es ja gerade, dass – anders als noch beim ersten Maschinenzeitalter – dieses Mal bestehende Arbeitsplätze durch Technologisierung entfallen, aber keine oder zumindest verhältnismäßig weniger neue mit höherer Produktivität für die Menschen entstehen. Die Radikalität dieser These ist nicht unumstritten, hat aber mit dem Vordringen künstlicher Intelligenz durchaus eine gewisse Plausibilität.

Die Schwächen des Konzepts

Grundeinkommen, bedingungslos und für alle – die Schwächen des Konzeptes sollten nicht unterschätzt werden. Als erstes drängt sich sicher die Frage nach der Finanzierbarkeit auf. Bei der Frage der Finanzierbarkeit müssen sicher die entfallenden Sozialleistungen, die es ersetzten würde, gegengerechnet werden, aber die so errechnete Umverteilungswirkung kann nur eine Momentaufnahme sein. Es ist kaum zu erwarten, dass es bei einem BGE i.H.v zum Beispiel 1.000 Euro pro Monat, bleibt, wie es immer wieder ins Gespräch gebracht wird. Im Gegenteil, ca. 80 Millionen Deutsche hätten ein Interesse daran, dass es steigt. Gründe lassen sich finden.

Seite zwei: Das BGE, der Mindestlohn und das Grenzleid der Arbeit

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1 Kommentar

  1. Es werden also diejenigen, die heute schon nicht arbeiten gehen, mit noch mehr Geld fürs Nichtstun versorgt (BGE statt Hartz4), und diejenigen, die in der Nähe dieser Grenze arbeiten, werden sich überlegen, ob sich Arbeit tatsächlich lohnt.

    Nur die Leistungsbringer der Gesellschaft, die den ganzen Laden am Laufen halten, sollen mal wieder alles zahlen, selbst aber leer ausgehen.

    Tolles Konzept!

    Und wie passt dieses BGE mit den immer noch offenen Grenzen zusammen? Hat darüber mal jemand nachgedacht? Nach Einführung des BGE haben wir nicht 1,X Mio. Zuwanderer, sondern ein Vielfaches davon. Und wie soll das dann bezahlt werden??

    Ich höre??

    Kommentar von Max Makler — 27. November 2018 @ 21:15

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